2. Februar 2019

Pressemitteilung Initiative Pro D-Tunnel e. V.: Region lehnt Limmerstraße-Tunnel voreilig ab

Bezirksrat Linden-Limmer stellt Prüfantrag für einen Limmerstraße-Tunnel – Region lehnt vorauseilend ab

Am 30.01. wurde im Stadtbezirksrat Linden-Limmer mit 14 Stimmen dafür, 3 Stimmen dagegen, 2 Enthaltungen der Antrag der CDU angenommen, an die Region Hannover einen Prüfauftrag für einen Stadtbahntunnel unter der Limmerstraße zu stellen. Grund hierfür ist die weiterhin starke Ablehnung gegenüber den geplanten Hochbahnsteigen der D-Linie. Mittlerweile wendet sich auch eine Online-Petition gegen die Bahnsteige.

Die Region Hannover stemmt sich jedoch schon einen halben Tag später gegen den Prüfauftrag und meint durch Sprecherin Carmen Pförtner: „Der Bau eines Tunnels ist völlig abwegig”. Außerdem wäre der Tunnel nicht wirtschaftlich, „da es eine funktionierende oberirdische Strecke bereits gibt”.

Dies ist ein schwaches bis kurioses Argument – das gesamte heutige Tunnelnetz der Innenstadt basiert auf ehemals „funktionierenden oberirdischen Strecken”, die allesamt durch die enge City fuhren. Sie wurden halt in den Tunnel verlegt und damit entflechtet, beschleunigt, kapazitativ verstärkt und zukunftsfähig gemacht. Würde man die Regionsaussage erweitern, stellte die Region quasi die Wirtschaftlichkeit und Existenz des gesamten innerstädtischen Tunnelnetzes in Frage.

Es ist unverständlich, dass die Region erneut im Vorfeld schon Vorstellungen von Tunnel-Bauvorhaben abblockt. Der Auftrag heißt, einen Tunnel unter der Limmerstraße durchzurechnen und Fördergelder anzufragen. Erst nach einer Absage vom Fördergeldgeber kann man solch einem Vorhaben eine Abfuhr erteilen. Das Abblocken zeigt erneut den Unwillen der Region, größere ÖPNV-Bauvorhaben stemmen zu können oder gar zu wollen.

Auch der D-Tunnel in der Innenstadt wurde stets als „unfinanzierbar“ von der Region gebrandmarkt. Bis heute jedoch konnte und wollte die Region nicht eine Absage des Fördergeldgebers vorlegen. Machbarkeitsstudien zum D-Tunnel wurden in die Schublade gesteckt.

Ein vom Volumen her ähnliches Vorhaben ist der Tunnel A-West von Waterloo über Schwarzer Bär bis zum Westschnellweg. Hier hatte die Infra 2003 ebenfalls schon eine Machbarkeitsstudie getätigt (Pläne liegen vor). Das Ergebnis liegt ebenfalls seit 15 Jahren unveröffentlicht in der Regionsschublade.

Die Region Hannover muss sich klar bekennen, ob ihr ernsthaft an einem zukunftssicheren Ausbau des Stadtbahnnetzes gelegen ist, der sich nicht nur noch einseitig auf den Bau von Hochbahnsteigen beschränkt. Kapazitäten für die nächsten Jahrzehnte einer stetig wachsenden Hauptstadt und beschleunigte Stadtbahnen zu schaffen scheinen demnach offenbar nicht im ernsthaften Interesse der Region zu liegen.

Pro D-Tunnel e. V. fordert daher die Region auf, den Prüfantrag für den Limmerstraße-Tunnel ohne Vorbehalte oder Taktierereien durchzuführen und Anfragen an den Fördergeldgeber einzuleiten und auch zu dokumentieren.

>> pro-d-tunnel.de

 

02.02.2019

 

 

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