27. März 2017

Mal locker drauf los gedacht …

Es ist eigentlich ein ganz normaler und jedem bekannter Vorgang.

Wenn nicht genug „legale“ Parkplätze da sind, greifen fasst alle Autofahrer zur nächstliegenden Notlösung. Und diese kann da sein, wo noch gerade soviel Platz ist, um andere nicht zu sehr zu gefährden.

Dieses Verhalten ist üblich. Ja man kann sogar sagen, dass es volkstümlich ist – durch alle Einkommens- und Glaubensschichten hindurch. Auch überzeugteste Autokritiker wurden dabei schon beobachtet.

Was wäre denn die kurzfristige Alternative? So lange herumfahren, bis ein „legaler“ Platz frei ist? Das würde einen immensen zusätzlichen Verkehr bedeuten – oder?

Und jede weitere Verringerung legaler Halte- und Parkplätze würde die Anzahl und Häufigkeit von Notlösungen nur erhöhen – so wie es derzeit vermutlich auch beobachtet werden kann. Fast so, als wenn ein „Mut der Verzweiflung“ zunehmen würde.

Manche Geschäfte hängen davon ab, dass sich ihre Kunden solch ein Verhalten auch trauen. Das kann bspw. besonders Abends im Umkreis von Restaurants beobachtet werden. Ab 21-22:00 werden Plätze oft wieder frei.

Viele Parkplätze wurden bisher schon abgebaut. Welche Folgen hätte ein weiterer Abbau?

Angesichts aktueller politischer Bestrebungen und Diskussionen (Lindener Markt, Schmuckplatz, Projekt Grüne Banane, etc.)  hat sich der Autor in Linden mal umgeschaut.

Projektname: Wildparken in Linden

Im Folgenden einige schnell gefundene und mehr oder weniger populäre Beispiele.

Andere Sichtweisen sind willkommen.

Klaus Öllerer
27.03.2017/10.04.2017

 

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Kennzeichen und Beschriftungen wurden auf den Fotos unkenntlich gemacht.

 

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Kommentare

  1. Das man darüber überhaupt schreiben und nachdenken muss ist eigentlich schon viel zu traurig. Wie kann man nur so verkappt in seinem Kopf sein.

    Wobei der Lindner an sich ja sowieso ein Problem mit Autos hat, sollen sie doch aufs Dorf ziehen und Radel fahren

  2. Die überproportionierte Dekadenz der Autofahrer darf gerne drastisch gesenkt werden. Wer es nicht selbst kapiert, fährt eben solange im Kreis, bis er dafür auch noch ne Lampe bekommt

  3. Parkplatzknappheit hin oder her.
    Andauernd stehen PKW in irgendwelchen Kurven, in zweiter Reihe, oder aber direkt in Halteverbot.

    Wo das hin führt, konnte ich am Mittwoch in der Behringstraße beobachten, wo sie die Feuerwehr fest gefahren hat. Insbesondere der Leiterwagen hatte große Probleme.

  4. Vorab: Es stimmt nicht, dass „fast alle Autofahrer“ illegal parken, wenn direkt vor der Haustür kein Stellplatz frei ist. Die meisten Lindener fahren tatsächlich zwei, drei Straßen weiter, bis einer gefunden ist. Ist auch nicht schlimm. So hoch ist, zumindest in Linden-Mitte, der Parkdruck noch nicht, dass es einen „immensen zusätzlichen Verkehr“ bedeuten würde.

    Richtig ist, dass man, zumindest an den Autotypen, keine bestimmte Bevölkerungsschicht bei den Bürgersteig- und Radwegparkern ausmachen kann. Scheint ne Charakterfrage zu sein.

    Ich mag zwar nur ungerne nach dem Staat rufen. Aber dort, wo Stellplätze für eine autoreduzierte Stadt abgebaut werden, bekommt man das Falschparkerproblem nur mit regelmäßigen Kontrollen in den Griff, auch in den Abendstunden. Es muss aber klar sein, dass in einer wachsenden Stadt, die eh schon ein Problem mit Feinstaub und Abgasen hat, nicht analog zur Bevölkerungszunahme neue, kostenfreie Parkplätze geschaffen werden können.

    Auch klar ist: Fahrradinfrastruktur, ÖPNV und Carsharing sind in Linden noch nicht attraktiv genug, um ausreichend viele Autofahrer vom Umstieg zu überzeugen.

    Was keinen Sinn macht: Die Parkplätze am Lindener Marktplatz aufzulösen und die Stephanusstraße zu sperren. Dadurch wird der Verkehr nur in andere Straßen verdrängt.

