26. November 2017

Titelbild: Planungsnahe Simulation zum Hochbahnsteig Küchengarten.

 

Nach jahrelangen kontroversen Diskussionen in der Stadtpolitik und in Linden-Nord hat der Verkehrsausschuss der Region einstimmig den Bau von drei Hochbahnsteigen in der Limmerstraße beschlossen: Küchengarten, Leinaustraße und Ungerstraße. Für mobilitätseingeschränkte Personen sind das besonders gute Nachrichten. Mit Rollatoren, Rollstühlen u.ä. gibt es dann einen bequemen Zugang zu den Stadtbahnen.

Derzeit ist damit zu rechnen, dass bis Ende des Jahres neben der Region auch der Rat der Stadt die notwendigen Beschlüsse fassen wird, um mit der Realisierung zu beginnen. Beide Hochbahnsteige, Küchengarten und Leinaustraße, sollen dann annähernd gleichzeitig fertig gestellt werden.

Die Hochbahnsteige haben auch Nachteile. So wird es nach Realisierung einige Einschränkungen geben. Das betrifft Umwege bei der Überquerung der Limmerstraße, als auch bspw. den Fahrradverkehr aus und in Richtung Pfarrlandplatz. Dieser wird durch den dortigen Hochbahnsteig evtl. risikoreich ausgebremst und eingeengt. Bei der Realisierung soll nach verträglichen Lösungen gesucht werden. Das dürfte angesichts der Enge vor Ort schwierig werden. Auch könnte für Fahrradfahrer an den Hochbahnsteigen die Gefahr höher werden in die Schienen zu rutschen.

Nach jahrelanger Debatte und Abwägungen von Vor- und Nachteilen hat die Politik der Stadt nun diese Lösung mit Hochbahnsteigen auf den Weg gebracht.

 

Hochbahnsteig Küchengarten

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Beschlossener Hochbahnsteig Küchengarten mit Bushaltestelle, Details können sich noch ändern >> in groß (PDF)

 

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Simulation Hochbahnsteig Küchengarten

 

Am 30. November findet in der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum eine Verastaltung zum Hochbahnsteig Küchengarten statt. >> mehr

 

Hochbahnsteig Leinaustraße

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Beschlossener Hochbahnsteig Leinaustraße mit Bushaltestellen, Details können sich noch ändern >> in groß (PDF)

 

Hochbahnsteig Ungerstraße

Hier liegt noch kein veröffentlichter Plan vor.

Begründung aus der >> Beschlussdrucksache zum Regionsbeschluss:
„Aus dem Meinungsbild des „Runden Tisches“ ergibt sich ein hoher Bedarf für eine unweit des Freizeitheims Linden gelegene barrierefreie Haltestelle, die gleichzeitig auch eine Erschließung des nordwestlichen Bereiches von Linden-Nord mit kurzen Fußwegen sicherstellt.
Daraus leitet sich ab, dass die Limmerstraße mit insgesamt drei Haltestellen erschlossen werden muss, um die Haltestellenabstände nicht zu groß werden zu lassen.
In der Machbarkeitsuntersuchung von 2011 hat sich ein Standort für die heutige Haltestelle Ungerstraße zwischen der Röttgerstraße und dem Beginn des Gleisbogens in Richtung Westen als günstig erwiesen (Standort „Freizeitheim“). Hier weitet sich die Limmerstraße deutlich auf. Dieser Standort soll in weiteren Planungen vertieft und realisiert werden.“

 

öl/26.11.2017

 

 

Kommentare

  1. Es ist schon krass: Diejenigen die damals zum Jagen getragen werden mussten, als es darum ging, aus der Limmerstraße eine Fußgängerzone zu machen in der auch Fahrradverkehr und ÖPNV stattfindet, von denen tun jetzt einige so, als sei es ganz locker mal eben möglich einen Stadtbahntunnel unter der Limmer zu bauen, der angeblich alle Verkehrsengpässe beseitigt.
    SPD und CDU hatten damals erhebliche Bedenken angemeldet und einige davon hätten am liebsten die Fußgängerzone Limmerstraße verhindert.
    Zum Glück gibt es die Fußgängerzone Limerstraße und damit ist schon mal das Verkehrsmittel außen vor, dass überall in der Stadt für die schlimmsten Engpässe sorgt: Das Auto!
    Und jetzt melden sich einige der damaligen Fußgängerzonen-Gegner zu Wort und bedauern die geplanten Hochbahnsteige in der schönen Fußgängerzone in der Limmerstraße. Wie scheinheilig ist das denn? Die hätten doch am liebsten eine sechsspurige Einfallsstraße auf der Limmer mit einer Stadtbahn unten drunter wie in der Hildesheimerstraße, damit sie den Autos nicht im Weg ist.
    So was war übrigens tatsächlich mal geplant für die Limmer im sogenannten Göderitz-Plan aus den 50er-Jahren. Allerdings mit Stadtbahn in der Mitte, nicht unten drunter. http://www.haz.de/Hannover/Aus-den-Stadtteilen/West/Aesthetisches-Chaos-bleibt-unbehoben

