12. Juni 2017

Beim 45. Wirtschaftsforum erschienen ca. 60 Besucher. Durch die Veranstaltung führte Peter Hoffmann-Schoenborn und diese fand am 01.03.2017 in der >> Gaststätte Rackebrandt in Linden-Mitte statt. Hier geht es zur >> Einladung und hier zum letzten >> 44. Wirtschaftsforum und >> hier zu den früheren Wirtschaftsforen.

I. Belange des Wirtschaftsforums und der Standortgemeinschaften

In verschiedenen Beiträgen wurden von den Zuständigen der Standortgemeinschaften und Initiativen Erfahrungen mit vergangenen Ereignissen geschildert.

Weihnachtsmarkt und Ihme-Zentrum
Der letzte Weihnachtsmarkt auf dem Küchengarten wurde wegen Arbeitsüberlastung nach einem neuen Konzept erfolgreich durchgeführt. Das Ihme-Zentrum nahm an dem Weihnachtsmarkt mit einer veganen Zielstellung teil.
Wegen der hohen Gebühren von 3.000 € für das Weihnachtsfest wird eine Klage gegen den Oberbürgermeister der Stadt Hannover durchgeführt, um diese abzuschaffen.

Die Zukunftswerkstatt im Ihmezentrum erhält Räume dort und auch einen Zuschuss der Stadt dafür.

Blaues Wunder und Scillablüte
Das anstehende Blaue Wunder der Geschäftsleute – Ausrichter Lebendiges Linden e.V. – und das Scillablütenfest – Ausrichter Quartier e.V. – oben am Berg können gleichzeitig zu dem geplanten Termin stattfinden – wenn die Blüte zeitgenau blüht. Das war am 02.04.2017 der Fall, wie im Nachhinein festgestellt werden kann.

Spiegelsplitter
Die Ausstellung und Veranstaltungsreihe zum 1. Weltkrieg, „Spiegelsplitter“, wurde durch Manfred Wassmann vorgestellt und kann >> hier nachgelesen werden.

 II. Wirtschaftsstandort

Innerstädtischer Handel
Wirtschafts- und Umweltdezernentin Frau Sabine Tegtmeyer-Dette sprach in ihrem Vortrag über die Entwicklung des innenstädtischen Handels sinngemäß wie folgt.
Es wurde viel Geld ausgegeben, um die Innenstadt attraktiv zu gestalten. Die Konkurrenz durch den Onlinehandel ist stark. Die Innenstadt lebt vom Einzelhandel und der Einkauf muss wie ein Event sein. Andernfalls veröden die Innenstädte und dieser Tendenz soll entgegengewirkt werden.

 

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Wirtschafts- und Umweltdezernentin Frau Sabine Tegtmeyer-Dette

 

Die Stadtteile sind sehr wichtig für die Versorgung der Menschen. Die dezentrale Versorgung ist auch wichtig wegen dem demographischen Wandel. Die Einkäufe sollten zu Fuß erledigt werden können. 96% der Lebensmittel und Getränke werden im Nahbereich gekauft.
Die Stadtgemeinschaften haben eine sehr wichtige Funktion und werden gefördert, wofür ein Budget im Stadthaushalt vorhanden ist.
Die rechtliche Lage zum verkaufsoffenen Sonntag ist für die dezentrale Lage eine Zumutung. Das Problem ist das Finden eines Anlasses, um verkaufsoffene Sonntage genehmigt zu bekommen. Es ist noch nicht klar wie sich das weiter entwickeln wird. (>> Artikel)
In Linden ist ein Selbstbewusstsein noch immer herauszuhören. Linden ist in sich sehr unterschiedlich, so wie bspw. Linden-Süd und Linden-Nord oder Linden-Mitte. Linden steht für eine lebendige Kultur und auch für eine lebendige Wirtschaftsszene. Es gibt viele junge Unternehmen und Startups wie in der >> Halle96. Das ist ein guter Standort mit 54 Unternehmen und relativ wenig freien Flächen.
Das Unternehmerinnen-Zentrums in der Hohen Straße wird von der Wirtschaftsgesellschaft hannoverimpuls GmbH übernommen. Dadurch ist deren Existenz weiterhin gesichert, denn die Geschäftsführerinnen wollen nicht weiter machen.
Das Thema, was die ganze Stadt interessiert ist die Sauberkeit. Die Menschen fühlen sich für ihre Stadt nicht mehr verantwortlich. Es gibt ein großes Anspruchsdenken und sehr wenig Verantwortungsgefühl an einigen Stellen. Wir können Gebühren erhöhen, gemeinsam daran arbeiten und mehr Verantwortung übernehmen.
Das Einzelhandel- und Zentrums-Konzept soll aktualisiert werden. Der Onlinehandel wird berücksichtigt. Die Erarbeitung dauert noch eineinhalb Jahre. Die Standortgemeinschaften werden dabei auch mit eingebunden. Das Konzept Liegt Mitte 2018 vor. Damit schloss Frau Tegtmeyer-Dette ihren Vortrag ab.

