14. Dezember 2017

Nicht nur in Linden, sondern auch in anderen Stadtteilen Hannovers werden immer mehr Fahrradbügel an immer mehr Stellen montiert. Das erscheint nicht immer sinnvoll und wirkt manchmal störend und überflüssig. Wir berichteten bspw. über die neuen >> 78 Fahrradbügel an der Windheimstraße in Linden-Nord.

Wie die HAZ berichtet gibt es einen ähnlichen Fall in Kleefeld. Dort wurden 50 Fahrradbügel an überflüssiger Stelle errichtet. Nun werden diese wieder demontiert und 13 davon an eine andere Stelle versetzt.

HAZ:  >> Lachnummer in Kleefeld: Die 50 Fahrradbügel werden entfernt

Titelfoto: Fahrradbügel in der Windheimstr. in Linden-Nord

 

Siehe auch:
>> Spezial: Autos – Freund, Feind oder was? – in Linden-Limmer und anderswo

 

öl/14.12.2014

 

 

Kommentare

  1. Aus der Einleitung des HAZ-Artikels:

    – „Das letzte Kapitel der Fahrradbügelgeschichte, die landesweit für Spott und Häme gesorgt hat, ist geschrieben: Das Tiefbauamt wird in den nächsten Wochen die 50 Abstellbügel auf dem ehemaligen Radweg am Schweriner Platz in Kleefeld wieder entfernen“

    Diese Darstellung ist polemisch und insofern unsachlich, als dass das von der HAZ indirekt beschuldigte Tiefbauamt (Fachbereich Tiefbau der Stadt) seine operativen Aufgaben beim Anbringen dieser Fahrradbügel offenbar fehlerfrei erfüllt hatte (siehe auch die beiden verwandten HAZ-Artikel zum Thema). Das sind sozusagen nur die Bauarbeiter. Die Standorte der Bügel waren von der Stadtverwaltung vorgegeben worden, namentlich wohl vom Fachbereich für Planen und Stadtentwicklung.

    – Außerdem widersprechen sich die Angaben von HAZ und Stadt Hannover, was die 500 Fahrradbügel angeht: Die HAZ meint (siehe Link), es seien immer noch 500 übrig, die Stadt dagegen schreibt 2016:

    – „Aus dem 1.000-Bügel-Programm der Region Hannover erhält die Landeshauptstadt Hannover 500 Bügel die im gesamten Stadtgebiet zum Einsatz kommen werden. Die erste umfangreichere Maßnahmen sind für den Bereich Stadion (HDI-Arena), Schützenplatz und Sporthalle (Swiss-Life-Hall) vorgesehen.“

    https://www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Mobilit%C3%A4t/Radfahren-Hannover-sattelt-auf/Lust-auf-Fahrrad/Aktionsprogramm-2016-2017

    Alleine in diesen Bereichen kann man ja locker hunderte von Bügeln loswerden. Demnach könnten nicht mehr so viele übrig sein. – Gegen diese These allerdings spricht die hohe Installationsrate und -dichte, die zumindest eine gute Nachschublage an Bügeln vermuten lassen.

    – Letztendlich sind das Problem auch keineswegs die 500 Bügel – einen neuen Fahrradbügel pro 1.000 Einwohner aufzustellen, sollte eigentlich eine nebenläufige Routine sein in einer funktionierenden Stadtverwaltung. Das Problem ist ja nicht die Zahl der Fahrradbügel, sondern die Inkompetenz bei der Standortplanung. Da sind jetzt schon mehrere Versuche, Fahrradbügel gleich im Dutzendpack und wie mit der Gießkanne loszuwerden, nicht so ganz astrein gelungen.

    Darüber, ob die Planer jemals zuvor Fahrradparkanlagen geplant hatten, lässt sich nur spekulieren. Jedenfalls weiß man inzwischen, dass sich erste Fachkenntnisse ergeben haben müssen.

