14. Juli 2017

Pressemitteilung 14.07.2017

Die CDU Fraktion im Bezirksrat Linden-Limmer reagiert erleichtert auf die Entscheidung der Kommunalaufsicht, die Pläne zur Platzbenennung nach dem getöteten kurdischen Jugendlichen zu stoppen, dem eine Nähe zur PKK nachgesagt wird. „Eine kluge Entscheidung. Statt internationale Tagespolitik in Linden zu reinszenieren, sollten wir nun das zerschlagene Porzellan wegkehren und wieder an einem guten Miteinander in Linden arbeiten.“, mahnt Gabriele Steingrube. Damit verweist sie auf die Szenen vergangener Bezirksratssitzungen, die nur unter Polizeischutz stattfinden konnten. Vertreter von Interessengruppen türkisch-kurdischer Abstammung hatten sich dort in der Bürgerfragestunde heftige Wortgefechte zu Themen in der Türkei geliefert. „Wir haben genug wichtigere Themen in Linden!“, so Steingrube weiter.

Der Idee des Oberbürgermeisters, Deners Geschichte in einer Dokumentation aufzuarbeiten, steht Steingrube grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber: „Wenn die Fakten sauber aufgearbeitet und historisch eingeordnet werden, könnte das die Spekulationen um den Tod des Jugendlichen beenden.“

Wichtiger ist für Steingrube jedoch, den jungen Migranten im Stadtteil heute Perspektiven zu ermöglichen: „Der Wunsch nach friedlicher Erinnerungskultur für Migranten wurde von beiden Seiten an uns herangetragen. Dem sollten wir mehr Raum geben.“

Kein Verständnis zeigt Steingrube für die Kampagne Halim Dener, die sich für die Platzbenennung eingesetzt hatte: „Zu der Kampagne gehören viele Linksextreme, die es nur darauf anlegen, Gewalt zu provozieren. Wer sein Kampagnenlogo wie die PKK-Flagge gestaltet, weiß sehr genau, dass er die Opfer dieser Terrororganisation damit beleidigt.“

Gabriele Steingrube
CDU Fraktionsvorsitzende im Bezirksrat Linden-Limmer

Kommentare

  1. die politiker müssen mal mal davon abkommen alles zu bestimmen und uns mehr luft lassen, obwohl, schwarzer bär, ich biete ungesehen 800k für das eckhaus (wysiwyg) …

    1. Gute Idee! Die PARTEI im Bezirksrat würde geschlossen dafür stimmen!

      Die anderen Fraktionen allerdings nicht, aus ihren jeweils eigenen Motiven:

      Für Grüne, Linke und SPD wäre es ein Eingeständnis, äußerem Druck nachgegeben zu haben, – und damit ihrer eigenen Kompetenzlosigkeit. Außerdem haben Einige von ihnen noch andere Pläne.

      Die CDU wäre noch besorgter als zuvor um die Ehre der eitlen Nationaltürken, die ja schon narzisstisch gekränkt sind, wenn man die hunderttausendfachen (millionenfachen) Verbrechen gegen die Menschlichkeit anspricht.
      Denn die Nationaltürken sind zwar selbst komplett humorlos, haben dafür aber einen besonders feinen Sinn für den Humor Anderer.

      Na ja, und über die FDP braucht man da dann nicht mehr zu reden.

      1. Ja, schade daß die Politiker eher selten auf das jeweilige Problem focussiert sind, sondern meistens darauf, wie sie dastehen.
        Selbstdarsteller und Egomanen haben wir eigentlich genug in der Gesellschaft. Vermittler und Problemlöser wären aber wichtiger.
        Kennt noch jemand das schöne alte Wort „Gemeinwohl“? Das bedeutet das Wohl aller im Blick zu haben und nicht nur das der eigenen Partei, Lobby oder sonstigen Gruppe.
        Aber solange das Trennende und die Unterschiede stärker betont werden als das Gemeinsame, nämlich daß wir alle zunächst mal Menschen sind, bevor wir verschiedenen Nationalitäten, Religionen, Parteien usw. angehören, werden sie sich wohl weiter um Straßenschilder streiten.

        1. Ich weiß nicht. Der Beitrag scheint mir wenig konkret zu sein und stattdessen eher fabulierend und schöne Wunschtheorien aufstellend (die allerdings grundgesetzlich gewährleistet sind). Wo es doch, das erkenne ich doch, um ganz konkrete existenzielle Bedürfnisse geht.

          Das ist dann sozusagen eine kommunikative Umformung, weil man nicht mehr zu sagen wagt: „Ich hätte jetzt gerne …“, zumal man das sowieso nicht erhält, und danach ist noch peinlich, auch nur darum gebeten zu haben.

          Und wenn man dann auch noch sagt: „Ich fühle mich so schrecklich, weil …“, dann will einen ja sowieso keiner mehr, weil ja Alle nur nach Lust und Laune streben.

          Neulich hatte ich mich mal über eine seltene Krankheit ausgetauscht, die ich und einer meiner zwei Gesprächspartner haben (Morbus dupuytren). Über diese Dinge muss man dann unbedingt reden, weil sich noch nicht mal die Fachärzte damit auskennen, und auch sonst sowieso mal. Unbedingt!

          Das Gespräch war von meiner Seite aus offen und gar begierig, von dem Einen (aus narzisstischen Ego-Gründen) aber abgelehnt und von dem anderen Betroffenen aus Opportunismus dann blockiert. Über Krankheiten redet man nicht. Wieso tut man das nicht?

          Ich bin absolut dafür, über sämtlich alles zu reden.

          – Und ja, auch Folter und Vertreibung sind ein Thema in unserer Gesellschaft in Hannover und in Linden, auch wenn sie nicht offen angesprochen werden sollen und werden.

