25. Juni 2018

PRESSEMITTEILUNG

CDU fordert Massnahmekatalog zur Baukostensenkung

Der Ergebnisbericht „Kleinräumige Wohnungsmarktbeobachtung in der Landeshauptstadt Hannover“ bestätigt, worauf die CDU bereits seit einiger Zeit kritisch hinweist: „Die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt betrifft längst nicht mehr nur Geringverdiener oder Menschen ohne eigenes Einkommen. Wohnraum wird für die breite Masse der Bevölkerung immer unerschwinglicher. Besonders betroffen sind dabei ältere Menschen und junge Familien mit Kindern“, so Felix Semper, baupolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion.

„Der einseitige Fokus von Stadt und Rot-Grün auf den sozialen Wohnungsbau hat erheblich zu der breiten Schieflage im Wohnungsmarkt beigetragen. Die Zahlen der Studie stellen nur den Durchschnitt dar. Besonders dramatisch ist der Preisanstieg im Neubausektor, dort sind Einstiegsmieten ab 12 oder 13 Euro bzw. Kaufpreise ab 4.500 Euro pro Quadratmeter die Regel“, betont Semper.

Obwohl der Bedarf an Wohnraum enorm ist, sei zu beobachten, dass Objekte im Neubau deutlich schwieriger vermietet oder verkauft werden als Bestandsobjekte. „Dies zeigt, dass die breite Masse der Bevölkerung sich den Wohnraum, der zurzeit gebaut wird nicht oder nur sehr schwer leisten kann. Diese Entwicklung ist fatal und gefährdet langfristig den sozialen Frieden, wenn wir jetzt nicht dagegen steuern. Wohnungen in Neubauten können sich Menschen mit mittlerem Einkommen kaum noch leisten, dabei hat die Stadt erheblichen Einfluss auf die Baukosten im Neubau“, so Semper weiter.

Die Regelungswut des Stadtbaurates müsse dringend beendet werden. „Seit Jahren wird die Bauwirtschaft mit zahlreichen Verpflichtungen bis an die Belastungsgrenze gefordert. Neben den ohnehin schon hohen gesetzlichen Standards gibt die Stadt zusätzliche Anforderungen vor, wie extrem hohe energetische Standards, Architektenwettbewerbe, Bauanleitungen. Zudem noch zahlreiche nicht verpflichtende Erschließungsleistungen wie Pflanzungen oder das Anlegen von Grünflächen und Maßnahmen der Daseinsvorsorgen, zum Beispiel der Bau von Spielplätzen und Kindergärten“, ärgert sich Semper.

„Die Jubelchöre von Stadt und Rot-Grün gehen vollkommen an der Realität vorbei – es ist kein Verdienst, nur das Baurecht zu schaffen. Es sind darüber hinaus dringend weitere Maßnahmen erforderlich. Wir fordern den Stadtbaurat daher auf, einen Maßnahmenkatalog zur Baukostensenkung vorzulegen. Wir machen hierbei folgende Vorschläge:

1. Die Aussetzung des Hannover-Standards bei energetischen Anforderungen. Es sind keine Vorgaben über den gesetzlichen Standard hinaus zu stellen.

2. Architektenwettbewerbe und städtebauliche Wettbewerbe werden nur im Ausnahmefall durchgeführt.

3. Die Grunderwerbssteuer wird gesenkt.

4. Die Stadt übernimmt die Ausgaben und Kosten wieder verstärkt selbst, die in den vergangenen Jahren auf Bauherren abgewälzt worden sind.

5. Das Anlegen öffentlicher (Grün-)Flächen durch die Stadt.

6. Die Ausgleichszahlungen für Ersatzpflanzungen von Bäumen werden gestrichen.

7. Es werden keine Kopplungsgeschäfte durchgeführt (beispielsweise die Schaffung von Baurecht gegen den Bau eines Kindergartens).

8. Tiefgaragen werden nur in Quartieren mit erheblichem Parkdruck gebaut.

Bereits geschlossene städtebauliche Verträge sind im Hinblick auf diese Punkte zu überprüfen und zu ändern. Die Stadt muss endlich wieder mehr Verantwortung in die Hand nehmen und die Aufgaben sowie Kosten der Allgemeinheit selbst tragen. Es ist Zeit, dass wir nicht nur den sozialen Wohnungsbau fördern, sondern verstärkt die Menschen mit mittleren Einkommen in den Fokus rücken“, so Semper abschließend.