    1. Zitat:
      „… in einer wachsenden Stadt, die eh schon ein Problem mit Feinstaub und Abgasen hat, …“

      Frage:
      Welches Problem mit Feinstaub und Abgasen gibt es?
      Ich sehe derzeit eigentlich kein Problem und würde gerne mal entsprechende Studien dazu sehen. In mir nagt der Zweifel.
      Nach meiner Lebenserfahrung war die Luft – gerade auch in den Städten – noch nie so gut wie heute. Kann Null-Belastung überhaupt ein realistisches Ziel sein?

      Das Abbrennen von Kerzen in Wohnungen und evtl. auch das Kochen mit Gas erzeugen Stickoxide. Müste man das dann nicht auch verbieten? Vor allem, wenn Kinder im Haushalt sind?

      Ich würde gerne mehr wissen.

      1. Ganz genau, wie oft haben wir es schon gesagt:
        Keinen Gasherd, keine Kerzen!
        Gibt es im Luftkurort Bad Linden immer noch Wohnungen ohne Strom?

        1. Abgas- und Feinstaubproblem: Da rollen sich mir die Fußnägel auf, wenn ich in letzter Zeit immer das Dieselbashing höre und lese. Komischerweise geht´s da nur um private Diesel-PKW, das ist schonmal merkwürdig.
          Was aber in der öffentl. Debatte stets verschwiegen wird: Ein bedeutender Teil Luftbelastung kommt von Hausheizungen und aus dem Gewerbe.
          Im übrigen würde ich auch der These beipflichten, dass früher alles viel verqualmter und stinkender war.
          Zum Ursprungsthema, es ist auch Lebensqualität, wenn ein Auto nicht fünfmal unter meinem Fenster lang fährt nur weil ein Parkplatz gesucht wird!

  5. Man sollte in Deutschland – wie in anderen Ländern auch schon üblich – eine Parkplatzpflicht für Neuzulassungen einführen. Sprich: wenn man sich ein Auto kauft, muss man einen privaten Parkplatz (egal ob gemietet oder gekauft) in der Nähe des Wohnsitzes nachweisen. Somit würden öffentliche Parkplätze nur noch für Besucher und Kunden bereitgestellt werden müssen.

    Durch die Stellplatzverordnung für Neubauten wurde dies ja bereits teilweise versucht, allerdings eben nur für Neubauten und es trifft auch teilweise die Falschen – bspw. muss auch jemand, der sich eine Neubauwohnung kauft, aber nur ÖPNV oder Fahrrad fährt, einen Stellplatz und dessen Zuwegung bezahlen. Somit subventioniert dieser quasi die Stellplätze der anderen tatsächlichen Autofahrer.

    1. Vorab einmal die Frage: Ist mit „Neuzulassungen“ gemeint, dass alle Neuwagen einen Stellplatz benötigen oder gilt dies auch für die Anschaffung eines Gebrauchtwagens?
      Ich interpretiere es mal so, dass es immer notwendig wäre einen Stellplatz zu mieten / kaufen, wenn ein Auto angeschafft wird. Dabei sehe ich mehrere Probleme:
      Das Konzept würde die Anschaffung eines Autos deutlich teurer machen – dies hätte zur Folge, dass sich gerade Geringverdiener kein Auto mehr leisten können. Das wird mMn nach dann problematisch, wenn ein Auto für den Weg zur Arbeit benötigt wird.
      Weiterhin bin ich nicht sicher, ob das das Problem lösen würde. Wohnt man z. B. in Linden-Nord und kauft ein Auto, so wird es schwierig einen Parkplatz in der Nähe des Wohnortes zu mieten (wie soll der plötzlich entstehende Bedarf gedeckt werden?). Möchte ich dennoch ein Auto haben, so bleibt mir nur die Möglichkeit, einen Stellplatz außerhalb (und für weniger Geld) zu mieten. Da dieser dann zu weit entfernt ist, müsste man dennoch auf öffentlichen Prakplätzen parken.
      Mal abgesehen davon bezweifle ich, dass eine solche Idee sich auch nur Ansatzweise die Chance auf Bewilligung
      hätte.

      Sollte es sich auf die Anschaffung von Neuwagen beziehen möchte ich kurz anmerken, dass die meisten Neuwagen von Firmen angemeldet werden und dies somit auch keinen Effekt auf z. B. Linden hätte.

      Die Stellplatzverordnung für Neubauten trifft mMn nach eher Leute mit höheren Einkommen (ich gehe mal davon aus, dass man mehr verdient, wenn man in der Lage ist einen Neubau in einer Region zu finanzieren, in der es kaum Parkplätze gibt). Daher halte ich diese Variante für sinnvoller. Auch wenn der Effekt sich erst langsam einstellen wird.

