4. April 2018

PRESSEMITTEILUNG

Nach der Ankündigung der Landeshauptstadt Hannover, mit dem Investor „Intown“ im Ihme-Zentrum einen Mietvertrag über Büroflächen abschließen zu wollen, äußert sich die CDU-Ratsfraktion vorsichtig optimistisch. Dazu Jens Seidel, Fraktionsvorsitzender der CDU-Ratsfraktion: „Im Interesse aller Eigentümer aber auch der Mieterinnen und Mieter halte ich die Entscheidung der Verwaltung für richtig. Ich hoffe nur, dass Ergebnisse in einem zumutbaren Rahmen für alle sichtbar werden. Schließlich warten die Menschen im Ihme-Zentrum schon seit vielen Jahren auf die versprochene Verbesserung der Gesamtsituation.“

Auch die zunächst hoch erscheinende Mietsumme von 2,7 Mio. EURO pro Jahr hält man bei der CDU für berechtigt. „Sicher ist das bei der angespannten Haushaltslage der Landeshauptstadt ein erheblicher Betrag. Andererseits halte ich die Summe im Vergleich zu Büromieten pro Quadratmeter in Innenstadtlage für nicht unangemessen“, so Seidel weiter.

Wichtig sei jedoch ausdrücklich, dass den Ankündigungen nun Taten folgten. „Nach dem angekündigten Rückzug von enercity ist die Landeshauptstadt der einzig verbliebene Ankermieter im Ihme-Zentrum“, erläutert der CDU-Mann und fügt abschließend hinzu: „Mit dem Verbleib der Verwaltung ist eine Kernforderung des Investors erfüllt. Der Ball liegt nun bei Intown. Wir erwarten deutliche Ergebnisse und die Einbeziehung der Ratspolitik.

CDU-Ratsfraktion Hannover

04.04.2018

 

 

 

Kommentare

  1. Na gut, dann hier ich auch nochmal:

    Dass die Quadratmeter-Preise überhöht sind haben Sie ja auch nur spekuliert; da Sie, wie Sie selbst sagen, die genauen Vertragsinhalte gar nicht kennen.

    Lange Laufzeiten von Verträgen sind im öffentlichen Bereich normal, da man nicht nach fünf Jahren schon wieder neu verhandeln bzw. sogar neu suchen will (Planungssicherheit).

    Wenn Sie für den üblen Ruf oder die Historie auch Belege hätten, wäre ich Ihnen dankbar.
    Aber bitte jetzt nicht mit Dortmund oder Schwerin kommen. Es geht hier (mir) um das Verhalten von Intown im Ihme-Zentrum.

    Die Entscheidung über die Anmietung fällt doch erst im gemeinsamen Ausschuss von OB, Liegenschaften und Bezirksrat Linden.
    Haben Sie wirklich so wenig Vertrauen in die handelnden Personen; dass alles drei Beteiligten Ausschüsse ein wie Sie sagen „schäbiges Geschäft“ abschliessen???

    Und zu guter letzt würde ich dann doch gerne nochmals nach den „massiven Subventionen“ für die Wohnungen im IZ fragen. Darauf sind Sie nämlich (immer) noch nicht eingegangen;-)

    1. – „Dass die Quadratmeter-Preise überhöht sind haben Sie ja auch nur spekuliert; da Sie, wie Sie selbst sagen, die genauen Vertragsinhalte gar nicht kennen.“

      Soll das ein Vorwurf sein?! – Man frage mal die CDU-Fraktion, ob wenigstens sie die Vertragsinhalte kennt.

      Es handelt sich um eine sogenannte Öffentlich-Private-Partnerschaft (ÖPP oder englisch PPP). Die Verträge dazu sind meistens nur den Vertragspartnern bekannt. Besonders kurios, aber charakteristisch ist, dass Politiker trotzdem „demokratisch“ darüber abstimmen.

      Wer würde sich da nicht die Haare raufen?! – Die Eigeninteressenten verstehe ich natürlich, aber ich gucke mir das halt aus unabhängiger Sicht an.

      1. -„Soll das ein Vorwurf sein?! – Man frage mal die CDU-Fraktion, ob wenigstens sie die Vertragsinhalte kennt.“

        Kein Vorwurf, nur eine Feststellung.
        Ich sage dann halt, dass ich die genannten 10 Euro für den zusammenhängenden Bumms in fast Innenstadtlage für eher günstig halte.
        (ob den Ausschussmitgliedern die Inhalte des Vertrages bekannt sind, werde ich mal versuchen in Erfahrung zu bringen).

        Ich habe im allgemeinen gar nichts dagegen, wenn jemand das Ihme-Zentrum scheisse findet und ablehnt (ich wohne halt dort, weil ich es toll finde).
        Worüber ich mir immer wieder die Haare raufe ist, wenn negative Artikel oder Kommentare über das IZ geschrieben werden, die nicht belegt werden oder sogar einfach falsch sind; zum Bsp. die angeblich massiv subventionierten Wohnungen ;-)))))))

        In diesem Sinne erstmal ein schönes Wochenende!!!

