29. August 2018

Siehe auch: Bezirksrat: Sicherheit u. Ordnung + IGS Linden + Sanierungskommission + Wasserstadt + mehr – am 29.08.2018

————————-

Landeshauptstadt Hannover – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Befragung zum Thema Sicherheit und Ordnung im Öffentlichen Raum

Ergebnisse des sechsten Bürger-Panels vorgestellt

Stadtkämmerer und Ordnungsdezernent Dr. Axel von der Ohe hat heute (29. August) die Ergebnisse der BürgerInnen-Befragung zum Thema Sicherheit und Ordnung im Öffentlichen Raum vorgestellt.

Dr. Axel von der Ohe erklärte: „Die Ergebnisse der Befragung belegen die hohe Bedeutung der Themen Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit und bestätigen damit den mit dem Konzept für Ordnung und Sicherheit im öffentlichen Raum eingeschlagenen Kurs. Zugleich erhalten wir aus dem Panel wichtige Vorschläge und Anregungen, die bei der weiteren Umsetzung berücksichtigt werden sollen.“

Das Bürger-Panel Hannover besteht seit 2012. Es hatten sich auf Einladung des Oberbürgermeisters 2.850 EinwohnerInnen bereit erklärt, daran teilzunehmen. Von 2012 bis 2016 haben fünf Befragungen über das Bürger-Panel stattgefunden. Dabei wurden folgende Themen behandelt: Mobilität, außerschulische Bildung, Sport, Hannover 2030 sowie freiwilliges und ehrenamtliches Engagement.

Die letzte Neueinladung von HannoveranerInnen erfolgte nach einer Zufallsauswahl aus dem Einwohnermelderegister im Oktober 2017. Es wurden 5.100 Menschen eingeladen und um Mitwirkung am Bürger-Panel gebeten. 900 Personen sind der Einladung gefolgt. Damit umfasst das Bürger-Panel derzeit 3045 TeilnehmerInnen.

Für die aktuelle Befragung über das Bürger-Panel, die am 9. März 2018 startete, wurden 2.962 TeilnehmerInnen angeschrieben. Der Befragungszeitraum endete am 25. März 2018. 1.739 Befragte haben die Fragen beantwortet, deren Ergebnisse nun vorliegen. Dies entspricht einem Rücklauf von 58,7 Prozent. 85 Prozent der Befragten haben online und 15 Prozent per Post teilgenommen.

Thema der sechsten Befragung

Mit der sechsten Befragung waren die TeilnehmerInnen des Bürger-Panels gebeten worden, ihre Meinungen zum Thema Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum mitzuteilen. Anlaßfür die Befragung war, dass auch in Hannover ein zunehmendes Bedürfnis nach Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum vorhanden ist. Für die Stadtverwaltung war dies der Grund, das bisherige Handeln in diesem Bereich zu hinterfragen und den Veränderungsbedarf zu klären. Dies sollte und soll weiterhin im Dialog mit den HannoveranerInnen geschehen. Das Bürger-Panel stellt dabei ein wichtiges Instrument dar, die Meinungen von EinwohnerInnen in den Veränderungsprozess einfließen zu lassen.

Die Ergebnisse der Befragung:

Hoher Stellenwert von Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung

Die Ergebnisse des sechsten Bürger-Panels bestätigen die hohe Bedeutung des Themas „Sicherheit“ für die HannoveranerInnen. 81,2 Prozent der Befragten entscheiden sich für dafür, „Sicherheit“ als „sehr wichtig“ zu bewerten, 96,6 Prozent wählen „sehr wichtig“ oder „wichtig“. Aber auch „Sauberkeit“ (92,7 davon 53,4 „sehr wichtig“) und „Ordnung“ (88,3 Prozent, davon 48,3 Prozent „sehr wichtig“ wird ein hoher Stellenwert eingeräumt (Grafik 1).

Hohes Sicherheitsempfinden tagsüber

84,9 Prozent der Befragten fühlen sich tagsüber in ihrem eigenen Stadtteil „sehr sicher“ oder „sicher“. In „Hannover allgemein“ geben 79,5 Prozent an, sich tagsüber „sehr sicher“ oder „sicher“ zu fühlen und in der „Innenstadt“ sind es 66,1 Prozent (Grafik 2).

Starke Unterschiede im Sicherheitsgefühl zwischen Tag“und abends bzw. nachts

Das Gefühl der Unsicherheit und die Häufigkeit des Meidens bestimmter Orte stehen in einem starken Zusammenhang mit der Tageszeit. Das Unsicherheitsgefühl hinsichtlich bestimmter Orte (z.B. Parks- und Grünanlagen, Parkhäuser/Tiefgaragen, U-Bahn-Haltestellen unterirdisch) ist abends/nachts teilweise mehr als dreimal so hoch wie am Tag (Grafik 19).