      1. Wenn man sich keinen Parkplatz leisten kann, dann kann man sich eben auch kein Auto leisten. Und durch den plötzlichen hohen Bedarf an Parkplätzen könnte man in Linden Nord bspw. Tiefgaragen bauen, die dann durch die Mieter finanziert werden. Ich verstehe sowieso nicht, wieso Autos an der Oberfläche Parken müssen – unter der Erde sind die doch viel geschützter und Sonnenlicht brauchen die ja auch nicht. Über der Erde sollte man lieber Wohnraum schaffen.

        Ihren letzter Absatz deute ich so, dass sie mit einem höheren Einkommen ein Auto verbinden. Wie kommen Sie zu dieser Vermutung?
        Oder sind sie der Meinung, dass wenn man ein höheres Einkommen hat, ja ruhig die Autos der anderen mitfinanzieren kann?

        1. Als es darum ging, ob der Neubau hinterm Wurstbasar als unterstes Geschoss zwingend eine Parkgarage bekommen sollte (vorher parkten auf der Freifläche immer mind. 30 Autos), fand das der schlaue Bezirksrat nicht wichtig. Das merkt man in L.-Nord am weiter gestiegenen Suchverkehr, seit die Freifläche weg ist.

        2. Kurz zu den Deutungen: Ich verbinde den Besitz eines Autos nicht mit einem höheren Einkommen. Mir ging es eher darum, wie solche Regelungen finanziert werden. Der Ansatz mit den Neubauten (die mit höherem Einkommen finanzieren die Autos der anderen mit wie sie es ausgedrückt haben) geht meiner Meinung nach eher in Richtung einer sozialen Gerechtigkeit. Unterscheide ich nicht im Einkommen und lasse jeden seinen Parkplatz selbst finanzieren, können sich schlicht und einfach viele kein Auto mehr leisten. Eine Tiefgarage zu bauen ist sicher nicht ganz billig und ich vermute, dass die wenigsten sich mal eben einen Platz darin zusätzlich zu den laufenden Kosten leisten könnten.

          Ich vermute anhand Ihrer Antwort, dass sie kein Auto besitzen und es auch lieber sehen, wenn es insgesamt weniger Autos gibt, richtig?

          Zu den Neubauten finde ich allerdings den Beitrag von Reiner recht interessant. Eine Strafzahlung damit zu verknüpfen und dann keine Baugenehmigungen zu erteilen ist auch irgendwie merkwürdig. Wenn man das nun auf den Bau von jeder Menge Tiefgaragen bezieht, sieht das eher düster aus.

    2. Besonders perfide sind die rot-grünen Regelungen:
      Es muss ein Stellplatz pro Neubauwohnung (analog bei Aufteilungen nach WEG) nachgewiesen werden oder analog eine „Strafbeitrag“ gezahlt werden. Gleichzeitig wird von der rot-grün-verfilzten Baubehörde keine Baugenehmigung für Stellplätze erteilt.
      Ergebnis:
      Es werden neue Wohnungen gebaut ohne Parkplatz dazu und gleichzeitig das Geld für die Stadtkasse einkassiert.
      Das ist schon seit bestimmt 30 Jahren so und man kann den Zusammenhang zwischen politischen Mehrheiten und der Situation in den jeweiligen großen Städten klar erkennen.

      Etwas OT: Schon spannend zu sehen , was in Hannover plötzlich alles geht bzw. nicht mehr geht, seit aus rot-grün eine Ampel geworden ist 🙂

  6. Die Autohasser glauben immer, wenn man´s den Autofahrenden nur unbequem genug macht, würden die schon damit aufhören. Beispiele: Parkplatzverknappung und rote Wellen. FALSCH GEDACHT! Es wird dann halt zigmal im Kreis gefahren, bis man eben doch irgendwo parken kann bzw. es wird stundenlang in Ampelstaus gestanden und auch dabei unnötige Abgase produziert.

    1. Da stimme ich zu. Den Gedankengang, den vielen (meist notgedrungenen) Falschparkern noch mehr Parkmöglichkeiten zu nehmen, kann ich nicht nachvollziehen. Ich stelle mich nicht freiwillig an die Straßenecke, aber es ist bei uns in Linden Nord nicht unüblich, nach 12 Stunden auf der Arbeit um 20 Uhr müde noch bis zu 40 Minuten in größer werdenden Kreisen erfolglos nach einem Parkplatz zu suchen. Klingt übertrieben und pathetisch, passiert mir aber nicht nur einmal die Woche.

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