27. August 2017

Beim 46. Wirtschaftsforum erschienen ca. 40 Besucher, was weniger war als sonst üblich. Die geringere Teilnehmerzahl konnte auch am gleichzeitigen Beginn der Sommerferien gelegen haben. Durch die Veranstaltung führte Peter Hoffmann-Schoenborn und diese fand am 21.06.2017 in der >> Gaststätte Rackebrandt in Linden-Mitte statt. Hier geht es zur >> Einladung und hier zum letzten >> 45. Wirtschaftsforum und >> hier zu den früheren Wirtschaftsforen.

I. Belange des Wirtschaftsforums und der Standortgemeinschaften

Vier Mal im Jahr werden die Standortgemeinschaften zukünftig im Stadtanzeiger für anstehende Veranstaltung werben: Blaues Wunder, Lust auf Linden Süd, Limmerstraßenfest und Weihnachtsbeleuchtung/Weihnachtsmarkt.

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Stadtanzeiger mit Werbebeistpielen wie „Lust auf Linden Süd“ und der danebenstehenden Jahresplanung für insgesamt vier Termine.

 

Ihmezentrum, Stand der Dinge

Gerd Fahrenhorst, 2. Vorsitzender der Zukunftswerkstatt, stellte in einer Präsentation den Verein und seine Aktivitäten vor.
Seit Kurzem verfügt der Verein über eigene Räume, die inzwischen eingerichtet wurden und auch vermietet werden können (bis ca. 100 Personen). Die Vermietungen sind zur Kostendeckung notwendig. Buchungsanfragen bitte an >> mailto:raum@ihmezentrum.org.
Zu den nächsten Aufgaben gehört es u.a. die Kommunikation mit den Bewohnern/Eigentümern zu stärken, den Internetauftritt neu zu gestalten und die Gemeinnützigkeit zu erreichen.
Homepage: >> experimentihmezentrum.wordpress.com

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Gerd Fahrenhorst stellt die Zunftswerkstatt Ihme-Zentrum vor.

 

Drohnenrennen im Ihme-Zentrum

Martin Bennat von >> Spinfast Hannover stellte die Veranstaltung Drohnenrennen im Ihme-Zentrum vor, die am 02.09.2017 stattfinden soll. Dazu zeigte er ein Video, das >> hier angeschaut werden kann. In einem Artikel der >> HAZ wurde das Projekt näher beschrieben.

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Martin Bennat mit einer Drohne in der Hand

 

Aktuelles zum Ihme-Zentrum

Torsten Jaskulski, Cardea Immobilien GmbH, stellte den Stand zur Fassadensanierung dar. Der Architektenentwurf ist soweit fertig, dass Bauantrag gestellt werden kann. Die Architekten, die das Konzept vorgestellt hatten sind auch weiter beauftragt das weitere Einzelhandelskonzept zu ermöglichen bzw. zu planen. Interessenten für Mietflächen können sich direkt an Herrn Jaskulski wenden. Kontakt: >> cardea-immobilien.de
Letzter Stand zum Zeitpunkt dieses Berichtes: Die Eigentümergemeinschaft hat dem Bauantrag zugestimmt.

II. Lindener Geschichte / Aktuelle Themen

Industrie-Club Hannover e.V. – Lindener Wurzeln

Gudrun Benne, Geschäftsführerin Industrie-Club Hannover, stellte Aufgaben und Geschichte des Vereins mit Lindener Wurzeln vor. In zahlreichen Beispielen zeigte Sie die Verbindungen zur Lindener Industrie des 19. Jahrhunderts und die Lösungsansätze für das soziale Spannungsfeld zwischen Firmenführung und der Arbeiterschaft. Der Verein und ihre Mitglieder wählten ganzheitliche Ansätze, um den verschiedenen Interessen zu genügen und den wirtschaftlichen Fortschritt weiter voranzubringen – im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft. So kann der Vortrag vielleicht kurz zusammengefasst werden.
Siehe auch >> industrieclub-hannover.de

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Gudrun Benne, Geschäftsführerin Industrie-Club Hannover

 

Initiative Gemeinwesendiakonie – Praktikumsplätze und Paten für Flüchtlinge, Schulabbrecher und Schulabgänger gesucht