Der „eigene Stadtteil“ wird mit 57,7 Prozent noch von einer Mehrheit auch abends und nachts als „sicher“ empfunden. Für „HannoverInnen allgemein“ (41,5 Prozent) ist es aber weniger als die Hälfte und für die „Innenstadt“ (29,6 Prozent) weniger als ein Drittel der Teilnehmenden, die diese Einschätzung teilt. Für diese beiden Stadtbereiche wählt auch mehr als ein Drittel die Bewertung „teils-teils“ (Grafiken 4 und 5).

Besonders starkes Unsicherheitsgefühl von Frauen abends und nachts an konkreten Orten

Der Anteil der Frauen, der bestimmte Orte meidet, ist bereits tagsüber höher als bei den Männern: Fast dreimal so viele Frauen meiden „Tunnel/Unterführungen“. „Bestimmte Orte in der Innenstadt“ meiden 8 Prozent mehr Frauen, den Raschplatz 6 Prozent mehr (Grafik 17).

Abends und nachts ist es dann sogar die überwiegende Mehrheit der Frauen, die bestimmte im Fragebogen abgefragte Orte meidet. Sehr hohe Werte für Orte, die von Frauen abends und nachts gemieden werden, beziehen sich auf: „Parks- und Grünanlagen“ (82,9 Prozent), „Tunnel und Unterführungen“ (82,2 Prozent), den „Raschplatz“ (72,7 Prozent) und „bestimmte Orte in der Innenstadt“ (58,0 Prozent) (Grafik 20).

Raschplatz und Steintorviertel

Der Raschplatz stellt nach Ansicht der Befragten einen deutlich unsicheren, stärker zu vermeidenden und unsaubereren Ort in Hannover dar als andere.

Bei den ergänzenden Textangaben zur Konkretisierung der „bestimmten Orte in der Innenstadt“ ist neben dem Raschplatz der am häufigsten gemiedene Ort, sowohl tagsüber als auch abends, für Männer und Frauen, das Steintorviertel (mehr als 50 Prozent der Textangaben zu dieser Frage beziehen sich darauf).

Bedeutung des eigenen Stadtteils – je vertrauter, desto positiver die Bewertung

Der eigene Stadtteil schneidet sowohl bei der Frage nach dem Sicherheitsgefühl als auch nach der Zufriedenheit mit der Sauberkeit besser ab als die „Innenstadt“ und „Hannover allgemein“. Im eigenen Stadtteil fühlt sich ein höherer Anteil der Befragten sicher als in allen anderen Stadtgebieten (Mittelwert 1,8 gegenüber 2,2 und 2,0 tagsüber/2,4 gegenüber 3,1 und 2,8 nachts). So meiden auch „nur“ 28,1 Prozent der Frauen abends und nachts „bestimmte Plätze im eigenen Stadtteil“, aber 58 Prozent „bestimmte Plätze in der Innenstadt“. Eine Mehrheit aller Befragten bewertet den eigenen Stadtteil auch sauberer als die „Innenstadt“ oder „Hannover allgemein“. (53,5 Prozent gegenüber 40,3 Prozent und 43,3 Prozent). (Sicherheit: Grafiken 4, 5 und 20, Sauberkeit: Grafik 8)

Mehrheit befürwortet eine Erhöhung der Präsenz von Polizei und städtischem Ordnungsdienst

Fast 60 Prozent der Befragten befürwortet eine Erhöhung der Präsenz der Polizei im Stadtgebiet (etwas mehr Männer als Frauen, deutlich mehr Ältere als Jüngere). Mehr als die Hälfte der BefragungsteilnehmerInnen spricht sich auch für eine Ausweitung der Präsenz der städtischen Ordnungsdienste (ohne Politessen) aus (Grafik 11).

Die wichtigste Rolle spielt der Wunsch nach gesteigerter Präsenz der Polizei im öffentlichen Raum auch bei den textlichen Vorschlägen der Befragten zur Erhöhung der Sicherheit. Über 500 Personen machen Vorschläge hierzu, davon nennen fast 50 Prozent „mehr Polizei“, gefolgt von der Forderung nach „mehr Sicherheitspersonal und städtischem Ordnungsdienst“ (22,7 Prozent).