    1. Georg W. mit seinen üblichen Auto-Hass-Kommentaren. Der Göderitz-Plan ist wie vieles andere als überdimensionierte Planung wieder in der Schublade verschwunden und eher nur als Randnotiz zu vermerken. Nicht alles, was jemals zu Papier gebracht wurde, war auch in ernsthafter politischer Diskussion.

  2. Tja, die Nord-Lindener sind einfach zu lange den falschen Politikern gefolgt. Schließlich waren es die Grünen, die seit Anfang der Neunziger massive Stimmung gegen den Tunnelbau auf der D-Linie gemacht haben – und das Ganze nur aus Expo-Ängsten… Das Ergebnis ist eine Mini-Straßenbahn mit engsten Kurven und kleinsten Bahnsteigen, die genauso zockelig fährt wie 50 Jahre zuvor. Nun auch endlich für die Limmerstraße… Den großen Wurf kriegt man mit alternativ träumenden ÖPNV-Verhinderern halt nicht hin. Ein flacher Tunnel unter der Limmerstraße mit zwei, maximal drei Stationen wäre die beste Lösung gewesen. Nun ja, dann halt erst wieder nach zwanzig, dreißig Jahren… Die Grünen sind ja „stolz drauf, den D-Tunnel bislang verhindert zu haben“ (Zitat aus 2012). Die Bahnsteige in der Limmer gehören zu diesem „Stolz“ leider dazu.

    1. Im Vergleich zu den Straßenbahnnen der 50er Jahre sind selbst die grünen Fahrzeuge aus den 70ern Jahren keine „Mini-Straßenbahn“. Ja es ist schade, dass die Niederflurbahn nicht kommt. Sie wurde verhindert von Politikern, denen ein Sadtbahntunnel unter der Limmerstraße so was von schnurzpiepgleichgültig ist, dass die Bewohner der Limmerstraße noch ein weiteres halbes Jahrhundert darauf hätten warten dürfen. (Und ihn trotzdem nicht bekommen haben würden.) Schließlich hatte man diesen Tunnel ja schon mal Anfang der 60er Jahren in Aussicht gestellt, als noch keine „Grünen“ mitregierten und gebaut wurde er trotzdem nicht.
      Den Tunnel-„helden“ ging es immer nur um den Innenstadttunnel in der City. Und um den zu kriegen hätten sie auch 70m lange Hochbahnsteige in der Limmerstraße in Kauf genommen, denn dann hätten dort Drei-Wagen-Züge halten können. Eine Größe bei der sich ein Tunnel zwar immer noch nicht rechnet, aber etwas weniger schlecht dasteht, als wenn dort nur Zweiwagenzüge fahren.
      So gibt es zwar keine Niederflurbahn aber wenigstens nur 45 m lange Hochbahnsteige. Und die Barrierefreiheit ist anders nicht zu erreichen.
      Einen Teil-Hochbahnsteig wie in Frankfurt Musterschule hielte ich jedenfalls für eine noch schlechtere Lösung.
      Dort gibt es nur im mittleren Segment, also für den mittleren Wagen einen richtigen Hochbahnsteig. Davor und dahinter ist der Wagen nur über einen Stufenaufstieg von ca 30cm erreichbar.
      https://www.detail.de/artikel/neubau-von-barrierefreien-hochbahnsteigen-in-frankfurt-30106/

      Die richtig gute Lösung, die auch am runden Tisch entwickelt wurde, Bahnsteig vor die Limmerstraße in Diagonalanordnung gönnt die Region den Anwohnern der Limmerstraße nicht. Eine kleine Rache der Innenstadt-Tunnel-Befürworter dafür, dass die Lindener keine 70m langen Hochbahnsteige wollten?

      Fakt ist, dass eine Niederflurbahn nicht zu dem vorhandenen Tunnelsystem gepasst hätte, und das ist anscheinend einigen Planern und Politikern so heilig, dass sie Niederflur verhindert haben, obwohl klar war, dass auch für einen D-Tunnel in der Innenstadt kein Geld da war. Besonders unsinnig ist das alles deshalb, weil man ja auch auf der D-Strecke in der Innenstadt einen Tunnel für Niederflurbahnen hätte bauen können.

