11. August 2018

© Pham Phuong und Christina Trentou

Solarzellen auf dem Dach, Indoor-Farmen im ehemaligen Einkaufszentrum und eine moderne, einladende Fassade – Studierende der Leibniz Universität Hannover haben gemeinsam mit dem Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum Konzepte für einen nachhaltigen und kreativen Umbau des Quartiers entwickelt. Die besten Arbeiten wurden am Freitag (9. August) ausgezeichnet.

Wie gelingt der Umbau von Hannovers umstrittensten Quartier in ein neues Wahrzeichen? Ein halbes Jahr lang haben Bewohner, Forscher und Studierende Ideen entwickelt, um das Ihme-Zentrum neu zu beleben. Am Freitag nun wurden die Arbeiten der Studierenden der Leibniz Universität im Nachbarschaftszentrum Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum vorgestellt und prämiert. Gewonnen haben Fion Quantz & Moritz Rücker („Potentiale Tragwerk“), Maiwenn Guillouet („Produktive Stadt, Urban Farming“), Anh Pham Phuong & Christina Trentou („Weniger Energie“), Laura Kettler & Rebekka Siebert („Verbindungen) sowie Lu Zhang & Nikola Bisevac („Umnutzung Stadtwerke Turm“).
„Im Ihme-Zentrum liegt die Zukunft für eine neue Stadtqualität“, erklärt Architekt Michael Vogt, der das Seminar geleitet hat. Besonders der Umbau des Quartier in Bezug auf Nachhaltigkeit hatte einen besonderen Fokus: „Die Idee des Urban Farmings in den Brachen der Sockelgeschossen bietet die Chance auf einen Wandel zum Aushängeschild Hannovers. Lokale Lebensmittelherstellung und direkte
Vermarktung ist eine Möglichkeit, Stoffkreisläufe ökologischer und ökonomischer zu gestalten und gleichzeitig Mikroklima und Aufenthaltsqualität zu verbessern.“
Neben Vogt betreuten Prof. Hilde Leon, Prof. Zvonko Turkali, Prof. Margitta Buchert, Prof. Andreas Quednau, Prof. Dirk Bohne, Prof. Alexander Furche, Prof. Mirco Becker, Prof. Barbara Zibell sowie Prof. Michael Schumacher die Studierenden. Ein Semester lang beschäftigen sich die Studierenden des Instituts Entwerfen und Konstruieren unter Unterstützung ihrer Lehrenden, aber auch mithilfe von Stakeholdern aus dem Quartier mit innovativen Ideen, wie aus dem umstrittenen
Ihme-Zentrum ein Leuchtturm werden kann.
Im Rahmen der Reihe #ihmezentrum2025 wurden konkrete Ansätze gesammelt, wie das Stadtviertel landwirtschaftlich genutzt werden könnte, wie der weitestgehend leer stehende Sockelbereich zu einem produktiven Stadtlabor verwandelt werden könnte, wie es zu einem Plus-Energie-Quartier werden könnte und wie dort ein Mobilitäts-Hub entstehen könnte.
„Die Krise des Sockelbereichs im Ihme-Zentrum ist im Grunde genommen eine große Chance“, erklärt Gerd Runge, Architekt und Vorstandsmitglied der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum. „Durch die Zusammenarbeit mit der Uni entstanden realistische Entwicklungsansätze und tolle Konzepte, die weit über das hinaus gehen, was bislang offiziell für das Quartier vorgestellt wurde.“
So sei vor allem im Bereich der energetischen Sanierung und für die Neunutzung der rund 100.000 leer stehenden Quadratmeter konkrete Ideen entstanden, um das Ihme-Zentrum mit seinem Umfeld zusammen wachsen zu lassen.
„In der Reihe #ihmezentrum2025 haben wir gemeinsam mit Bewohnenden des Ihme-Zentrums, Wissenschaftlern und Interessierten untersucht, wie das Quartier ein Leuchtturm werden kann“, so Constantin Alexander, neben Gerd Runge einer der Kuratoren der Reihe, die vom Innovationsfonds der Landeshauptstadt Hannover gefördert wurde.
Weitere Partner waren neben der Leibniz Universität u.a. die Leuphana Universität Lüneburg, h1, die Heinrich-Böll-Stiftung, die Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Verein zur Förderung der Baukunst und Hannover Voids.
„Wenn Hannover 2025 Europäische Kulturhauptstadt ist sollen die Besuchenden zum Ihme-Zentrum kommen und sich anschauen, wie aus einer Ruine ein neues Wahrzeichen geworden ist.“ Im Kern stünde dabei die Idee, aus dem Quartier eine Sonderwirtschaftszone zu machen. „Das Ihme-Zentrum bietet sich als Labor an, um hier neue Ansätze einer nachhaltigen und kreativen Stadtentwicklung
auszuprobieren“, so Alexander.
Die Konzepte der Studierenden und die Ergebnisse aus den anderen Workshops und Vorträgen wurden in einer Broschüre gesammelt, die ab sofort für 5 Euro zu kaufen ist. Die Broschüre erhalten Sie unter
zukunft@ihmezentrum.info. Mehr Informationen zur Reihe #ihmezentrum2055 finden Sie unter www.ihmezentrum2025.de.

Kommentare

  1. -„In der Reihe #ihmezentrum2025 haben wir gemeinsam mit Bewohnenden des Ihme-Zentrums, Wissenschaftlern und Interessierten untersucht, wie das Quartier ein Leuchtturm werden kann“….

    Und wieder sind die Entscheider innerhalb des Gebäudes gar nicht erwähnt.

    Ach halt, nein, auf der letzten Eigentümerversammlung gab es ja den „Antrag“ Solardach. Wurde zurückgeschickt nach dem Motto „macht erstmal ein richtiges Konzept mit Zahlen zur Durchführung und Finanzierbarkeit, dann kann auch darüber abgestimmt werden“.

    Bis dahin werde ich mich an der Hipster-Sprache mit Begriffen wie Urban Farming, Mobilitäts-Hub und Stadtlabor erfreuen…….;-)

    1. – „Bis dahin werde ich mich an der Hipster-Sprache mit Begriffen wie Urban Farming, Mobilitäts-Hub und Stadtlabor erfreuen…….;-)“

      Das Ihmezentrum macht ja sogar auf Permakultur. Permakultur, das sind für manche Leute Tomatenpflanzen in schwarzen Plastiktöpfen aus Rohöl und Ruß. Die stellen sie dann aufs heiße Dach und gießen sie in Gummistiefeln aufopferungsvoll täglich mit der Gießkanne. Wenn die Pflanzen nicht schon bald eingegangen wären. – Die Hitze. Da kam man nicht nach. Aber es ist ja überall so.

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