23. September 2017

Foto v.r.n.l: Vernon Reynolds (Enkel der Rüdenbergs), OB Schostok, Rainer Jörg Grube (Bezirksbürgermeister)

Die Eheleute Margarethe und Max Rüdenberg waren namhafte und verdiente BürgerInnen in Limmer. Max Rüdenburg war unter anderem von 1909 bis 1919 Bürgervorsteher der damals selbstständigen Stadt Linden für den Stadtteil Limmer und von 1920 bis 1925 Mitglied im Rat der Stadt Hannover. Er gehörte 1916 zu den Gründungsmitglieder der Kestner Gesellschaft. Die Eheleute Rüdenberg wurden während des Nazi-Regimes in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und dort ermordet. Am 26. September 2017 jährt sich der Todestag von Max Rüdenberg zum 75. Mal. (*)

Am Freitag, 22.09.2017, wurde das Straßenschild des Margarethe-und-Max-Rüdenberg-Platzes in Limmer enthüllt. Zusammen mit dem Enkel Vernon Reynolds nahmen Oberbürgermeister Stefan Schostok und der Bezirksbürgermeister des Stadtbezirkes Linden-Limmer Rainer-Jörg Grube die Benennung und Enthüllung des Straßenschildes vor.

Im Folgenden ein Video mit Redebeiträgen von u.a. Vernon Reynolds, einem Enkel der Rüdenbergs.

Vernon Reynolds schildert die nicht ganz leicht verständliche Fluchtgeschichte seiner Familie. Er und sein Bruder Peter (94) leben in England und seine Schwester in Frankreich. Am Ende des Videos liest die Tochter von Peter einen Brief ihres Vaters vor, der altersbedingt (94) nicht anreisen konnte. Danach ist die Enthüllung des Straßenschildes zu sehen.
Die verwendeten Einzelvideos wurden von Uwe Staade zur Verfügung gestellt.

 

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Nachkommen der Rüdenbergs, Foto: Gabriele Steingrube

 

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Foto: Uwe Staade

 

Titelfoto: Gabriele Steingrube
(*) Landeshauptstadt Hannover – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

öl/22.09.2017

Kommentare

  1. Es ist schon eine komische Geste von der Bezirks-CDU, ihren eigenen Gegenvorschlag zur Benennung „Halim-Dener-Platz“ im Bezirksrat jetzt plötzlich zu opfern für eine High-Society-Party, oder wie soll ich mir das erklären?

    Die Nachfahren der jüdischen Rüdenbergs, die ja im KZ zugrundegerichtet wurden, haben aber ganz schön sexy Töchter. Da scheint ja auch einiger Wohlstand vorhanden zu sein neben der zurschaugestellten Zufriedenheit. So lobe ich mir das. *harhar*

    Politisch ist das ein heftiges und mich überraschendes Zugeständnis der Bezirks-CDU an den Bezirksrat.

    1. Die Einweihung des Margarethe-und-Max-Rüdenberg-Platzes habe ich als außerordentlich würdig und gelungen empfunden. Ich sehe auch das Nein der Bezirks-CDU eher im Eifer des Gefechts entstanden, als gegen den jetzigen Rüdenberg-Platz gerichtet. Die CDU war dann ja auch bei der Einweihung des Platzes vertreten. In magnis et voluisse sat es (Properz, „Bei großen Dingen genügt es auch, sie gewollt zu haben“).

      Was aber gar nicht geht, wie hier ein anonymer Kommentar-Schreiber über Personen der Zeitgeschichte und ihre Familie herfällt. Ich verwahre mich dagegen, dass auf einer öffentlich zugänglichen Seite versucht wird, die Töchter Prof. Reynolds und ihn selbst mit antisemitischen Stereotypen zu instrumentalisieren. Dem Leid, was der Familie angetan wurde, wird hier noch ein verhöhnender Kommentar hinterhergeschickt. Das ist unterste Schublade.

      1. Oh-oh, die Olivgrünen schießen sich ein … und der Genickschuss erfolgt dann wahrscheinlich beim 47. Wirtschaftsforum … Das tut mir Leid.

        – Der Alternativvorschlag der Bezirks-CDU zur Benennung „Halim-Dener-Platz“ in Linden war „Ehepaar-Rüdenberg-Platz“:

        http://hallolindenlimmer.de/bezirksrat-zu-velvetplatz-halim-dener-platz-oder-ehepaar-ruedenberg-platz/

        Dieser Vorschlag ist mit der Benennung „Max-und-Margarethe-Rüdenberg-Platz“ in Limmer jetzt wohl hinfällig. – Das war der eine Teil meines Vorbeitrags.