      1. > „Den Tunnel-„helden“ ging es immer nur um den Innenstadttunnel in der City.“

        Quatsch, den Tunnelhelden ging es um eine Vollendung eines ganzheitlichen Stadtbahnnetzes. Dazu gehört der D-Tunnel in seiner gesamten Ausdehnung als verbindender Ast zwischen D-West (Ahlem-Linden Nord) und D-Süd (Südstadt-Bemerode). Ich erinnere nur ungern daran, dass in jeglicher Netzplanung zur U-Bahn IMMER der Ast nach Linden und Ahlem wie selbstverständlich als U-Bahn eingebunden wurde. Und die Baureihenfolge hieß nicht umsonst A, B, C, D. Nach dem EXPO-Zuschlag haben Grüne bis heute verhindert, dass das Netz mit dem D-Tunnel komplettiert wurde (aus welchen dubiosen Gründen auch immer). Fakt! Niederflur ist seit 2012 ad acta! Fakt! Und was bekommt Linden nun als Ergebnis dieses sinnlosen, grün angezettelten Gezänks, dass auf allen Seiten nur Verlierer hinterließ? Eine Bummel-Straßenbahn mit Mini-Hochbahnsteigen. Gratulation. So richtig schneller und entspannter ist die 10 ja nicht wirklich geworden für das viele Geld…

        1. Achja? Den Tunnel-„helden“ ging und geht es gar nicht darum, dass in der Limmerstraße ein „Stadtbahn-Flachtunnel“ gebaut wird. Es geht ihnen nur darum, dass in der Innenstadt vom Goetheplatz zum Hauptbahnhof ein Tunnel gebaut wird?

          Dann trifft ja meine Einschätzung voll-umfänglich zu: Die Tunnel-„helden“ wollen 70 m lange statt 45m lange Hochbahnsteige auf der Limmerstraße, weil ein Innenstadttunnel eben die extrem hohen Kosten ein bisschen besser rechtfertigen ließe als mit 45m langen Tunnelstationen.

          Und den Bewohnern von Linden-Nord wird dafür mal vorgemacht, sie bekämen dann ihren Limmerstraßen-„Flachtunnel“.

          1. Warum nur werden hier Aussagen verdreht und Frankenstein-mäßig neu zusammengebastelt? Natürlich hat sich die Initiative Pro D-Tunnel mit allen möglichen Varianten der D-Linie innerhalb der Stadt und auch in der Limmerstraße beschäftigt. Wenn sich politisch ein Limmerstraßentunnel machen ließe, würden wir das natürlich sehr begrüßen und fachlich begleiten. Von 70 Meter-Hochbahnsteigen ist nach Festlegung vom „Projekt 10/17“ keinerlei Rede mehr – die Lindener bekommen auch hier ihre 45 Meter Mini-Bahnsteige und fertig. Leider ist das so hinzunehmen, weil es eine politische Entscheidung war, die im Stadtbahnnetz leider eine kuriose Sonderstellung einnimmt.
            Ich bitte aber dennoch darum, die Verdreher á la „Schwarzer Kanal“ (auch hier) zu unterlassen. Karl-Eduard von Schnitzler wäre sicherlich stolz auf Sie.

  3. Ok, das war es dann mit der Limmerstraße, und die amtierenden Politiker setzten ihrer phantasielosen, jämmerlichen Verkehrspolitik ein weiteres Hochbahnsteigdenkmal. Zusammen mit den Bushaltestellen ist die Limmerstraße dann eine große Haltestelle, wer will da noch fahrradfahren, einkaufen, bummeln? Hochbahnsteige in dieser engen Straße sind wie ein Natodrahtverhau. Die Alternative, Busse raus und Bahn unter die Erde hätte unter Umständen dazu geführt die Limmerstraße wieder zu einem attraktiven Herz der Stadtteils zu machen. Das hätte Geld gekostet aber Qualität bekommt man nirgends zum Schnäppchenpreis. Solange unsere Politiker aber nur visionslos vor sich hin verwalten anstatt Politik für die Zukunft zu machen wird es hier wohl keine Veränderungen geben.

    1. Dann schau dich doch mal in der Marienstraße um! Da fährt die Bahn unter der Erde. Jooo! Ganz tolle Bummelmeile! Und selbst in der Lister Meile mit Bahn unter der Erde gibt es Probleme. Da darfste nämlich mit dem Rad nicht langfahren, weil Fußgängerzone ohne Sondererlaubnis für Radverkehr. Da ist mir die Limmerstraße mit Bahn und Radverkehr doch lieber!

  4. Die Haltestelle Küchengarten hätte mehr aus der Limmerstrasse raus gesetzt werden können! So ist es eine fahradfeindluche und bürgerferne Planung!

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