Große Zustimmung zu den Maßnahmen des Rates für Sicherheit und Ordnung

Die Meinung zur Präsenz von Polizei und städtischen Ordnungskräften deckt sich auch mit der Beurteilung der Maßnahmen des Rates durch die Befragten: Mit Ausnahme der „Neuregelung der Straßenmusik“ (37,4 Prozent) erhalten alle Maßnahmen sehr hohe Zustimmungswerte. Der „Ausbau der Sicherheitspartnerschaft“ und das „Untersagen des aggressiven Bettelns“ werden von 85 Prozent befürwortet, der neue „städtische Ordnungsdienst“ von 75 Prozent, und auch der Beauftragung eines „privaten Sicherheitsunternehmens“ und der „Einrichtung eines Trinkraums“ stimmen 59 und 58 Prozent zu (Grafik 26).

Die „Neuregelung der Straßenmusik“ wird umso weniger befürwortet, je jünger die Befragten sind (Grafik 27).

Sauberkeit in „öffentlichen Verkehrsmitteln allgemein“ und im „Hauptbahnhof“ am besten bewertet

Bei einem Vergleich der drei Stadtbereiche (Hannover allgemein, Innenstadt, eigener Stadtteil) schneidet der eigene Stadtteil bei der Zufriedenheit mit der Sauberkeit am besten ab. Nach konkreten Orten gefragt, fällt die Bewertung der Sauberkeit von „Straßen und Gehwege im eigenen Stadtteil“ aber negativer aus als die von „öffentlichen Verkehrsmitteln allgemein“ und dem „Hauptbahnhof“, beide werden als sauberer empfunden als diese (Mittelwerte 2,4 gegenüber 2,6, 1 = sehr sauber, 5 = sehr unsauber) (Grafik 23).

Es wurden auch viele Textvorschläge seitens der PanelteilnehmerInnen für die Erhöhung von Sauberkeit und Ordnung in Hannover gemacht. Die häufigsten Vorschläge sind: „Häufigere Reinigung im öffentlichen Raum“, „mehr und bessere Mülleimer“ sowie „mehr Kontrollen von Sauberkeit und Ordnung“.

Störende Sachverhalte oder Personen im Umfeld – Häufigkeit des Vorkommens

Von den fünf als am stärksten störend bewerteten Sachverhalten wird nur der „Hundekot auf Gehwegen“ auch „oft“ im eigenen Umfeld genannt (64,2 Prozent , davon 34,0 Prozent „sehr oft“). Andere besonders störende Sachverhalte (z.B. „Drogendealer/Drogenabhängige“ und „Schlägereien in der Öffentlichkeit“) werden im Vergleich dazu deutlich seltener aufgeführt (21, 4 Prozent und 13,9 Prozent „sehr oft“ oder „oft“ (Grafiken 14 und 15).

Struktur des Ergebnisberichts

Der vorliegende Ergebnisbericht ist anhand der Fragen des Fragebogens in 13 Kapitel gegliedert, die die Befragungsergebnisse hauptsächlich in Form von Tabellen und Grafiken darstellen. Ausgenommen sind Kapitel 10 und 12, welche sich mit der Auswertung von Textangaben der Befragten befassen. Kapitel 14 enthält eine Zusammenfassung der Ergebnisse in Textform.

Zu finden auf: >> https://www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Politik/Wahlen-Statistik/Statistikstellen-von-Stadt-und-Region/Statistikstelle-der-Landeshauptstadt-Hannover/Ver%C3%B6ffentlichungen/B%C3%BCrger-Panel verweisende Kurz-URL: >> www.hannover.de/buerger-panel

 

29.08.2018

 

 

Kommentare

  1. – „Die Ergebnisse der Befragung […] bestätigen […] den mit dem Konzept für Ordnung und Sicherheit im öffentlichen Raum eingeschlagenen Kurs.“

    Das stimmt was mit der Reihenfolge nicht.

    Die Befragungsergebnisse hatte Stadtdezernent von der Ohe (SPD-Karrierist; sein Vorgänger ist direkt in den enercity-Vorstand gewechselt) am selben Tag auch im Bezirksrat vorgestellt.

    Beim anschließenden „Austausch“ mit Einwohnern hatten viele von diesen noch wichtige offene Bedürfnisse und Sorgen, die aber bei ihm offenbar keine neuen Erkenntnisse brachten bzw. auch keinen Handlungsbedarf eröffneten. Seine Antworten und Lösungen hatte er schon und stellte sie nur vor; Kritik (etwa am (fehlenden) nächtlichen Ordnungsdienst) und weiterhin offene Anforderungen ließ er, aktiv unterstützt durch die Moderation des grünen Bezirksbürgermeisters und Steigbügelhalters Grube, abblitzen.