    1. Das Tiefbauamt sind nicht nur die „Bauarbeiter“.
      Arbeiten wie Radbügel aufstellen werden gewöhnlich an externe Baufirmen abgegeben.

      Der Bedarf mag an anderer Stelle festgestellt werden: Bezirksrat, Privatpersonen, Stadtverwaltung.
      Das TBA kümmert sich jedoch um die gesamte Planung und Organisation und entscheidet so letzten Endes auch mit, wie viel Bügel am jeweiligen Standort aufgestellt werden.

      1. – „Das Tiefbauamt sind nicht nur die ‚Bauarbeiter‘.“

        Das stimmt. Hier hatte der Fachbereich Tiefbau die anderen städtischen Fachbereiche angehört. Das gehört wohl so zum Fachverfahren. Dann kam diese Denkmalschutzauflage, die das Aufstellen von Fahrradbügeln zunächst verhinderte. Die zuständige Stelle dafür wäre der Fachbereich Planen und Stadtentwicklung (da kenne ich mich aber nicht aus).

        Diese Auflage ist nicht so ganz ernst, weil die denkmalgeschützte Grundschule nicht nachhaltig beeinträchtigt wird durch neue Fahrradbügel im Außenbereich. Daher konnte die Entscheidung nach Protesten revidiert werden. Aber das war nicht die Entscheidung des Tiefbauamts.

        All diese Vorgänge sind übrigens nicht öffentlich dokumentiert, wie es in einer Demokratie eigentlich wünschenswert wäre. Vielleicht kann man Akteneinsicht beantragen, aber bei der derzeitigen Informationslage müssen die Bürger ja mehr spekulieren über das „Wer, wie, was?“.

        – „Arbeiten wie Radbügel aufstellen werden gewöhnlich an externe Baufirmen abgegeben.“

        Bei Straßenbauarbeiten sind das oft polnische Subunternehmer. – Einheimische sind da zu teuer und zu schwierig (und haben auch noch Rechtsschutz). Die sollen ruhig arbeitslos bleiben. So das politische Kalkül. Ich finde, das klingt vernünftig.

        – „Der Bedarf mag an anderer Stelle festgestellt werden: Bezirksrat, Privatpersonen, Stadtverwaltung.“

        Die Anträge des Bezirksrats LL an die Stadtverwaltung enthielten keine Vorschläge zu Anzahl oder Baulichkeiten der Fahrradbügel. Das kungelt die Stadtverwaltung irgendwie unter sich aus – offenbar, ohne dass es dazu öffentliche Dokumente gibt.

        Und das möchte ich mal sehen, dass man mich als Privatperson berücksichtigt, wo ich gerne Fahrradbügel hinhätte. Ich würde hier erst mal fünf Stück anmelden (nicht klotzen, sondern erst mal den Bedarf eruieren), und der Platz ist locker da. Andernorts sind nämlich die Bügel (und Laternen) selbst trotz Neuplanung überfüllt.

        Es passt nicht zusammen, dort die Fahrradbügel im Dutzend- und Hundertpack zu installieren, hier aber kleinteilige Grundbedarfe unberücksichtigt zu lassen. Dieses System ist weniger basisdemokratisch, bürgernah und transparent als … Ich sage es nicht.

