9. April 2019

Das öffentliche Interesse am Prozess gegen den mutmaßlichen Täter war groß. Mehr als zehn Pressevertreter waren erschienen. Darunter auch ein Kamerateam vom NDR. Zu Prozessbeginn mußten alle Aufnahmen dann eingestellt werden. Die Verhandlungen finden vor dem Landgericht Hannover statt.

Gleich zu Anfang wurde eine persönliche Erklärung des 28-jährigen Angeklagten Muharrem C. durch seinen Anwalt verlesen. Diese schilderte seine Vorgeschichte und den Ablauf der Tat aus seiner Sicht. Kurz zusammengefasst: Drogenprobleme (täglich Cannabis und zweitäglich Kokain, bis 350 € wöchentlich) mit denen er nicht fertig wird und vor seiner Frau versuchte zu verheimlichen. Eine große Menge von ungelösten Problemen hatte sich angesammelt. Er arbeitete fest angestellt als Polsterer.

Über den Tathergang schien der Angeklagte voll geständig zu sein und bezeichnete sich als nicht gewalttätig. Er würde gerne die Familie um Verzeihung bitten, würde sich aber nicht trauen, da er selbst im umgekehrten Fall nicht verzeihen könnte. Die Fragen des Vorsitzenden Richters Rosenbusch beantwortete er ruhig und mit Augenkontakt. Dem weiteren Verhandlungsverlauf folgte der Angeklagte dann mit ständig gesenktem Kopf.

Der erste und 27 jahre alte junge Zeuge schilderte wie er auf den Konflikt aufmerksam wurde und dann versuchte sich deeskalierend einzumischen, was nicht gelang. Als der Zeuge auf die das Opfer tötenden Schläge des Angeklagten zu sprechen kam übermannte ihn das Mitgefühl und er fing an zu weinen. Die Verhandlung wurde unterbrochen und der Zeuge verließ für einige Minuten den Saal.

Nach der Aussage dieses ersten Zeugen gab es in der Konfliktentwicklung drei Phasen. Zuerst gerieten die zwei „Streithähne“ in Konflikt und zeigten sich aggressiv und schlugen zu. So trat das spätere Opfer gegen das teure Fahrrad des Angeklagten und auch seine teuren Kopfhörer wurden beschädigt. Daraus entwickelte sich die Zweite Konfliktphase. Das Opfer sah ein, dass er körperlich unterlegen war und versuchte sich zurückzuziehen, gefolgt vom aggressiv bleibenden Angeklagten. Dann kam der Punkt, wo der Zeuge sinngemäß sagte, das der Angeklagte wie im Rausch nicht mehr ansprechbar war und ohne Hemmungen auf das Opfer einschlug. Als Ilja Tunjic am Boden lag, schlug der Angeklagte mit Faust und Fuß auf den Kopf des Opfers, so dass sich dieser nicht mehr bewegte und stark blutete.

So weit die erste Zeugenaussage. Der bisherige Prozessverlauf geschah in ruhiger, mitfühlender und an Aufklärung interessierter Art und Weise aller Beteiligten.

Derzeit (09.04.2019; 13:40) laufen weitere Zeugenvernehmungen und es sind noch weitere Verhandlungstage angesetzt: 10., 29. und 30.04.2019

Video vom Prozessbeginn. Der Angklagte befindet sich auf freiem Fuß und nicht im Gefängnis. Er erscheint mit seinen Anwälten im Gerichtssaal – erwartet von der zahlreich erschienen Presse.

Die Zuschauer kommen in den Gerichtssaal. Nicht alle Plätze werden besetzt.

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Presse:

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Klaus Öllerer
09.04.2019/10.04.2019; 12:38
Ilja Tunjic


Kommentare

  1. Es muss verboten sein, das kaltblütige Mörder ihre Fratze verstecken dürfen. Diesen Mörder sollte die ganze Härte des Gesetzes treffen. Er hat sein Leben verwirkt, weil er ein unschuldiges Leben genommen hat.

    1. – „Er hat sein Leben verwirkt, weil er ein unschuldiges Leben genommen hat.“

      Er hat die größte und wahrscheinlich einzige große Chance seines Lebens.

  2. Radfahrer dürfen in der Fußgängerzone (Limmerstraße) eigentlich nur Schrittgeschwindigkeit (5 kmh) fahren. Leider hält sich fast niemand daran.

  3. Was ist das für eine Gerechtigkeit hier bei uns???? Ein Killer läuft frei und lässig durch die Gegend, obwohl er auf brutale Weise einen Menschen getötet hat. Die Angehörigen sterben jeden Tag aufs Neue. Armes Deutschland.
    Zeig wenigstens Dein Gesicht im Prozess und guck den Angehörigen in die Augen, Du Feigling.

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