Margarethe von Kleist-Retzow und Janine Weiß stellen die Initiative Gemeinwesensdiakonie vor.
Die vier evangelischen Kirchengemeinden in Linden und Limmer öffnen sich gegenüber den Fragen, Sorgen und Interessen, die Bewohnerinnen und Bewohner in unmittelbarer Nähe bewegen“, heißt es einleitend in der Präsentation. Dabei spielt das Engagement für Flüchtlinge eine bedeutende Rolle.
Es werden Betriebe für die berufliche Orientierung gesucht und Paten, die diese Jungen Menschen eine Zeit lang begleiten.
Kontakt: >> Gemeinwesendiakonie/teilnehmende_gemeinden/limmer_linden

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Margarethe von Kleist-Retzow und Janine Weiß (Mikrofon)

 

„Begrüntes Hannover“ – Förderprogramm der LHH zur Gebäudebegrünung und zur Minimierung der Flächeninanspruchnahme

Jana Lübbert, Diplom Biologin und vom BUND Region Hannover, erklärte das Förderprogramm zur Dach-und Fassadenbegrünung. Durch den städtischen Wärmeinseleffekt ist es in den Städten wärmer, als in der Umgebung. Die dadurch entstehenden Belastungen können durch Begrünungen und Entsiegelungen vermindert werden, was das Leben in den Städten vor allem im Sommer auch angenehmer macht.
Zielgruppen sind private Hauseigentümer, Gewerbetreibende, Multiplikatoren (Architekten, etc) und Fachfirmen. Es gibt finanzielle Zuschüsse bis zu 1/3 der Kosten der förderfähigen Maßnahmen.
Kontakt: >> begruentesHannover.de

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Jana Lübbert

 

III. Bauen und Infrastruktur – der öffentliche Raum

Peter Hoffmann-Schoenborn führte in das Thema mit einer Präsentation ein. Dabei verglich er die früheren „Pferdekutschen“-Zeiten mit heute und stellte die Frage warum wir uns heute – zugespitzt ausgedrückt – nicht mehr so wohl fühlen würden. In der Nachkriegszeit wurde die autogerechte Stadt geplant und es gibt Nutzungskonflikte. Das Austarrieren der verschiedenen Interessen und das Mitwirken um „unsere städtischen Räume wiederzubekommen“ ist Ziel des Wirtschaftsforums – damit „das Leben in Linden liebenswert bleibt„.

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Peter Hoffmann-Schönborn – „Damit das Leben in Linden liebenswert bleibt

 

Wirtschaftsförderung jenseits von Parkplätzen – wie steigern wir die Attraktivität unseres Stadtteils

Oliver Thiele ist Initiator der PlatzDa!-Initiative und möchte nicht über Konflikte sprechen. Sie sind davon überzeugt, das „wir mit Konflikten gar nicht vorankommen„. Es ist viel mehr die Frage: Wie kriegen wir Wirtschaftsförderung und liebenswerte Stadt zusammen. Dafür möchte er drei Impulse geben.
Als Ausgangspunkt zitierte er den bekannten Stadtplaner Jan Gehl. Dieser hat als wichtigen Indikator für eine lebenswerte Stadt die Anzahl von Kindern und alten Menschen auf Straßen und Plätzen genannt. Entscheidend sei die „Lebensqualität und nicht die breitesten Straßen und meisten Parkplätze“ und „Investoren, Unternehmen, Großereignisse und Menschen ziehe es in die lebenswerteren Städte„.
Der Hauptgedanke von Oliver Thiele ist es, dieses Lebenswerte mit Wirtschaftsförderung zu verbinden.
In der weiteren Präsentation wurden drei Impulse formuliert für den Lindener Markt,  Falkenstraße, Limmerstraße und Linden allgemein. Siehe >> Präsentation

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Oliver Thiele

 

Fisch-Hampe: „Der Fischhändler ging“ – ein Erklärungsversuch

Klaus Öllerer (*) trug mit einer Präsentation sein in persönlichem Kontakt mit den beteiligten Personen bei Fisch Hampe gewonnene Erklärung für die Ladenschließung vor.