CDU Ratsfraktion

 

25.06.2018

 

 

Kommentare

  1. Aha, sie wollen uns enteignen und uns die altersvorsorge nehmen. ich wähl seit 2013 afd ^^ ach hätten wir doch spielgeld über, bei 30 usd pro barrel öl wurde ich hellhörig, aber es gibt keine anlage für kleine investoren in öl^^ ach wär ich doch statt buntester punk lindens ein schlippsträger geworden

  2. – „Besonders dramatisch ist der Preisanstieg im Neubausektor, dort sind Einstiegsmieten ab 12 oder 13 Euro bzw. Kaufpreise ab 4.500 Euro pro Quadratmeter die Regel“

    Der Ergebnisbericht Wohnungsmarkt sowie Branchenberichte nennen für dieses Segment wesentlich niedrigere Zahlen.

    Der Preisanstieg (€/m²) fällt bei neugebauten (seit 2015 angebotenen) Wohnhäusern (EFH, ZWH, DHH, RH) moderat aus (22%), wenn man den Wertverlust berücksichtigt. Neubau-Eigentumswohnungen dagegen werden satte 89% teurer angeboten als Bestandswohnungen.

    Der dramatische Preisanstieg betrifft also hauptsächlich Eigentumswohnungen, weniger Wohnhäuser. Die zentrale Frage, ohne die politische Maßnahmen nicht (oder nur unseriös) abgeleitet werden können, ist: Woran liegt es? – Gibt es unterschiedlich strenge (und teure) behördliche Auflagen (Energieeffizienz, Maßnahmen im öffentlichen Raum)? – Da kenne ich mich nicht aus, allerdings habe ich eine andere Hypothese:

    – Die Wohnflächen (m²) bei zum Kauf angebotenen Neubauwohnungen sind gegenüber Bestandswohnungen um 33% gestiegen, die der Wohnhäuser mit 3,6% dagegen kaum. Eigentumswohnungen werden also – die Tendenz gerade in den letzten Jahren steigend – immer großzügiger geplant … und teurer angeboten:

    Der gestiegene Quadratmeterpreis (€/m²) multipliziert mit der vergrößerten Wohnfläche (m²) ergibt auch einen höheren Gesamtverkaufspreis (€) der Immobilie (Wohnungen +139% (!!) ggü. Bestandswohnungen, Wohnhäuser +28%).

    Das heißt, die Eigentumswohnungen haben zwar schon höhere Quadratmeterpreise als früher, werden aber trotzdem mit immer größerer Fläche geplant und gebaut. Dass hier offenbar eine solch solvente und aufstrebende Käufer-Klientel avisiert wird, beruht auf privatwirtschaftlichen Entscheidungen. Denn die Politik macht keine Vorgaben hinsichtlich der Wohnflächen.

    Eine weitere privatwirtschaftliche Entscheidung ist, dass Neubau- (ab 2015) Wohnungen bevorzugt zum Kauf angeboten werden, weniger zur Miete (Anteil am Gesamtmarkt 7,9 zu 1,9%). Auch das ist ein deutlicher Hinweis auf die Hinwendung zu einem besonders solventen Klientel:

    Denn nur 15% der Deutschen besitzen das Vermögen, die rund 350.000 €, die eine Neubau-Eigentumswohnung derzeit durchschnittlich kostet, zu bezahlen. Kredite und Bausparverträge sind ja im Moment nicht sehr lukrativ.

    Erwähnt wurde bereits der hohe Anteil von Neubauwohnungen am Gesamtwohnungsmarkt, der seit 2015 stark gestiegen ist. Das bedeutet, dass hier in den letzten Jahren ein Bau-Boom stattfindet – aber eben hauptsächlich für wenige der reicheren Bürger.

    – Diese – durchaus krasse – privatwirtschaftliche Entwicklung ist gesellschaftlich nicht wünschenswert, weil eigentlich (viel mehr und) billigere Wohnungen gebraucht werden und weniger Luxuswohnungen für die „oberen 15%“. Aus gesellschaftlicher Sicht handelt es sich also um eine wirtschaftliche Fehlentwicklung, die politisch korrigiert werden sollte.

    Das Gegenteil tut die CDU: Sie will diese neoliberalen Auswüchse zum Schaden der Bürger auch noch fördern, indem kommunale Auflagen zurückgenommen werden sollen, die aber dem Wohl der Allgemeinheit dienen. Die Bürger, die Steuerzahler sollen ihre reichen neuen Nachbarn selbst alimentieren: Nach dem Willen der CDU soll die Allgemeinheit neue Kitas und Grünflächen bezahlen, damit die ohnehin schon Reichen vergünstigte Mieten bekommen.

    – Aus politischer Sicht ist diese wirtschaftliche Fehlentwicklung zu Lasten der Allgemeinheit weder zu unterstützen noch hinzunehmen. – Kleine Bürger, passt gut auf, was die gerade wieder mit euch abziehen!

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