  2. Mir gefällt Ihr Beitrag auch nicht (kleiner Scherz, sorry)

    Sie stellen doch selbst fest, dass es sich bei dem Flächen ja um hochwertige Ausstattung handeln muss, da die Bewohner ja zum „besseren Klientel“ gehören und dann ja wohl in Prunk und Protz leben müssten?!? ;-))

    Allgemein:
    Immer wieder schön zu sehen, wie die Fahne weht, wenn der Wind mal so „da wohnen nur Asis“ oder so „das alles Bonzen“ steht.

    Und wo Sie 25.000 Qm zusammenhängende und VERFÜGBARE Bürofläche als Alternative sehen würde mich auch interessieren (aber bitte keine leerstehende Kaserne in Munster nennen, hehe)

    Ansonsten ist mir das persönlich zu viel „Kapitalismus-Transparenz-Weltschmerz-Theorie“.

    Die verantwortlichen Menschen IM! Ihme-Zentrum befassen sich zur Zeit intensivst damit, den „Tanker“ auf Kurs zu halten UND ihn zukunfstfähig zu machen.
    Mit dem jetzigen Grosseigentümer sind wir dabei so weit gekommen, wie seit über zehn Jahren nicht mehr.
    Ob es dafür von irgendwelchen zukunftsträumenden Vereinsheinis das Fairtrade-Siegel gibt oder Sarah Wagenknecht uns zwei Daumen nach oben entgegenstreckt? Wahrscheinlich nich!

    Ist mir aber auch scheissegal!

    1. – „Immer wieder schön zu sehen, wie die Fahne weht, wenn der Wind mal so ‚da wohnen nur Asis‘ oder so ‚das alles Bonzen‘ steht.“

      Für solche Polemik habe ich nichts übrig. Aber man vergleiche die Wohnungsqualitäten und -preise zwischen Ihmezentrum und der gegenüberliegenden, heruntergekommenen Kochstraße.

      – „Und wo Sie 25.000 Qm zusammenhängende und VERFÜGBARE Bürofläche als Alternative sehen würde mich auch interessieren“

      Die Anforderung an ein Zusammenhängen der Örtlichkeiten wurde, glaube ich, seitens der Politik noch nicht genannt. – Was größere leere Büroflächen angeht, fällt mir spontan ein: Klagesmarkt, Calenberger Esplanade, Schützenplatz, Vahrenwalder Straße, Wunstorfer Straße. Und so schnell, wie da heutzutage die Gebäude hochgezogen werden, könnte die Stadt vermutlich genauso schnell und für den Steuerzahler wesentlich billiger selbst welche bauen lassen.

      – „Ansonsten ist mir das persönlich zu viel ‚Kapitalismus-Transparenz-Weltschmerz-Theorie‘.“

      Ab welcher Nasenlänge tritt das auf?

      – „Mit dem jetzigen Grosseigentümer sind wir dabei so weit gekommen, wie seit über zehn Jahren nicht mehr.“

      Aber nicht ohne massive Subventionen durch den Steuerzahler, wie diese 55 Mio. € jetzt. – Die Wohnungen im Ihmezentrum sind alle subventioniert, trotz schon besserer Lage. Darüber kann man ja gerne reden. Es wäre nur falsch, es verschweigen zu versuchen.

  3. – „mit dem Investor ‚Intown'“

    Der Vermieter ist die Projekt IZ Hannover GmbH, nicht die mutmaßliche Muttergesellschaft Intown Group. Die Firmenverflechtungen sind für Öffentlichkeit undurchsichtig (und wahrscheinlich noch selbst fürs Finanzamt).

    Ungünstig dabei ist die Haftungsbeschränkung des Vermieters (25.000 € vermutlich, im Vergleich zur Investitionssumme von 55.000.000 €). Weiterhin ist für den Steuerzahler von Nachteil, dass in Deutschland so gut wie keine Einkommens- oder Vermögenssteuer gezahlt werden werden. Einer der letztendlichen Geschäftssitze soll zuletzt in Zypern gelegen haben, einem der weltweiten Steuerparadiese.

    Und wenn das Geschäft schiefgeht, übernimmt auch das der Steuerzahler.

    Betrachtet man die finanziellen Interessen der Bürger, der Allgemeinheit, handelt es sich schäbiges Geschäft.

    – „Ich hoffe nur, dass Ergebnisse in einem zumutbaren Rahmen für alle sichtbar werden.“

    Geliefert wird, was vertraglich vereinbart ist. Nicht mehr und nicht weniger.

    „Politik per Hoffnung“ dagegen ist armselig, wenn die CDU-Fraktion aller Wahrscheinlichkeit noch nicht mal die Verträge einsehen kann (!!), die da geschlossen werden.

    – „Auch die zunächst hoch erscheinende Mietsumme von 2,7 Mio. EURO pro Jahr hält man bei der CDU für berechtigt.“

    Das sind rund 10 €/m²/Monat. Für Büroflächen in guter Lage wäre das wohl noch in Ordnung, aber es sind noch große Parkplatz- und Lagerflächen im Preis inbegriffen. Wegen der Intransparenz der Vorgänge weiß ich es nicht genau, vermute aber, dass der Preis somit sehr deutlich zu hoch ist.

