7. Juli 2018

Titelbild: Stand vom „Haus der Religionen“ beim >> Musik- und Kulturfest Küchengarten am 02.07.2011 mit Darstellungen des Islam und der anderen Religionen

 

Zur Förderung der Debattenkultur in Linden-Limmer werden hier auch Meinungsbeiträge veröffentlicht, die über den Stadtbezirk hinausreichen.

 

Integrationsprobleme: Christentum (Hexenverbrennung, etc.) und Islam (Scharia, etc.)

Meinungsbeitrag
von Klaus Öllerer

Alle großen Religionen sind in vordemokratischen Zeiten entstanden. Demzufolge waren ihnen die demokratischen Werte der Freiheit ursprünglich fremd. Das „offizielle“ Christentum hat die Anpassung geschafft – der „offizielle“ Islam nicht.

Christentum und Demokratie

Um in der Demokratie anzukommen, hat das Christentum dramatische Veränderungen durchmachen müssen. Der Zwang zum Glauben für alle war früher normal. Hexenverfolgung und Judenhass wurden bspw. auch durch Martin Luther legitimiert.

Heute gehören die Selbstbestimmung des Einzelnen und dessen Grundrechte wie Glaubensfreiheit und das Recht auf Kritik am Glauben zu den anerkannten Selbstverständlichkeiten auch im „offiziellen“ Christentum.

Gerade die Beschränkung auf das Religiöse und die Trennung von der weltlichen Macht war dabei eines der schwierigsten Kapitel. In der Schweiz wurde beispielsweise der katholische Jesuitenorden wegen Einmischung in Belange der weltlichen Macht 1848 verboten. Die Wiederzulassung erfolgte erst 1973. Religion ist in der Demokratie etwas Privates, was jeder für sich selbst bestimmen kann.

Alle Textstellen der Bibel gehören zum Christentum, auch wenn diese gegen Menschenrechte verstoßen.

Das „offizielle“ Christentum hat seine religiösen Überlieferungen inzwischen den demokratischen Werten weitgehend angepasst. Das heißt:
Christliche Traditionen und Textstellen der Bibel gelten nicht, wenn sie den Menschenrechten widersprechen.

Mit „offiziellem“ Christentum sind hier vor allem, aber nicht nur, die evangelische und die katholische Kirche gemeint.

Islam und Demokratie

Für Liberale Muslime ist der Fall klar:
Liberale Muslime sind all diejenigen, die sich ohne Wenn und Aber zu den Menschenrechten und zum Grundgesetz bekennen. Die Scharia-Vorschriften, die dem widersprechen, lehnen sie ab.“ [1]

Dem gegenüber steht der „offizielle“ Islam.

Oft ist davon die Rede, dass es keinen einheitlichen Islam gäbe. Das ist nur teilweise richtig. Es gibt nämlich so etwas wie einen „offiziellen“ Islam. Und dieser ist in der „Kairoer Erklärung“ beschrieben.

Die Kairoer Erklärung [2] wurde am 5. August 1990 von 45 Außenministern der aus 57 Mitgliedern bestehenden Organisation der Islamischen Konferenz angenommen. Sie ist ein islamisches Gegenstück zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen. Der entscheidende Unterschied: Die Scharia [3] steht über allem in der Kairoer Erklärung.

Problem: Solange der „offizielle“ Islam daran festhält die Scharia [3] über die Menschenrechte zu stellen, solange kann dieser nicht in die Demokratie integriert werden. Denn die Scharia sieht brutal harte Strafen vor für Kritik am islamischen Glauben, Abfall vom Glauben, ordnet die Frau dem Mann unter, etc., etc..

Muslim ist nur, wer die Scharia wortwörtlich nimmt„, Aussage eines Muslims in Linden.
Wenn ich in den Iran zurückkehre, dann nehmen die mich fest und töten mich!“, sagte eine zum Christentum konvertierte Iranerin in Hannover.

Die zentrale Frage bei der Integration des Islam lautet also:
Gelten die Islamischen Schriften – wie die Scharia [3] – auch, wenn sie gegen Menschenrechte verstossen?
Diese Schlüsselfrage der Integration des Islams sollte zur Standardfrage werden.

 

Andere Sichtweisen sind willkommen

Klaus Öllerer
11.07.2018/12.07.2018; 08:06/13.07.2018;10:40
>> BuergerlicheMitte.de

Quellen:

[1] Liberale Muslime
Welt v. 23.04.2015:
>> Liberale deutsche Muslime wollen Islam-Bild ändern

[2] Kairoer Erklärung
Wikipedia: >> Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam
Zitat: „Die Kairoer Erklärung der Menschenrechte weicht von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in vieler Hinsicht ab, vor allem dadurch, dass sie eindeutig nur diejenigen Rechte anerkennt, welche im Einklang mit der Schari’a stehen.“

[3] Scharia
>> Scharia: Islamisches Recht und Menschenrechte
Beispielhafte Zitate:
[>> 3a] Die islamische Theologie betrachtet die Scharia als vollkommene Ordnung, die Frieden und Gerechtigkeit schafft. Sie gilt als Ordnung Gottes und darf daher prinzipiell nicht durch menschliche Gesetze ersetzt werden.

[>> 3b] Ausstieg aus dem Islam? Nach klassischer islamischer Rechtsauffassung ist das nicht nur unmöglich, sondern ein „Verbrechen“, das mit dem Tod bestraft wird. Es gibt tausende Menschen, die als Kinder islamischer Eltern geboren wurden, die selbst aber Atheisten sind oder sich einer anderen Religion zugewandt haben. Bekennen sie sich zu ihrem Glauben oder zu ihrer Überzeugung, drohen ihnen schwere Sanktionen, Gewalt durch islamische Extremisten und in manchen Ländern sogar die Hinrichtung.

 

 

Kommentare

  1. Du wirst von zwei Chromosomen geboren, Du lernst und bildest Dein Ich aus, vielleicht hast Du das Glück eine „Familie“ zu gründen und eine Hälfte DNA weiterzugeben, erlebst eine Menge, und dann irgendwann stirbst Du. Es gibt keine Religion, nur Bio, Chemie, Physik(Mathe) und die Kultur in Deinem Leben.

  2. Zur Beurteilung des Islam oder zur Auslegung des Koran fehlen mir die nötigen Kenntnisse.
    Was das Christentum betrifft, geht es dem Verfasser des Artikels augenscheinlich ähnlich.
    Mit Abstand das schlechteste was ich zu diesem Thema jemals lesen durfte.

  3. Muslime müssen und dürfen sich nicht weltlichem, nicht-islamischem Recht unterordnen. Hier z. B. eine entsprechende Fatwa in strenger Auslegung (und natürlich seriös und ernstgemeint):

    – „Es ist dem Muslim verboten, eine nicht islamische Nationalität anzunehmen, da dies bereitwillige Unterwerfung der Ungläubigen beinhaltet, als auch, dass man an ihren Gesetzen festhält.“

    https://islamfatwa.de/soziale-angelegenheiten/150-muslime-in-nicht-muslimischen-laendern/901-kuffar-staatsbuergerschaft-annehmen

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