        – „Was aber gar nicht geht, wie hier ein anonymer Kommentar-Schreiber über Personen der Zeitgeschichte und ihre Familie herfällt [, um sie] mit antisemitischen Stereotypen zu instrumentalisieren.“

        Ich kann gut verstehen, dass Jemand, der persönlich Anteil an den Schicksalen und Haltungen der Betroffenen genommen hat, ein hohes Maß an Pietät wünscht und auch benötigt. Persönlich sollte mein Beitrag auch nicht sein, sondern er betrifft inhaltlich abstraktere Ebenen. Für eventuelle persönliche schlechte Gefühle entschuldige ich mich; sie waren nicht beabsichtigt.

        „Was aber gar nicht geht“ (bitte diesen Witz kapieren!), ist das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG, „Zensurgesetz“), das die Bundes-Grünen mitzuverantworten haben. Das geht nämlich deutlich in Richtung Gesinnungszensur bei Umgehung des Rechtswegs.

        Der Wunsch nach Gesinnungszensur ist für mich auch im Vorbeitrag Gardemins erkennbar sowie in tendenziell schon vielen Äußerungen Rainer Grubes (beide Bezirks-Grüne). Dahinter scheint ja dann vielleicht System zu stecken.

        Und „anonyme Kommentar-Schreiber“, wie es vorwurfsvoll und schuldzuweisend heißt, gibt es im Internet reichlich. Möglicherweise 3/4 aller Beiträge im Internet erfolgen unter Pseudonym. So funktioniert das Internet, und nur so. Vielleicht ist das ja mal eine Information für die Datenautobahn-Experten neben Merkel!

        Und ich frotzele grundsätzlich gegen Alles und Jeden – hier zum Beispiel rassistisch:
        http://hallolindenlimmer.de/polizei-phantombild-unbekannter-ueberfaellt-hannoveranerin-in-linden-nord-wer-kennt-den-raeuber/#comment-2022

        Gerade doch erst durch das Frotzeln, durch die ironische Auseinandersetzung mit den Grenzbereichen bekommt man doch eine lockere Haltung zu den Dingen. Oder glaubt Jemand, ich hätte was gegen Schwarze oder Michael Jackson? Ich bin Jackson-Fan! – Ich kann mich auch über Spießer lustig machen, wenn es gerade mal passt oder über Olivgrüne. Das ist mir doch schnurz.

        Und warum soll ich davon ausgerechnet Juden ausnehmen? – Und das gilt dann als Antisemitismus? Da lachen ja die Hühner.

        P. S.: Meinen Vorbeitrag finde ich selbst auch halb daneben, aber ich denke mir immer: 60% meiner Beitragsinhalte hier sind brauchbar, der Rest ist Müll. Das nehme ich auch bewusst so hin. Wenn man nur „Sahne“ schreibt, kriegt man nie einen Kommentar raus. Und der Leser muss sich ja sowieso noch mal selbst überlegen, welche Perspektiven er einnehmen möchte. Insofern entsteht dem Leser kein Schaden, finde ich. Man kann zum Beispiel auch etwas ablehnen und dadurch das Gegenteil besser lernen. Deswegen ist Diskurs immer gut. Ich denke mir immer: Sollen die Anderen mehr schreiben, dann gleicht sich das wieder aus. Von mir aus könnte das ganze Forum hier voll sein von Rants und Stories und Berichten und allem Denkbaren.

        P. P. S.: Und wieder muss der Publizist hier einen schwierigen Beitrag von mir veröffentlichen, der auf ihn zurückfallen könnte. Als Journalist und Publizist hat Klaus Öllerer zwei Grundsätze:

        1. Unbedingte Meinungsfreiheit. – Jeder Beitrag hier muss extra freigeschaltet werden, aber noch kein einziger Beitrag von mir (es mögen inzwischen hunderte sein) wurde zensiert. Das ist an sich logisch, da ich in meinen Beiträgen keine Gesetzesverstöße begehe, aber vor Allem zeugt es von beeindruckender Zivilcourage, denn ein Teil meiner Beiträge muss dem Publizisten gegen den Strich gehen. Da muss man halt lernen, unterschiedlicher Meinung zu sein und sich trotzdem zu respektieren und zu schätzen. Das ist die hervorragende Lebensaufgabe, die der Publizist gewählt hat, ein Dienst an der Menschheit.

        Meinungsfreiheit ist ein so hohes Gut, dass es grundgesetzlich „ganz oben“ steht. Alles bricht zusammen ohne die Meinungsfreiheit.

        2. Den zweiten Grundsatz reiche ich nach, LOL! – (Doch, ich verrate es noch: „Alles“ berichten! *harhar*)

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