    – „Mit dem Verbleib der Verwaltung ist eine Kernforderung des Investors erfüllt.“

    Offensichtlich ist die Entscheidung der Stadtverwaltung auf politischen Druck des fragwürdigen multinationalen Immobilienkonzerns entstanden. Räumlich stünden genügend gleichwertige Standorte zur Verfügung. Der Nutzen für die Stadt besteht darin, die Wohnungseigentümer und -mieter des Ihmezentrums zu unterstützen, um für sie Sanierungsmaßnahmen zu erwirken. Dieses (wirtschaftlich bereits bessergestellte) Klientel unterstützt der Steuerzahler (also auch die Supermarktkassiererin).

    – Offensichtlich findet hier eine Verschiebung von Millionensummen von Arm nach Reich statt, von in Deutschland erwirschaftetem Geld ins Ausland. Steuerabfuhren aus den Gewinnen werden ebenfalls vermieden. Diese Politik kann ich auf keinen Fall unterstützen (um es sehr freundlich zu sagen).

    P. S.: Zur Kenntnisnahme im Zusammenhang noch die Pressemitteilung der Stadtverwaltung:
    http://hallolindenlimmer.de/ihmezentrum-stadt-schliesst-langfristigen-mietvertrag-mit-investor/

    P. P. S.: Mein Beitrag gefällt mir selbst nicht, weil er nicht rund geschrieben ist. Ich schicke ihn trotzdem ab, damit diese Zusammenhänge überhaupt mal irgendwo genannt werden, wenn es schon in Politik und Mainstreammedien kaum geschieht. Und falls Jemand Einwände gegen Einzelthesen hat, soll er doch bessere Informationen liefern. Viel Spaß dabei.

    1. So jetzt nochmal „richtig“ geantwortet und nachgefragt:

      Woher haben Sie die 55 Mio. Investitionssume?

      Wie kommen Sie darauf, dass bei einer insolventen GmbH der Steuerzahler für den Schaden aufkommt?

      Kleiner Tipp: Der Vor-Eigentümer (Carlyle) hatte ebenfalls fünf Projekt-GmbH’s gegründet. Sind die jetzt alle in Staatsbesitz?!?;-)))

      1. – „Woher haben Sie die 55 Mio. Investitionssume?“

        2,7 Mio. €/Jahr * 20 Jahre. Das steht im verlinkten Dokument.

        – „Wie kommen Sie darauf, dass bei einer insolventen GmbH der Steuerzahler für den Schaden aufkommt?“

        Wegen der Haftungsbeschränkung, die mit dieser Geschäftsform einhergeht: Gesellschaft mit beschränkter Haftung. – Das ist aber kein wesentlicher Punkt in dem, wie der Geldfluss in Richtung Intown und seitens des Steuerzahlers generiert wird. Eine wesentliche Einkommensquelle scheint für Intown und vergleichbare Immobilienhaie darin zu bestehen, einen Sanierungsstau aufkommen zu lassen und dann die Kommune dafür Zuschüsse zahlen zu lassen.

        – „Kleiner Tipp: Der Vor-Eigentümer (Carlyle) hatte ebenfalls fünf Projekt-GmbH’s gegründet. Sind die jetzt alle in Staatsbesitz?!?;-)))“

        Warum sollten sie? Dafür besteht weder Rechtsgrundlage noch Interesse.

        … Fragen können die Leute aber auch manchmal stellen …

        1. Naja, die Fragen haben sich für mich aus Ihrem Ausgangskommentar mit Begriffen wie Steuerzahler, öffentlichem Interesse und der Supermarktkassiererin ergeben;-)

          Ok, die Haftung einer GmbH ist beschränkt; deshalb heisst sich auch so. Aber wo genau zahlt denn die Kommune jetzt welche Zuschüsse?
          Und wie profitieren die Wohnungen im IZ davon, dass die Stadt einen kleinen Teil des Gewerbebereiches (Büros) anmietet? Eine Fläche, die ja auch an anderer Stelle hätte angemietet/gekauft/gebaut werden müssen.
          Und wo und wie sind die Wohnungen massiv subventioniert?
          Nur zu sagen, die Mieteinnahmen für die Büros über 20 Jahre kämen den Wohnungen zu gute ist mir ein bisschen dünn.
          Das geht genau in die Mainstream-Medien (Polemik)- Rhetorik-Richtung nach dem Motto „Ihme-Zentrum ist doof und stinkt „.

          1. Na gut, dann noch mal eine Zusammenfassung zum Aspekt der Quersubventionierung:

            Wer würde solch ein ungünstiges Geschäft machen:
            – zu überhöhten Quadratmeterpreisen
            – mit überlanger Vertragslaufzeit
            – mit einem Kontraktor von üblem Ruf und Historie
            – mit ungewissen Vertragsbedingungen
            – die Gewinne wandern ins Ausland
            – in Deutschland werden kaum Steuern gezahlt (Steuerparadies)

            Darin bestehen die „Kosten“ der Quersubventionierung. Dass es eine ist, bezweifelt ja auch Niemand, sondern sie ist sogar offizielles politisches Primärziel.

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