28. August 2017

Presseerklärung

Millioneneinsparungen des gemeinnützigen Betreibers könnten locker ein Fössefreibad finanzieren
Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung hat Glaubwürdigkeitsproblem

Die Stadt argumentiert mit Geldnot. Deshalb könne sie das Fössebad nach einem Abriss und Neubau nur noch ohne Freibad und Sauna wieder aufbauen. In ihrer Antwort auf eine schriftlichen Anfrage der Grünen im Bezirksrat Linden-Limmer bestätigt die Stadtverwaltung nun aber die Argumente des Fördervereins Fössebad, dass eine Millioneneinsparung bei den laufenden Betriebskosten machbar wäre, wenn man der Gemeinnützigen Fössebad Betriebsgesellschaft eine Chance zum Weiterbetrieb nach einem Badneubau einräumen würde.

Die Zahlen der Stadtverwaltung (Drs. 15-1972/2017 F1):

Die Gemeinnützige Fössebadbetriebsgesellschaft bekommt nach Auskunft der Stadt für das Fössebad eine Jahresgesamtpauschale von 0,4278 Mio. €. Damit sind alle Betriebskosten einschließlich Personal, Wartung, Heizung, Energie- und Wasserkosten eingerechnet.

Im Vergleich dazu werden von der Stadtverwaltung beim von der Stadt betriebenen Vahrenwalder Bad nur die reinen Personalkosten mit 1,135 Mio. €pro Jahr beziffert.

Die Gesamtkostendifferenz für eine vergleichbare Leistung liegt bei über einer Million €pro Jahr laufender Kosten. Oder anders gerechnet: Die vorgesehene Investition für ein neues Fössebad hat der gemeinnützige Lindener Betreiber in den letzten 25 Jahren bereits der Stadt eingespart und könnte das – wenn man ihn denn ließe – in den nächsten Jahren wiederholen.

Anne Barkhoff, Vorsitzende des Fördervereins Fössebad: „Der Beschlussvorschlag der Verwaltung kommt massiv unter Glaubwürdigkeitsdruck: Millionen einzusetzen, allein um das Fössebad in städtische Trägerschaft zu bekommen, aber Kindern und Familien das Freibad zu verwehren, das passt nicht zusammen!“

Wenn die Stadt städtisches Personal aufstocken möchte, gibt es bei Kinder-, Jugendeinrichtungen oder der Gebäudesanierung weitaus sinnvollere Möglichkeiten.

27.08.2017
Förderverein Fössebad e.V.
c/o Anne Barkhoff | Plaza de Rosalia 4 | 30449 Hannover

Kommentare

  1. Linden ist nicht Misburg!
    In Misburg hat ein privater gewinnorientierter Betreiber das Bad bei Umbauarbeiten in der tragenden Statik so massiv beschädigt, dass es geschlossen und abgerissen werden muss.
    In Linden betreibt die gemeinnützige Fössebad-Betriebsgesellschaft GmbH (Gesellschafter sind Uni Sport und Waspo98) das Bad seit über 25 Jahren zuverlässig und zu günstigen Kosten für die Stadt. Die hohen Einsparungen stehen in unserer Presseerklärung. Dies ist möglich, weil viele Sportstudenten der Uni hier Nebenjobs haben und bedarfsgerecht, je nach Wetterlage eingesetzt werden.

    Eine öffentliche Ausschreibung fürchtet der gemeinnützige Betreiber nicht. Weder im Hinblick auf Zuverlässigkeit noch im Punkt Kosten wird es nach menschlichem Ermessen jemanden geben, der hier mithalten kann. Die vorgeschobenen Sorge der Stadt ist vollständig unbegründet und nur vorgeschoben.

    Tatsächlicher Hintergrund ist ein anderer: Die Stadt hat eine Vereinbarung mit der Personalvertretung, dass immer dann, wenn eine städtische Einrichtung mit ÖPP-Mittel gebaut wird, anschließend die Stadt die Trägerschaft übernimmt.

    Aber weder wirtschaftlich noch sozial ist das hier eine sinnvolle Lösung. Die Stadt könnte selber die Investition finanzieren und aus den Einsparungen locker Freibad und Sauna bezahlen und zusätzlich in den kommenden Jahrzehnten viel Geld sparen.
    Lindener Kinder und Familien wären die Gewinner und müssten nicht regelmäßig an den meisten Wochenenden des Jahres draußen bleiben, wenn die 50m-Sportbadhalle wieder für große Schwimm- oder Wasserballwettbewerbe oder Wartungsarbeiten reserviert wird.

  2. Dann ist das Problem ja gelöst!
    Wenn ich davon ausgehe, daß Betrieb öffentlich ausgeschrieben wird und der Förderverein sich beteiligt kann er ja nach gut 2 Jahren durch die entstandenen Gewinne den Bau des Freibades eigenständig durchführen.
    Selbst die Mehrkosten für den Betrieb sind dann ja locker gedeckt.

    Oder gibt es da auch ein Glaubwürdigkeit Problem?

    1. Der Betrieb wird eben nicht öffentlich ausgeschrieben, aus Angst das evtl. ein unbekannter Bewerber aus rechtlichen Gründen den Zuschlag bekommen muss und nicht die gegenwärtigen Betreiber. Dieser unbannte Betreiber könnte das Bad ja gegen die Wand fahren, es wurden entsprechend schlechte Erfahrungen in Misburg gemacht. Vor dieser Situation möchte sich die Stadt schützen indem sie das Bad selbst betreibt.

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