27. April 2018

Titelbild: Messstation Göttinger Str.

Bei der letzten Bezirksratsversammlung, 25.04.2018, wurde über den Antrag der Grünen abgestimmt Dieselfahrzeuge von der Göttinger Str. fernzuhalten.
Der Antrag wurde angenommen bei drei Gegenstimmen (CDU, Piraten Einzelvertreter) und einer Enthaltung.

 

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Antrag

Entlastung der Göttinger Straße von Dieselfahrzeugen zum Schutz der Gesundheit der Wohnbevölkerung in Linden-Süd

Die Verwaltung wird aufgefordert, eine Lösung zu erarbeiten und umzusetzen, alle Dieselfahrzeuge mit unzulässigem und/oder erhöhtem Stickstoffdioxidausstoß aus dem Wohnstraßenbereich der Göttinger Straße zwischen Fischerhof und Deisterkreisel so lange fernzuhalten, bis die Grenzwerte für Stickstoffdioxid wieder eingehalten werden.

Begründung

Trotz Tempo 40 und eingeschränkten LKW-Verkehrs, werden seit 16 Jahren die Jahresmittelgrenzwerte von 40 μg/m³ Stickstoffdioxid (NO2) an der Göttinger Straße so deutlich überschritten, dass ernsthafte Gesundheitsgefahren und Einschränkungen der Lebenserwartung für die Bevölkerung an der Göttinger Straße, die der Dauerbelastung des Gases ausgesetzt sind, bestehen. Stickstoffdioxid ruft Entzündungen im Körper hervor, vor allem chronische Bronchienverengungen der Atemwege.

Die Landeshauptstadt Hannover selbst nennt die Ursachen der Grenzwertüberschreitung: „Der Hauptgrund dafür, dass der NO2-Jahresmittelgrenzwert noch nicht eingehalten werden kann, sind die tatsächlichen Emissionen der Diesel-Kfz. Unter Laborbedingungen halten die Fahrzeuge die Grenzwerte zwar ein, die für die jeweiligen Abgasnormen vorgeschrieben sind, im Realbetrieb auf der Straße liegen die Stickoxid(NOX)-Emissionen aber weit über den Grenzwerten. Selbst der Euro 6-Diesel hält den vorgegebenen Grenzwert von 80 mg/km nicht ein. Tests zeigen, dass Diesel-Pkw den Emissionsgrenzwert im Mittel 7-fach, im schlimmsten Fall bis über das 20-fache überschreiten“ (>> www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Umwelt-Nachhaltigkeit/Umweltinformation/Luft,-L%C3%A4rm-und-Strahlung/Luftg%C3%BCte,-Luftreinhaltung-und-Luftschadstoffe/Luftreinhalteplanungf%C3%BCr-Hannover/Aktuelles-zu-Umweltzone-und-Luftqualit%C3%A4t).

Hannover gilt in der öffentlichen Berichterstattung als Kommune, die wenig Maßnahmen ergreift, um die Wohnbevölkerung vor den Auswirkungen von Stickstoffdioxiden und Feinstaub zu schützen. Für gerichtsanhängige Bewertungen haben Maßnahmen, wie die Umleitung von Dieselverkehr, Straßensperrungen oder Umstiegshilfen auf ÖPNV und Radverkehr eine wesentliche Bedeutung.

Dr. Daniel Gardemin
Fraktionsvorsitzender
Bündnis90/Die Grünen

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Siehe auch:

>> Gedankenexperiment – Lösung für Dieselgate: Göttinger Str. wird zur Bürozone – und schon passen die Grenzwerte

>> hallolindenlimmer.de/schlagwort/dieselgate

 

2018.04.25_P4251937
Bezirksrat Linden-Limmer am 25.04.2018

 

27.04.2018

 

 

Kommentare

  1. – „Die Verwaltung wird aufgefordert, eine Lösung zu erarbeiten und umzusetzen“

    Das bedeutet zumindest, dass die Stadtverwaltung eine ausführliche, aufwändige und wiederum kritisierbare Stellungnahme abgeben muss. Der Luftqualitätsplan der Stadt wurde zuletzt 2011 aktualisiert. – Beschäftigung mit dem Thema Umweltschutz ist aber immer gut.

    – „alle Dieselfahrzeuge mit unzulässigem und/oder erhöhtem Stickstoffdioxidausstoß“

    Ich habe schon woanders geschrieben, dass diese Forderung schwer erfüllbar zu sein scheint, wenn alle konkreten Möglichkeiten dazu praxisfern sind. – Da sollte der Bezirksrat vielleicht mal selbst konkrete Vorschläge machen, aber der Verfahrenslage nach hat ja jetzt erst mal die Verwaltung den Schwarzen Peter, reagieren zu müssen.

    1. Selbst wenn man das Tut, was sicher nicht zulässig ist, würde das bestimmt nicht viel ändern.

      Interessant wäre es die Straße einfach mal für ein Wochenende zu sperren um zu sehen wie sich die werte verändern. In der Nacht zu Tag 2 müsste es dann einmal stark regnen oder die Straße gereinigt werden, damit die Ablagerungen dann auch noch weg sind.

      1. – „In der Nacht zu Tag 2 müsste es dann einmal stark regnen oder die Straße gereinigt werden, damit die Ablagerungen dann auch noch weg sind.“

        Es geht beim „Dieselgate“ keineswegs um Feinstaub, sondern um Stickoxide, NOx. – Diese einfachen Hausaufgaben sollten ja wohl schon erledigt sein. – Demnach wird der Diskutant zum Thema wohl erst mal aussteigen, bis er sich schlaugemacht hat.

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