14. November 2017

Landeshauptstadt Hannover – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

„Das Klo ist kein Mülleimer“: Kampagne zum Welttoilettentag

Abfall gehört nicht in die Toilette: Mit der neu aufgelegten Öffentlichkeitskampagne „Das Klo ist kein Mülleimer“ will die Stadtentwässerung alle HannoveranerInnen dafür sensibilisieren, die Toilette nicht missbräuchlich zu benutzen. Zu diesem Zweck wurden rund 20.000 Postkarten an 200 CityCard-Stationen ausgelegt. Zudem wurde in den vergangenen Tagen entsprechend auf 70 Werbeträgern im Stadtgebiet geworben und liefen Beiträge auf mehr als 1.000 Bildschirmen in Stadtbahnen und Bussen der üstra. Die Karten zeigen ein klar verständliches Verbotsschild, das als Aufkleber genutzt werden kann. Diese Aufkleber können von Interessierten auch in großer Stückzahl bei der Stadtentwässerung Hannover angefordert werden.

Die Kampagne ist anlässlich des Welttoilettentag am kommenden Sonntag (19. November) neu aufgelegt worden. Dieser Tag war erstmals 2001 von der Welttoilettenorganisation ausgerufen worden. Im Juli 2013 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen einstimmig den 19. November zum „Welttoilettentag“ der Vereinten Nationen erklärt, im Kampf für Sanitäranlagen. Anlass ist das Fehlen ausreichend hygienischer Sanitäreinrichtungen für mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung und dadurch bedingt verschmutztes Wasser sowie Krankheiten, was gesundheitliche Folgen nach sich zieht. Mehr als 2,5 Milliarden Menschen leben laut Vereinten Nationen (UN) ohne eine ausreichende Sanitärversorgung.

Im Gegensatz zu den Entwicklungsländern ist in Deutschland die sanitäre Versorgung flächendeckend voll gewährleistet. Jeder Haushalt besitzt eine oder sogar mehrere Toiletten. Hannovers Abwasser wird durch ein weitverzweigtes Kanalsystem aufgenommen und zu den Klärwerken Herrenhausen und Gümmerwald geleitet. Leider wird dieses Kanalsystem nicht nur zur Abwasserableitung genutzt, sondern auch als Mülleimer. Täglich werden in beiden Klärwerken gut drei Tonnen Restmüll aus dem Abwasser herausgesiebt. Dieser Restmüll besteht neben Toilettenpapier hauptsächlich aus Plastikverpackungen, Hygieneartikeln wie Tausende von Binden, Tampons, Ohrreinigungsstäbchen und Kondomen, Speiseölen und Fetten, Farben und Verdünnern sowie massenhaft Speiseresten. Insbesondere die Entsorgung der Speisereste fördert die Rattenpopulation in der Stadt.

Das Abwassersystem in Deutschland funktioniert nach dem Schwemmsystem. Das heißt, dass die Fäkalien sowie das Toilettenpapier mit Wasser in das städtische Kanalnetz und von dort weiter zum Klärwerk geschwemmt werden. Durch den fehlgeleiteten Hausmüll, der über die Toilette entsorgt wird, kommt nur ein Teil des Restmülls auf den Klärwerken an. Der andere Teil des Mülls bleibt auf dem Kanalboden liegen und muss zusätzlich durch Personal und Saugwagen aus den Abwasserkanälen entfernt werden. Dies verursacht letztlich viel manuelle Handarbeit und zusätzliche Kosten.

Im Sinne eines gut funktionierenden Abwassersystems bittet die Stadtentwässerung anlässlich des Welttoilettentags darum, die Toilette nur entsprechend ihrer Zweckbestimmung zu benutzen.

14.11.2017

 

 

Kommentare

  1. In die Bio-Tonne darf in der Region Hannover der Gammel-Eintopf aber auch nicht. Und in den Plastiktüten, mit den man normalerweise den Hausmüll entsorgt, suppt er durch. Da muss der Topf schon zur Mülltonne gelangen.

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