  2. Hier nur ein wenig chaotisch auf die Schnelle einige Anmerkungen.

    – Sicherheit im öffentlichen Raum:
    Ich schreibe stellvertretend für viele Menschen , mit den ich oft die Öffis benutze, sowie mit Nachbaren mit den wir uns austauschen.
    Schlimm finden wir in der Nacht und besonders an Wochenenden, die herumziehenden Banden , die unter Alkohol , Drogen einfach mutwillig öffentliches Mobiliar zerstören – regelmäßiges Aufbrechen von Mülleimern-mit Entleeren des Inhalts auf den Bürgersteig, Einschlagen der Scheiben der Wetterschutzüberdachungen an den Haltestellen- Diese Banden halten sich auch oft auf Spielplätzen aus. beliebt ist u.a. der Spielplatz im Schwanenring.
    Die Orte an den ich es persönlich oft realisiere – Kreuzung : Hannoversche /Misburgerstr/Osterfelddam
    2. Sauberkeit
    a Haltestellen. Es gibt besonders schmutzige Haltestellen :z.B. breite Wiese Richtung stateinwärts – sehr frequentierte Haltestelle; – die nicht alltäglich gereinigt wird. Aeginientorplatz – ebenerdig un d viele Haltestellen der Regiobusses.
    b. Grünflächen entlang der Straßen – Müll in Gebüschen – der Monate- oder auch jahrelang dort verweilt.
    In Eigeninitiative entfernen Einwohner derVogelsiedlung beim Vorbeigehen den Müll . Ähnliche Flächen gibt es in jedem Stadtteil – bes. in der Nordstadt.

    Zu den Müllhalden nach den regelmäßigen Events in der Stadt müssen wir uns ja nicht mehr äüßern.

    Regelmäßge Belagerung der geschäftshauseingänge, Tunnels mit dem Hab un Gut der Obdachlosen .
    Es ist an der Zeit , dass Soziologen Konzepte entwickeln, wie man der Phänomenen begegnen kann. Ich selbst begegne den in meiner ehrenamtlichen Arbeit oft un wäre sehr interessiert an Zusammenarbeit bei solchen Konzepten.
    Vorschläge : ( außer regelmäßigem Reinigen)
    An Haltestellen. Rauchverbot -( besteht bereits in mehreren europäischen Ländern)
    bzw. Ausweisen von Stellen zum Rauchen
    Vielleicht auch Erziehen der Raucher (ich selbst bin Raucher )- das Entsorgen von Zigarettenstummeln in kleine Dosen)
    Hinweise zur Ordnungshaltung – deutlich -oder auf dem Boden -oder hinter der Glasscheibe -unmissverständlich. Piktogramme werden auch nicht von Allen verstanden.
    Hinweise – das das Vermüllen eine Ordnungswidrigkeit ist und mit Busgeld belangt wird.
    Wenn man Menschen direkt darauf aufmerksam macht erhält man oft beleidigende Antworten.
    An den Ustra Ubahnstellen – könnten über das Fernsehen – regelmäßig diese Hinweise gesendet werden.
    Am Kröpke, in der U-Bahn und am HBF – könnten vielleicht die Sicherheitskräfte , die meistens im Dreierpack die Gegend durchstreifen die Menschen direkt darauf hinweisen, die Ordnungswidrigkeiten begehen.
    Das Essen in den Öffis st auch ein Problem. Verdreckte Sitze – und dann der Kleidung der Passagere sind die Folge. Die Ustra schreibt zwar , sie kommt für solche Schäden auf … –
    Lautes Telefonieren und noch schlimmer mit mit gleichzeitigen Hören der Antworten des Gesprächspartners, Gespräche ,den man oft nicht entfliehen kann.

    Das legen der Füße auf die Sitze – passsiert auch unabhänging vom Alter und sozialem Status.

    Insgesamt – fänden wir eine öffentliche , invasive – per facebook, twitter – alle möglichen Medien, – Poster -Hinweistafeln Aufklärung und Aufrufen zum Einhalten von Sauberkeit und Ordnung und Ensprechendem Verhalten an öffentlichen Räumen.
    Nicht zu Vergessen ist, das die falsch verstandene persönliche Freiheit oft die Unfreiheit und Belästigung von Mitmenschen bedeutet

    Neue Situationen – brauchen neue Regelungen.
    Es herrscht die Meinung, dass wir „überreguliert“ werden . Wenige Menschen verstehen, dass Regeln sekundär, meistens aufgrund von Konflikten entstehen.
    Es wäre sinnvoll, wenn bei diesen Problemen alle Parteien an einem Strang ziehen würden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.