Veranstaltungsleiter Peter Hoffmann-Schoenborn zitierte ergänzend abschließend John. F. Kennedy: „Frage nicht was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst!

Dreiwerk
Manfred Wassmann ist Gesellschafter beim Gewerbehof Dreiwerk GmbH und schilderte die Entwicklung. Früher hieß es Existenzgründungszentrum Hannover (EGZ) und gehörte u.a. zu Hannoverimpuls. 2015 übernahmen 17 Mieter den Betrieb des Gewerbehofs von der Stadt. Dreiwerk arbeitet wirtschaftlich und hat Mietflächen für Kleinbetriebe, die derzeit alle vergeben sind.

 

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Manfred Wassmann spricht über Gewerbehof Dreiwerk GmbH

 

Wirtschaftsförderung wie Gemeinwesenarbeit
Jörg Schimke trug die Idee vor, für Linden-Limmer eine „stadtteilbezogene Wirtschaftsförderung zu entwickeln„. Der Ansatz: Das Konzept der Gemeinwesenarbeit auf die lokale Ökonomie zu übertragen.

 

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Jörg Schimke spricht über stadtteilbezogene Wirtschaftsförderung

 

Das könnten so etwas wie eine Stadtteilgenossenschaft sein, in die sich alle einbringen können. Ähnliche Konzepte gäbe es bereits, z. B. in Hannover den „AktionsraumNORD“, in dem das Programm „Soziale Stadt“ mit bürgerschaftlichem Engagement und Bundesmitteln erweitert wird, um Erwerbslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Wohnungsgenossenschaft Selbsthilfe ist ebenso ein hervorragendes Beispiel. Weitere Vorbilder sind Bürgeraktiengesellschaften für Ökowaren in anderen Städten. Das hier soll ein Impuls sein, um darüber nachzudenken. Das Wirtschaftsforum könnte eine Keimzelle dafür sein. Mehr in der  >> Praesentation von Joerg Schimke

Diskussion
Es entspann sich eine lebhafte Diskussion über Onlinehandel, Öffnungszeiten und Verbraucherschutz speziell zum Rückgaberecht, wo Läden im Nachteil sind. Kunden würden überwiegend erst ins Internet schauen und dann in die Geschäfte gehen und weniger umgekehrt. Niedrige Preise gibt es im Internet, die Geschäfte so nicht bieten können.

III. Wohnen, Leben und Arbeiten in Linden-Süd

In einer umfangreich bebilderten Einführung über Linden-Süd beschrieb Peter Hoffmann-Schoenborn einige Besonderheiten dieses Stadtteiles auch im Vergleich zu Linden-Mitte und Linden-Nord.

Sanierung
Das heutige Linden-Süd ist auch das Ergebnis einer umfangreichen Sanierung dessen Schwerpunkt zwischen 1972 und 1985 lag. Der Architekt Ulrich Gerlach war damals mit der Sanierung beauftragt und schilderte in einer ausführlichen Präsentation wie das damals ablief.
Zusammenfassend stellte Ulrich Gerlach fest, dass das Sanierungsziel wie es ursprünglich geplant war auch erreicht worden ist. Dafür spräche auch der hohe Anteil an Sozialwohnungen.

 

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Architekt Ulrich Gerlach beschreibt Durchführung und Folgen der Sanierung in Linden-Süd

 

Deisterkiez
Der Deisterkiez kann auf eine erfolgreiche Geschichte mit Höhen und Tiefen zurückblicken. Herr Carsten Tech vom Deisterkiez e.V. und Quartiersmanagement hanova stellte in zwei Präsentation dazu auch das Umfeld Linden-Süds dar.
>> Präsentation DeisterKiez und >> Präsentation Umfeld Linden-Süd

 

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Carsten Tech beschreibt den Deisterkiez und das Umfeld Linden-Süd

 

Frau Jutta Engelhardt von >> pepafarina – Motto: „Feine Textilien genäht in Hannover“ – schilderte gute Erfahrungen am Standort im Deisterkiez und fühlt sich dort wohl.