  2. Ich hoffe ja sehr, dass diese Radbügel in Kleefeld nicht wieder entfernt werden. Und die Polemik, die dagegen entfacht wurde, ist weitgehend haltlos.
    Fakt ist, dass die Radbügel gegenüber einer Grundschule aufgestellt wurden, so dass man nicht damit rechnen kann, dass sie tags wie nachts und Winter wie Sommers gleichermaßen ausgelastet sind. Ich bin mehrfach tagsüber vorbeigefahren und in den wenigen Wochen, die die Fahrradbügel bislang stehen, hab ich zu Schulzeiten trotz überwiegend schlechten Wetters dort Fahrräder und Tretroller parken gesehen.
    Hoffentlich gibt die Verwaltung den Bügeln noch einen Sommerprobelauf, zumal mindestens ein Drittel der aufgstellten Bügel direkt vor einem Kinderspielplatz liegen.
    Dort ist es übrigens ohnehin ungünstig, schnellen Fahrradverkehr zuzulassen und genau der sollte durch die Bügel ausgebremst werden. Denn sie stehen auf einem schon lange nicht mehr benutzungspflichtigen Radweg, der aus einer Fahrrad-verkehrspolitischen Epoche stammt, in der man glaubte, dass Radfahrer auf Radwegen grundsätzlich immer sicherer unterwegs seien.
    Leider gibt es auch Radfahrer, die meinen ein solch nicht benutzungspflichtiger Radweg verleihe ihnen das Recht, dort „volle Kanne“ langzubrausen. Die sollten sich besser drauf besinnen, dass Fußgänger sich durch ein solches Radfahrer-Verhalten in die Enge gedrängt sehen, bzw. auch tatsächlich dadurch in die Enge gedrängt werden. Und gerade in der Straße vor der Grundschule im Kleefelde ist so wenig Autoverkehr auf der Straße, dass es tatsächlich keinen Grund gibt, auf den Radweg auszuweichen. Wenn ich mir allerdings die absurden Fahrmannöver mancher radelnder Zeitgenossen da anschaue, dann komm ich glatt in Versuchung, Dobrindts „Rüpelradler-Attacke“ was abzugewinnen.
    Trotz völlig freier Fahrbahn, die ja für den Radverkehr ganz klar zugelassen ist, habe ich Radler erlebt, die in vollem Tempo auf der falschen Seite den nicht mehr benutzungspflichtigen Radweg benutzten. Obwohl sie dadurch nicht einmal ansatzweise irgendeinen Zeitgewinn gehabt hatten, denn die Fahrbahn war komplett frei!

  3. Diverse Autoparkplätze waren/sind auch nicht sinnvoll, vermeintlich nicht sinnvolle Parkplätze sind also kein Alleinstellungsmerkmal einzelner Verkehrsmittel.

  4. Also es gibt noch genügend Plätze, an denen Fahrradbügel fehlen. Nur polemisieren, weil mal irgendwo ein paar zu viel stehen bringt auch nicht weiter. Die Bügel könnten gerne auch auf Parkplatzbereiche der Straße gesetzt werden .Aber dann regen sich wieder die Autofahrer auf . Die scheinen immer wichtiger zu sein. Aber das ist zu kurz gedacht, wenn viele Leute Fahrrad fahren, werden mehr Leute aufs Auto verzichten und dann sind wieder mehr Parkplätze da. Und nur wer sein Fahrrad nachts sicher parken kann, wird es nutzen. Denn nicht überall in Lindens Mehrfamilienhäusern kann man sein Fahrrad gemütlich in den Hinterhof schieben… Und jeden Tag die Kellertruppe runter ist kein Spass und macht dreckige Kleidung.

    1. “… wenn viele Leute Fahrrad fahren, werden mehr Leute aufs Auto verzichten…”. Wieso? Dieses Argument scheint mir nicht schlüssig. Vielmehr sieht es nach einer gewünschten Erziehungsmaßnahme aus.
      Ich persönlich entscheide immer noch selber, mit werlchem Verkehrsmittel ich mich fortbewege.

