Kommentare

  1. Wow, das ist ja mal wieder eine aktuelle Journaille hier!

    Ich hatte nur noch „Schweine leiden!“ gesehen und die hohe Leiter, über die die Schilder abgenommen wurden. Darüber hatte ich mich herzlich und sogar mal laut und ausrufend kaputtgelacht.

    Dass die Aktion noch viel umfangreicher war, entnehme ich erst jetzt der Presse. Das war ja ein ziemlich dickes Ding. Ein intelligenter und einfühlsamer Kumpel (55) sieht nur noch die Perspektiven Hartz und körperliche Beschwerden. Auf den Edeka-Schweineskandal nebenan hin angesprochen, meinte er: „… dass die das jetzt in der Endzeit noch unternehmen …“ – Der Kerl ist in keiner Weise irre oder wahnhaft, sondern stets völlig kontrolliert.

    Rechtlich übrigens ist die Aktion nur eine Ordnungswidrigkeit. Sachbeschädigung (https://dejure.org/gesetze/StGB/303.html) kommt nicht infrage:

    – „(2) Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert.“

    Die bei Greenpeace sind ja nicht doof und haben nicht erst „danach“ gute Anwälte und Buchhalter.

    Desweiteren stellt sich die Frage nach der Berechtigung. Rein rechtlich könnte Edeka sicherlich problemlos auf § 185 StGB (Beleidigung) bestehen. Das werden sie trotzdem nicht tun, und darin besteht im Kern die Spannung der Sache.

    Greenpeace hat Edeka als einzige Supermarktkette herausgepickt. Die Begründungen dafür sind im HAZ-Artikel zu lesen und klingen keineswegs plausibel. Bitte nachlesen! – Liebe Freunde, ich sage euch, was der Grund ist: Mit Edeka hat Greenpeace den größten „Hebel“ (engl. „leverage“ nennt sich das im Wertpapierhandel) auf die übrigen Lebensmitteldiscounter-Ketten. Das ist der verdammt einzige Grund, warum sie nur gegen Edeka vorgehen.

    Im Aktienhandel gelten solche Strategien als Teufelszeug, in der Bundespolitik wären sie verpönt, bei Greenpeace funktioniert das aber nachhaltig. Die Methoden sind die selben, die Effekte und Nutzen andere. Das Kernmerkmal der Methoden ist einfach: Effizienz und maximale Rendite. Greenpeace ist komplett kommerziell durchorganisiert, sonst würde es die so gar nicht geben.

    Das Kernmerkmal ist „Hebel nutzen“.

    Über Spenden oder über Mitgliedsbeiträge kann man in Greenpeace-Aktionen investieren, wenn man die selben Ziele teilt, eine Zukunftsperspektive erhofft und Geld übrig hat. Das setzt meistens voraus, dass man schon ansonsten versorgt ist.

    Außerdem ist Empathie gefragt. Wer seinen Kochschinken aus Massentierhaltung bezieht, sollte dafür schon sehr gute Gründe haben außer mangelnder Empathie. – Kein Mitgefühl mit Tieren also. Und dann willst du hier noch einkaufen.

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