Am 18.03.2017 beendete das Traditionsgeschäft Fisch-Hampe in Linden-Nord den Ladenverkauf. Der Partyservice wird durch Martina Kreinhacke weiter geführt (>> Fisch-Hampe.de). Ihr Bruder Ingmar Hampe führt seine berufliche Laufbahn seit dem Ladenschluss in einer anderen Branche weiter.
Für viele Menschen war diese Schließung wie ein Schock.  Die hannoverschen Zeitungen berichteten ausführlich darüber.
Ingmar Hampe erklärte in einem fünfseitiges Papier Ursachen und Zusammenhänge wie sie seiner Erfahrung entsprechen. Die lokale, jahrzehntelange autofeindliche Politik wurde dabei als Hauptursache scharf kritisiert. Die letzte Abpollerung am Kötnerholzweg führte dolchstoßartig dann zur Ladenschließung. Die sozialen Konflikte mit einem benachbarten Wettbüro hatten sich schließlich durch die letzte Parkplatzvernichtung unzumutbar verschärft.
Bei Teilen der lokalen Politik stieß die Kritik von Ingmar Hampe auf scharfe Ablehnung. Dabei werden als Ursache für die Schließung private Gründe verbreitet, was aus Sicht des Vortragenden mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Auch hat Niemand vor den Ladenverkauf eines Tages wieder zu eröffnen wie ebenfalls unzutreffend verbreitet wird.
Bisher hat überraschenderweise von den Kritikern niemand versucht mit den beiden ursprünglichen Ladenbetreibern zu reden.

Mehr:
>> Präsentation — Nachfragen bitte per >> E-Mail
>> Ingmars Klartext: Danke und … – das 5-Seitige Papier
>> Fischgeschäft: Letzte Abpollerung war wie „Dolchstoß“ und die Kritik der Kritiker
>> mehr Artikel zu Fisch-Hampe

 

Die Präsentation des Vortragenden endete mit fünf Thesen zur Politik der Parkplatzvernichtung in Linden.

 

„Der Dolchstoß“ – eine Replik

Bezirksbürgermeister Rainer Grube sieht als Ursache der Schließung des Ladengeschäftes Fisch-Hampe ausschließlich private Gründe, die er kennt, aber über die er nicht reden dürfte.
Als zentrale Aussage im fünfseitigen Papier von Ingmar Hampe nannte er das folgende Zitat:
Der Bezirksrat hat uns weg geplant – beantragt von Autohassern – und von allen Parteien abgenickt. Vielen Dank bei der aktiven Sterbehilfe!“
Rainer Grube stellte die rhetorische Frage, was es denn für Gründe gäbe, wenn es keine wirtschaftlichen gibt. Für ihn sei klar, dass er dann auch das Geschäft nicht zumachen würde – es sei denn, dass es andere Gründe gäbe.
Es gäbe kaum ein weiteres Geschäft in Linden, was derart häufig vom Bezirksrat und anderen mit Aufträgen versehen worden ist. Doch das scheint bei den „Hampes“ nicht richtig angekommen zu sein, so Rainer Grube.
Er betonte, dass sie sich nichts vorzuwerfen hätten.
Ein offener Brief von Bezirksbürgermeister Rainer Grube an die Familie Hampe wurde am Ende seines Beitrages verteilt und kann downgeloadet werden.
>> Offener Brief an Familie Hampe

In seiner anfänglichen Einführung warf Bezirksbürgermeister Rainer Grube dem Vorredner Klaus Öllerer vor auf der Internetseite halloLindenLimmer.de aus der Berichterstattung Profit zu schlagen und Hassreden zuzulassen – und desweiteren als Berichterstatter des Wirtschaftsforums ihn sehr falsch zur Drogenpolitk wiedergegeben zu haben.
Eine entsprechende Antwort von Klaus Öllerer dazu gibt es >> hier

 

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Offener Brief von Bezirksbürgermeister Rainer Grube an Familie Hampe

 

Der Beitrag „Der Fisch-Hampe – und was wir für die wirtschaftliche Entwicklung Linden-Limmers daraus lernen können“ / Herr Jörg Schimke“ ist auf den nächsten Termin des Wirtschaftsforums verschoben.

Der Termin für das 47. Wirtschaftsforum ist der 01.11.2017 wieder bei >> Gaststätte Rackebrandt.

Klaus Öllerer
06.08.2017
Letzte Änderung 28.08.2017: nächsten Termin hinzugefügt

* Der Vortragende ist auch der Ersteller dieses Berichtes.

 

 

 

 

 

Kommentare

  1. Seit ich hier mitlese und -schreibe, gibt und gab es niemals „Hasskommentare“ auf halloLindenLimmer.de, wie Herr Grube behauptet. Nicht einen einzigen, und dafür musste noch nicht mal groß moderiert werden, weil die Stimmung hier von alleine friedlich ist.

    Da scheint der Herr Grube, immerhin Bezirksbürgermeister, wohl einigen Realitätssinn verloren zu haben. Das werde ich bei der nächsten Wahl berücksichtigen.

    Mir scheint, da ist was Größeres im Gange, und etwas Unehrliches. Jedenfalls ist es total wichtig, dass der freie Journalismus komplett bestehenbleibt.

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