11. Februar 2018

Kundenmeldung:

Meisterkurs mit Maria Linnemann

Neun Schülerinnen und Schüler der Gitarren-Akademie-Linden sind am 20. Januar 2018 zum Meisterworkshop mit der Komponistin Maria Linnemann in die Räume der Eleonorenstaße 18 gekommen. Los ging’s mit Rocko und Fiona, die die Kompositionen „Danza“ und „Olé“ vortrugen. „In welchem Takt ist das Lied ,Olé‘ geschrieben?“, fragte Maria Linnemann. Die Antwort kam prompt: ein ¾ Takt. Aber was heißt das für die musikalische Umsetzung? Schnell konnten Rocko und Fiona erkennen, dass die erste Zählzeit hervorgehoben werden muss, was dem Lied beim erneuten Durchspielen einen ganz anderen Klang verlieh. Da die Kompositionen aus der Hand Marias stammen, konnte sie auch noch Geschichten dazu erzählen, wie die musikalischen Ideen entstanden sind. Weiter ging es mit Oskar und Ben, die das Duett „Juliette“ spielten. Hier zeigte sich besonders der Rhythmus der ersten Gitarre als eine knifflige Aufgabe.

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Nach einer kleinen Pause spielten Kira und Carlotta „Ruhiges Meer“ und „Regentanz“ aus der Indianer-Suite. Neben musikalischen Tipps legte Maria Wert auf die Technik. „Da die Melodie bei beiden Liedern mit dem Daumen hervorgehoben werden muss, ist es schwierig, die Oberstimme, egal ob mit dem Zeige- oder Mittelfinger gespielt, nicht zu laut werden zu lassen“, sagte Maria zu Kira und Carlotta. Diesen Tipp setzten die Zwei ohne zu Zögern um, sodass die beiden Lieder sich sofort hörbar verbesserten. „Ich freue mich, dass die Gitarren-Akademie-Linden Wert darauf legt, dass Schüler gemeinsam Musizieren“, sagt Maria und freute sich sichtlich auf die folgenden Beiträge.

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Neel und Jonah spielten die ersten zwei Sätze aus der Japan-Suite. Doch bevor die musikalischen Raffinessen der Lieder besprochen wurden, ging Maria auf die Körperhaltung ein, da diese sich sofort auf das Gitarre spielen auswirkt. Zudem kommt es bei einer falschen Sitzhaltung im Erwachsenenalter oftmals zu körperlichen Beschwerden. Da Maria jahrelang in Japan gelebt hat, erklärte sie den Schülern und den anwesenden Dozenten Achim, Michael und Lars, das es dort üblich sei, zunächst die richtige Haltung zu erlernen. Erst später wird mit dem Gitarre spielen begonnen. Dies geschieht aus gutem Grund: Wenn man einmal gelernt hat, richtig zu sitzen, ist das Thema ein für alle Mal abgehakt. Nun kam Maria darauf zu sprechen, dass die Spieler eines Ensembles gemeinsam atmen müssen. So kann man längere Töne ausklingen lassen und wieder gemeinsam beginnen, ohne dass die Töne zeitversetzt erklingen.

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Weiter ging es mit Neil, Jonah und Shai, die zwei Renaissance-Kompositionen und einen Blues von Cornelius Bruinsma spielten. Geübt wurde das gemeinsame Anfangen und der Schluss. Auch hier zeigte sich das gemeinsame Atmen als hilfreiches Instrument. Vor allem die Schüler von Michael konnten die Anregungen Marias sofort umsetzen – beinahe wie echte Profis. Der Workshop wurde finanziell vom Musikschulverband Niedersachsen- Bremen e.V. unterstützt.

Gitarren-Akademie-Linden
Christian Rolf
Eleonorenstr. 18
30449 Hannover
Tel. 0511 / 53 94 517
>> gitarrenakademie@web.de
>> gitarren-akademie-linden.de

 

05.02.2018

 

 

Kommentare

  1. Toll, toll, und schön anspruchsvoll (aber machbar). Die Kurse kosten auch viel, sind aber im Vergleich zu individuell organisierten Musiklehrern günstiger. Im Freizeitheim und bei noch ein paar Vereinen ist es noch günstiger, aber die Kurse sind teilweise nur für Anfänger und weniger systematisch und ambitioniert.

    – Ich selbst habe das Gitarrespielen im Jugendzentrum gelernt bei einem alten und offenbar ehrenamtlichen Hippie. Der hat mir Bob Dylan, Neil Young und Cat Stevens beigebracht. Als Anschub reichte das für mich, weil man in gewissem Maße ja auch von selbst weiterkommen kann. Zwischendurch hatte ich dann immer mal wieder kurze Unterrichtsserien von Individuallehrern, meistens Gitarristen der lokalen Bands.

    Dann hatte ich (erstaunlicherweise) ein paar Jahrzehnte fast überhaupt nicht gespielt, vor fünf Jahren aber wieder angefangen – nachdem ich was vorspielen musste und die Reaktionen darauf großartig waren. Seitdem spiele ich fast täglich bei enorm wachsendem Repertoire und verbesserter Technik. Hätte ich das schon frühzeitig gemacht, wäre ich jetzt auch ein Meister.

    Technisch schlägt mich jeder Gitarrenakademie-Student schon nach wenigen Jahren. Trotzdem kriege ich nur Lob und Anerkennung – und Angebote. Zum Beispiel könnte ich jederzeit und täglich ein Musikstudio mit allem Drum und Dran mitnutzen für lau. Oder so was wie Linden Legendz in klein auf die Beine stellen, oder bessere Straßenmusik machen.

    Inzwischen habe ich mir in meinem langen Leben eine Sehnenkrankheit (Morbus dupuytren) an beiden Händen eingefangen, die in leichten Schüben zunimmt, deren Ursache der Wissenschaft unbekannt ist und die (ohne Zuzahlung) normalerweise mit einem ziemlich fiesen Zickzackschnitt operiert wird. Zickzack deswegen, damit das überhaupt wieder vernünftig zusammenwächst. Bis die Narbe wieder geschmeidig wird, dauert es dann 18 Monate oder so, die Verknorpelung kann dann wieder nachwachsen, usw. Das ist dann schon ziemlich EOL, also End Of Life.

    Mein musikalisch äußerst erfahrener Kumpel (und Mentor) meinte dazu nur empört: „Dann spielst du halt Bottleneck!“ 😉

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