25. Februar 2018

Herrn Bezirksbürgermeister Rainer Jörg Grube
im Stadtbezirksrat Linden-Limmer
über den Fachbereich Personal und Organisation,
Rats- und Stadtbezirksangelegenheiten,
OE 18.63.10 (BRB)
Trammplatz 2
30159 Hannover

Antrag gemäß § 10 der GO des Rates der Landeshauptstadt Hannover an den Bezirksrat Linden-Limmer:

Nachtkonzept und Konzept für Großveranstaltungen zur Lärmminderung für einen stadtteilverträglichen Partytourismus in Linden-Nord und angrenzenden Quartieren Der Bezirksrat möge beschließen:

Die Verwaltung wird aufgefordert, ein Nachtkonzept für einen stadtteilverträglichen Partytourismus in Linden-Nord und angrenzenden Quartieren zur Lärmminderung für die Zeit von 22:00 Uhr bis 6:00 Uhr für die Tage Mittwoch bis Samstag zu entwickeln und dies bis spätestens zur Sitzung am 13.6.2018 dem Bezirksrat vorzulegen.

Parallel ist ein Konzept für Großveranstaltungen in Linden-Nord zu entwickeln.

Das Nachtkonzept und das Konzept für Großveranstaltungen hat einzubeziehen:

– Die Definition von lärmsensiblen Bereichen (Fußgängerzone Limmerstraße, Kioske, Kneipen, Küchengarten, Leinaustraße, Nedderfeldstraße, Schmuckplatz, Noltestraße, Faustwiese, Pfarrlandstraße/Dornröschenbrücke, Friedhofstraße)

Die Präsenz von Ordnungskräften in Begleitung von Moderator/innen/Sozialarbeiter/innen, die in der Lage sind, deeskalierend und mit persönlicher Ansprache einzuwirken (evtl. als Fahrradstreifen), auch von Ordnungskräften aus dem Sicherheits- und Ordnungskonzept der Stadt Hannover, sofern dies auf Zeiten nach 22:00 Uhr ausgeweitet wird, als Zweierstreifen weiblich und männlich, Akzeptanz durch gute Auswahl von erfahrenen Mitarbeiter/innen (z.B. Lemmermannhaus)

– Die Erstellung einer öffentlich verfügbaren Liste von Ansprechpartner/innen mit Telefonnummern (auch Gastronomie/Kneipen)

– Die Einbindung in die zentrale Rufnummer des Sicherheits- und Ordnungskonzeptes (Ansprechpartner/innen in der Verwaltung, ‚Lärmbeauftragte‘)

– Die Umlenkung von Partygänger/innen durch bauliche Maßnahmen, Begleitungskonzepte zum ÖPNV (wie bereits bei Bei Chez Heinz praktiziert), Lenkung durch Stellplätze von Fahrradbügeln

– Ein Sauberkeits- und Lichtkonzept (Errichtung von Toiletten, Erweiterung des Projekts ‚Nette Toilette’, Öffnungszeiten von bereits bestehenden Toilettenanlagen erweitern, zusätzliche Entsorgungs- und Reinigungsdienste, zusätzliche Mülltonnen, Beleuchtung von Bereichen, die vermüllt und als Ersatztoiletten genutzt werden, Beleuchtung zur objektiven und subjektiven Sicherheit)

– Öffentlichkeitsarbeit (Hinweisschilder, ggf. selbstleuchtend, Regelhinweise, Flyer)

– Die Einbindung der örtlichen Akteure in die Entwicklung des Nachtkonzepts (Anwohner/innen, Faust, Chez Heinz, Gastro, Bezirksrat, Nachbarschaftsinitiative Linden-Nord (NIL), Erstsemesterorganisator/inn/en, Großveranstalter/innen)

– Konzept für Großveranstaltungen hinsichtlich der Zu- und Abfahrten- und -gänge, der Entsorgung, der Toiletten und der Lärmemission

– Evaluation der Maßnahmen (ggf. Messung von Lärm, Bewertung von Einzelmaßnahmen, Einbeziehung von Konzepten anderer Städte)

Begründung:

Die Vorstellung des Sicherheits- und Ordnungskonzeptes, die Aussagen der Anwohner/innen und die vom Bezirksrat einberufene Anhörung zum Partytourismus hat die oben stehenden Defizite deutlich herausgestellt. Vor allem die Lärmbelastung der ansässigen Wohnbevölkerung, vor allem für Familien, Berufstätige, Senioren und Kranke, belastet den Stadtteil an den genannten Orten besonders.

Zudem hinterlassen die vor allem von Mittwoch bis Samstag den Stadtteil besuchenden Partygäste Müll und finden nicht ausreichend Toiletten, so dass Hauseingänge etc. verunreinigt werden.

Die Polizei hat auf der Anhörung deutlich gemacht, für die Verringerung von Lautstärke im Rahmen des Partytourismus keine ausreichenden Kapazitäten zu besitzen und auch nicht kleinteilig unterwegs sein zu können.

Allen Aussagen von Anwohner/innen zufolge wird die Offenheit des Stadtteils ausdrücklich begrüßt und der Wunsch geäußert, über Präsenz und nicht repressive deeskalierende Ansprache auf die Auswüchse des Partytourismus einwirken zu können.

Daniel Gardemin                         David Müller

 

25.02.2018

 

 

Kommentare

  1. Was ich mich dabei Frage wieso nur „für die Zeit von 22:00 Uhr bis 6:00 Uhr für die Tage Mittwoch bis Samstag“ Was ist mit den anderen Tagen(Nächten)? Oder soll sich das ganze auf die Nächte Sonntag bis Mittwoch morgens verlagern?

    1. Man muss versuchen, realistisch zu bleiben.
      Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind zum Teil aufwändig, von daher ist´s wohl schlau, nur die schlimmsten Tage zu nehmen.

      1. …was nicht heissen soll, dass bei gutem Wetter die anderen Tage problemlos wären.
        Saufende Studierende haben offenbar jeden Tag Zeit dafür.

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