2. März 2018

Antrag gem. § 10 der Geschäftsordnung des Rates der Landeshauptstadt Hannover in die nächste Sitzung des Bezirksrates

Fahrradverkehrsführung im Zuge der Errichtung des neuen Hochbahnsteiges Leinaustraße

Der Bezirksrat beschließt:

Die Verwaltung erarbeitet eine Planung zur Neuordnung des Fahrradverkehrs im Bereich des geplanten neuen Hochbahnsteigs Leinaustraße. Die Planung beinhaltet die Überplanung von Abbiegebeziehungen und neu zu erstellende Fahrradstraßen zur Umfahrung des Haltestellenbereichs.

Begründung:

Der neue Hochbahnsteig Leinaustraße stellt mit 9,30 Meter Breite, 85 Meter lichter Länge und 3,50 Meter Höhe ein erhebliches Bauwerk mitten auf einer wichtigen Verkehrsfläche dar. Aus städtebaulicher Sicht teilt das Bauwerk nicht nur die Limmerstraße in einen vorderen und einen hinteren Bereich, sondern liegt auch als Riegel in der Nord-Süd-Achse zwischen Nordstadt und Linden-Mitte. Vor allem Rad Fahrende und zu Fuß Gehende werden im direkten Haltestellenbereich und auch im Umfeld durch das Bauwerk stark behindert. Die Grüne Bezirksratsfraktion hatte darauf bereits 2012 aufmerksam gemacht (Nr. 15-0677/2012 F1):
„Der vorgeschlagene Standort für die Haltestelle Leinaustraße, zwischen der Stadtsparkasse und Edeka, liegt vor der Fahrradstraße Pfarrlandstraße, die die wichtigste Verbindung für Radfahrer/innen zwischen den Stadtteilen Linden und Nordstadt (mit einer ausgesprochen hohen täglichen Nutzerzahl) ist. Diese Verbindung ist in der Lage alternativlos, da auch die nächstmögliche sinnvolle Achse (Otto-Wels-Str.) durch die Haltestelle verstellt ist. So werden die beiden umweltverträglichsten Verkehrmittel der Zukunft (Bahn und Rad) unzulässig gegeneinander ausgespielt.“

Die Verwaltung hatte dazu geantwortet:

„Alternativen für die Radverkehrsachse können ggf. im Rahmen der Genehmigungsplanung entwickelt werden.“

In der Drucksache0835 IV BDs der Region Hannover (Anlage 4 der DS 1297/2017 E1) heißt es zudem:
Voraussetzung für den Standort „Offensteinstraße“ ist die Entwicklung von Lösungen für folgende Fragestellungen: (…) Optimierung der Radverkehrsführung zwischen Kötnerholzweg und Offensteinstraße bzw. Pfarrlandstraße.“

Die Verwaltung wird demgemäß gebeten, auf Grundlage der Vorschläge in der Anlage 1 für eine Umleitung und Ergänzung der vorhandenen Fahrradstraße sowie unter Einbeziehung der Einfädelung von Radfahrenden und Fußgehenden in die Fußgängerzone Limmerstraße im Haltestellenbereich ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten.

Insbesondere die Anbindung der bestehenden Fahrradstraße aus der Nordstadt an den Kötnerholzweg ist zu gewährleisten. Eine Umwidmung der Leinaustraße/Velberstraße in eine Fahrradstraße ist dabei zu prüfen (siehe Anlage 1).

Dr. Daniel Gardemin
Fraktionsvorsitzender Bündnis90/Die Grünen

 

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02.03.2018

 

 

 

 

Kommentare

  1. Die Elisenstraße als Radfahrer-Umleitung ist ziemlich eng. Es handelt sich um eine Einbahnstraße in westlicher Richtung, Radfahrer frei. Aufgrund der Enge ist Überholen von Radfahrern für Autofahrer nicht möglich und bei Begegnungen muss in langsamer Fahrt Maß gehalten werden. Für den Kfz-Anliegerverkehr ist die Elisenstraße auch auf diesem Abschnitt unverzichtbar.

    Ansonsten wird es wohl demnächst an beiden Enden des Hochbahnsteigs Engstellen geben, wo Radfahrer dicht an der Außengastronomie und sich drängenden Passanten vorbei im womöglich nicht sehr stumpfem Winkel die gefährlichen Bahngleise queren müssen.

    Da kann man bestimmt mit mehr als 10 (keine Ahnung, wahrscheinlich mehr) verkehrsplanerisch verursachten Unfällen pro Jahr rechnen, die die politischen Gegner der Limmerstraßen-Hochbahnsteige nicht nur bedauern, sondern auch ins öffentliche Kerbholz schnitzen können. Und dann noch diese Hochbahnklötze, die das Straßenleben verunmöglichen. Das wird schon ein ordentliches Mahnmal für die Verantwortlichen.

  2. OH, ein 9 Meter breiter HochBahnSteig (HBS)? Laut Plan wird der nur 4 Meter Breit den restlichen Bereich bis zu den genannten 9,30 Meter Breite ist für die Bahnen. Diese gibt es auch ohne den HBS und im Bereich der Ramoen wird auch keine Bahn warten. Und die Wartehäuschen werden auch sicher nicht über die Volle Länge gebaut.
    Aber klar, so wie die das schreiben klingt es gleich viel schrecklicher. Da Frage ich mich wie andere Stadtteile nur HBS für 3 oder gar 4Wagenzüge ertragen können.
    Liebe Grünen, wenn ihr etwas cleverer gewesen wärt hättet ihr für die Innenstadt und die Limmerstraße einen Stadtbahntunnel gefordert. Dann gäbe es da eine echte Fußgängerzone und nicht den Misst den es da seit dem letzten Umbau gibt.
    Wenn man dann noch westlich des Westschnellweges von der Limmerstraße zur Fössestraße eine neue Straße anlegt, könnte man den Rest der Limmerstraße auch zur Fußgängerzone machen.

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