          Halim Dener war betroffen, und viele der derzeitigen Flüchtlinge ebenfalls.

          Es scheint, als dürfte über viele Tabu-Themen nicht gesprochen werden, wenn man sich nicht unbeliebt machen will.

          Da funktioniert die Gesellschaft nicht. Es ist nicht der Einzelne schuld.

          1. Da kann ich mich glücklich schätzen, daß ich nicht mehr so abhängig davon bin, ob mich andere toll finden oder nicht.
            Ich habe keine Schwierigkeiten offen über Probleme und auch meine eigenen „Defizite“ zu reden, weil ich mich einfach nicht mehr dafür schäme ein Mensch zu sein.

            Aber du hast recht. Es wird immer so getan, als wären wir alle so frei und als ginge es uns allen so gut in diesem Land. Dabei stolpert man ständig über subtile Tabus, weil kaum noch jemand den Mut hat, auch mal zuzugeben, daß ihm was nicht so gut gelungen ist oder, daß es ihm gerade besch… geht. Als wär das der Weltuntergang.
            Dabei erkennt man die meisten Blender hinter ihren Fassaden trotzdem als Menschen.

            Friedliches Zusammenleben geht nicht ohne Reden und ohne Offenheit und Ehrlichkeit.

      2. Wieso nich Platz des himmlischen Friedens, auch völkerverbindend?
        Im Ihmezentrum hier haben RAF-Terroristen gewohnt, die haben auch noch nix benannt bekommen und weniger getötete als die PKK. Terroristen brauchen Liebe und dass man viel mehr mit ihnen spielt!

        Stimmt Die PARTEI im Bezirkrat auch anders als geschlossen ab? Das ist doch nur einer allein, ne?

        1. Ich finde das schon in Ordnung, wenn einer alleine geschlossen abstimmt. Das zeugt doch von hoher Integrität. Wie viele Leute sind sich nichtmal mit sich selber einig und haben zu allem gleich mehrere, sehr verschiedene Meinungen?
          Einer von denen ist jetzt Präsident der Vereinigten Staaten.

          Platz des himmlischen Friedens klingt toll, aber ich glaube die Chinesen haben ein Copyright darauf. Und mit denen möchte man sich ja nicht anlegen. Sonst kommen die nach Hannover und machen mit uns dasselbe was sie auf ihrem Platz des himmlischen Friedens gemacht haben. Also besser nicht.

          Daß Terroristen wohl zu wenig Liebe bekommen haben, da sind wir uns ja einig. Ich will aber trotzdem nicht mit denen spielen. Die sind immer gleich so gemein, mit schießen und Köpfe abhacken und so. Das finde ich total uncool. Und wenn der Kopf erst ab ist, kann ich nichtmal mehr meckern oder hier schreiben. Also das auch nicht.

          Wir müssen also entweder bei „Platz des friedlichen Zusammenlebens“ bleiben oder nochmal ganz von vorn anfangen mit unseren Überlegungen.
          🙂

        2. Mit dem genannten Fachbegriff „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ sollte man sich schon gründlich auseinandersetzen, bevor man die Motivationen und Rechtfertigungen von RAF und kurdischen Widerstandskämpfern gleichsetzt.

          Das ist ganz bestimmt die wichtigste Grundvoraussetzung, um überhaupt informiert an dieser Diskussion teilnehmen zu können.

          Wenn die „Regierung“, das Regime, gerade dabei ist, die Existenz, sogar die physische, meiner gesamten Familie auszulöschen (und vieler anderer Familien im Ort ebenfalls, als Stichwort nur „Cizre“), würde ich selbst wahrscheinlich auch Widerstand leisten, notfalls auch mit der Waffe (das sage ich als Pazifist). Dazu gibt mir sogar das deutsche Grundgesetz das Recht, und ich wäre beileibe kein „Terrorist“ deswegen.

          Die RAF dagegen hatte abstraktere, allgemeingesellschaftliche Ziele, die ihre damalige Gewalt keinesfalls rechtfertigten.

          Ich bitte darum, diese gravierenden Unterschiede zu erkennen, und ich bitte um Rückmeldung. Diese Erkenntnisse sind sehr wichtig für sehr viele Menschenleben. Es geht nicht um abstrakte politische Ideen, sondern hunderttausendfach und noch häufiger um nackte, bloße Existenzen.

          Und die Widerstandskämpfer werden noch pauschal als „Terroristen“ verleumdet. Derzeit und plötzlich verfolgt die liebe Türkei ja hunderttausendfach die selben vermeintlichen „Gülen-Anhänger“ als „Terroristen“, mit denen sie noch wenige Jahre zuvor in Regierung und Verwaltung freundschaftlich und bestens zusammengearbeitet hatten.

          Auf die Narrative der Türkei würde ich überhaupt nichts geben, sondern praktischerweise in der Denkweise erst mal sogar vom Gegenteil ausgehen. Kurdischen Widerstand grundsätzlich als Terror einzustufen (Schwarzweiß-Begriff „PKK“), halte ich für menschenverachtend opportunistisch.

          Es gibt nichts auf der Welt, was systematische „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ rechtfertigt. Das tun nicht mal CDU oder FDP. Sie billigen es nur und leisten Beihilfe (z. B. über das pauschale PKK-Verbot, praktisch gerichtet gegen sämtliche kurdischen Widerstandsbewegungen).

          Es tut mir Leid, dass meine Meinung so radikal ist, aber ich bin auch Christ und Humanist und bin zur Aufklärung und Stellungnahme verpflichtet.

          P. S.: Sorry und danke an Ö. Ich weiß, wie schwierig das ist.

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