      1. Wie man sich bewegt soll und darf jeder selbst entscheiden. Wir sind ein freies Land un Bevormundung führt zu nichts. Es geht nur um Fahrradbügel, je mehr es gibt, umso besser. Sie stehen leider nur noch nicht über all an den richtigen Stellen. Aber es ist doch absurd, das jemand sich beklagt, dass auf Bürgersteigen nun Fahrradbügel stehen und man dort nicht mehr wild parken kann. In meiner Straße fehlen Bügel und kann man nicht in jedes Haus bequem ebenerdig in den Hinterhof schieben. So stehen Fahrräder nachts in der Straße ohne irgendwo angeschlossen sein, und da werden leider häufiger Fahrräder geklaut.
        Die, die häufiger mit dem Rad fahren, stellen zudem fest, dass man damit in der Stadt einfach häufig schneller und bequemer ist. Ich habe deswegen schon lange kein Auto mehr und kenne zumindest noch einige mehr, die es sich nicht mehr leisten wollen. Die Gleichung ist nur: je bequemer es für die Radfahrer ist, desto mehr werden fahren, dazu gehört vieles, aber auch Fahrradbügel auf Bürgersteigen oder im Straßenraum, wenn dort kein Platz ist. Je mehr Menschen Rad fahren, desto wahrscheinlicher wird es, dass sie sich ein Auto teilen, Car-Sharing nutzen und in der Konsequenz werden weniger Autos auf der Straße sein. Es geht nur darum gute Bedingungen zu schaffen. Wie gesagt, wenn jemand weiter mit dem Auto zum Fitnessstudio zu fahren will um da auf dem Bike zu trainieren, darf er das tun. Wir sind zum Glück ein freies Land. Nur wenn mehr Leute erkennen wird, dass man statt Fitness-Studio auch mal mit dem Rad (oder ebike) zur Arbeit könnte, wären Fahrverbote in der Stadt und Parkprobleme passé. Stattdessen wird immer so getan, als wäre der Radfahrer der natürliche Feind des Autofahrers. Blödsinn. Freut euch über jeden der Rad fährt und mit dem fehlenden Auto es möglich macht, dass der Autoverkehr besser rollt.

      2. Das Aufstellen von Fahrradbügeln ist keine Erziehungsmaßnahme, sondern ebenso wie die Vorrangschaltung für den ÖPNV eine verkehrsbedingte Notwendigkeit. Es kann nun mal in einer Stadt nicht ein jeder jederzeit mit dem Auto fahren. Und dann auch noch erwarten dafür einen kostenfreien Stellplatz im öffentlichen Straßenraum vorzufinden.
        Leider wurde jahrzehntelang so getan, als sei das alles kein Problem. Und viele Autobesitzer haben sich daran gewöhnt von allen Seiten hofiert zu werden, trotzdem sie das mit Abständen am wenigsten stadtverträgliche Fortbewegungsmittel nutzen.
        Höchste Zeit, dass jetzt andere Saiten aufgezogen werden. Und ich wünsche den Entscheidungsträgern den Mut und will sie hiermit auch ganz ausdrücklich dazu ermuntern, möglichst viele Fahrradbügel dort aufzustellen, wo bislang noch Autos parken dürfen!!!

  5. Wir können hier wohl der städtischen Aktion „Lust auf Fahrrad“ danken, es sind wohl noch 500 Bügel gelagert, die auch noch überall verbaut werden. Vielleicht sollten wir Anwohner mal die Gegenaktion „Barrierefreie Bürgersteige“ gründen – und der Stadt nicht das Meinungsmonopol überlassen…

    1. Barrierfreie Bürgersteige???
      Wenn Fahrradbügel aufgestellt werden, die dazu beitragen dass Autos nicht ordnungswidrig parken und dazu über Bürgersteige fahren, dann ist das allemal ein Gewinn für alle, gerade auch für die Fußgänger.
      Wenn so wie in Kleefeld ein schon lange nicht mehr benutzungspflichtiger Radweg durch die Installation von Fahrradständern stillgelegt wird, weil er wirklich nicht mehr gebraucht wird, denn auf der Fahrbahn gilt Tempo 30 und es gibt nur wenig Autoverkehr, dann ist das gerade für die Fußgänger ein Gewinn. Denn der verbleibende Fußweg ist immer noch sehr breit, so dass locker drei Eltern jeweils mit Kinderwagen nebeneinander dort entlang gehen können.
      Aber klar, wenn die Verwaltungmal was Gutes für Radfahrer und Fußgänger tut, dann schreit die Autofahrerschaft auf, weil sie jahrelang zu Unrecht und völlig unsinnigerweise gewährte Privilegien bedroht sieht.

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