5. März 2019

Positionspapier zu den Hochbahnsteigen in der Limmerstraße der Beauftragten für Menschen mit Behinderungen des Landes Niedersachsen, der Region Hannover und der Stadt Hannover

Hannover, 20.02.2019

Die vor 10 Jahren in Kraft getretene Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN-BRK) fordert eine weitest gehende persönliche und eigenständige Mobilität für Menschen mit Behinderungen. Diese wird im Personenbeförderungsgesetz (PBefG) für den Bereich des Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) konkretisiert: § 8, Absatz 3 PBefG legt fest, dass in Nahverkehrsplänen die Belange für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen mit dem Ziel zu berücksichtigen sind, so dass die Nutzung des ÖPNV bis Januar 2022 vollständig barrierefrei möglich ist.

In der Region Hannover ist der barrierefreie Ausbau des ÖPNV in den vergangenen Jahren im Bereich der Hochbahnsteige und Bushaltestellen bereits konsequent fortgeführt worden. Dennoch wird das Ziel der vollständigen Barrierefreiheit bis 2022 nicht erreicht werden. Im Fall des verzögerten Ausbaus der Hochbahnsteige in der Limmerstraße sehen wir, die Beauftragten für Menschen mit Behinderungen des Landes Niedersachsen, der Region Hannover und der Stadt Hannover, keine Sachgründe, sondern lediglich das Bestreben unterschiedlicher Interessengruppen, den barrierefreien Ausbau und somit die Teilhabe von Personen mit Mobilitätsbeeinträchtigungen zu verhindern. Auch weitere Personengruppen profitieren vom barrierefreien Ausbau, wie zum Beispiel Eltern mit Kinderwagen, ältere Menschen und Personen mit Gepäck. Die im Raum stehende Reduzierung auf nur einen Hochbahnsteig entlang der Strecke würde eine erhebliche Verlängerung der Geh- und Rollstrecke zur nächstgelegenen Straßenbahn-Haltestelle bedeuten und dem Recht auf allgemein zugängliche Beförderung widersprechen. Auch der Einsatz von Niederflurbussen wäre kein adäquater Ersatz, da das Mehrzweckabteil erheblich weniger Platz für verschiedene Nutzergruppen bietet als ein Stadtbahnwagen TW 2000/3000.

Der Bau der drei Hochbahnsteige in der Limmerstraße ist aus unserer Sicht alternativlos. Wir fordern deshalb, die bereits beschlossenen Planungen der Region Hannover (BDs 0835 (IV) 2017) und der Stadt Hannover (BDs 1297/2017) unverzüglich umzusetzen.

Beauftragte für Menschen mit Behinderungen

Petra Wontorra
Land Niedersachsen

Sylvia Thiel
Region Hannover

Andrea Hammann
Stadt Hannover

 

05.03.2019

 

 

Kommentare

  1. Die im Raum stehende Reduzierung auf nur einen Hochbahnsteig entlang der Strecke würde eine erhebliche Verlängerung der Geh- und Rollstrecke zur nächstgelegenen Straßenbahn-Haltestelle bedeuten und dem Recht auf allgemein zugängliche Beförderung widersprechen.

    Wäre dieser weg nicht weiter für mobilitätseingeschränkte, wenn diese nur die Straße überqueren wollen aber erstmal 20 bis 40m Bahnsteig umrunden müssen?

  2. „…lediglich das Bestreben unterschiedlicher Interessengruppen, den barrierefreien Ausbau und somit die Teilhabe von Personen mit Mobilitätsbeeinträchtigungen zu verhindern.“

    Was für eine arrogante, selbstgefällige und unverschämte Stellungnahme…

    R.

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