Anschließend beendete der Versammlungsleiter die Veranstaltung und wies auf den Termin für das nächste 46. Wirtschaftsforum am 21.06.2017 hin.

Klaus Öllerer
12.06.2017/21.06.2017

 

Kommentare

  1. „Betretenheit“, das ist, was mir zu den Fotos einfällt.

    Die verschränkten Arme, die kinnkratzenden Hände, die vom Redner langweilig abgewandten Körper und Gesichter, die betretenen und steifen Mienen, die eingefallenen Schultern, die auf den Tisch blickenden Augen. Manche zeigen zwischenzeitlich echtes Interesse vor der unausweichlichen Lethargie.

    Die Mimik und Gestik der meisten Gäste auf den Fotos drückt aus: „Hoffentlich kann ich bald wieder nach Hause!“

    Dagegengestellt die bemühte Frische der Redner, die aber nicht wirklich ankommt.

    Warum muss das alles so peinlich und schwierig sein?

    1. Ich habe schon den ganzen Tag ein schlechtes Gewissen wegen meines Beitrags, weil er ungerecht war. Bei Allen, die sich davon verletzt gefühlt haben sollten, entschuldige ich mich hiermit; es tut mir Leid.

      Kommunikation ist eine schwierige und herausfordernde Sache, und öffentliche und persönliche sowieso. Und das Wirtschaftsforum finde ich auch eine gute und wichtige Institution, und in angemessenem, gar auch zielführendem Ambiente.

      Ich finde auch die angesprochenen Themen sauber und wichtig.

      Also, von mir gesehen aus: Gerne und bitte weiter so! Und: Sorry, mein Fehler.

      P. S.: Bin ich jetzt rehabilitiert?

  2. Die Besucher, Sprecher und auch das Ambiente des Veranstaltungsraums sehen mir ziemlich alt aus. Ich wusste gar nicht, dass man solche Gardinen noch bekommen kann.

    Aber was soll’s. Für die kleinen Läden an der Deisterstraße, die zurecht als eine Achse mit Potenzial hervorgehoben wird, habe ich sowieso kaum noch Geld übrig. Ich bin ja schon glücklich, wenn der Monat für Supermarkt und Stadtwerke reicht.

    Und ich bin jetzt gemein und sage, dass aus der Deisterstraße niemals ein lebenswertes Umfeld werden wird, weil es einfach eine Durchgangsstraße ist, und es gibt keine alternativen besseren Verkehrsführungen.

    Schon mit dem Fahrrad vermeide ich solche Nerv-Straßen immer, und auch als Fußgänger. Wenn, dann quere ich die Deisterstraße nur. Wenn aus der Straße je mal was werden sollte, dann müsste der Autoverkehr deutlich runtergeregelt werden.

    Der Schwarze Bär ist ja noch schlimmer. Dort ist es quasi unerträglich. Laut, und der Staub, und die Abgase von den Autos, und die Betonwüste, die im Sommer heiß werden kann, und die abgerissenen Fassaden der Häuser, und die vielfach gefährliche Verkehrssituation.

    Linden-Süd ist aber eigentlich keine schlechte Gegend, auch wegen der vielen Portugiesen, die da eine gewisse Herzlichkeit und auch Nachbarschaft reingebracht haben.

    Und, ach, was würde ich gerne noch mal dreigängig portugiesisch schlemmern. In Linden-Süd gibt’s ja besonders viele portugiesische (und ein paar spanische, was für mich das Gleiche ist beim Essen) Restaurants.

    Über Stunden kann man da essen. Vier Gänge; wir nehmen noch Pudding und Espresso. Und dabei in bester Atmosphäre Alkohol trinken, darunter Bier und Likör.

    Das ist Lebensqualität! Da kann es einem so gut gehen!

    Ich habe das seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gehabt. Als Student konnte ich mir das seltsamerweise noch locker leisten. Aber diese Zeiten scheinen zumindest für mich erstmal vorbei zu sein, und viele Andere haben auch nicht viel mehr Geld.

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