9. November 2018

Titelbild: Brennende Synagoge am 10.11.1938

Im Nachbarstadtteil Calenberger Neustadt brannte vor 80 Jahren die Synagoge durch Branntstiftung der SS nieder. Heute erinnert eine Gedenkstätte an die damalige Progromnacht.

Dem 80. Jahrestag wurde heute in einer feierlichen Veranstaltung gedacht.

2018.11.09_PB090938

 

Totengebet – El male Rachimim

 

Vortrag von SchülerInnen der Heistergerschule

 

Kranzniederlegung

 

2018.11.09_PB090928_1
Gedenkstätte

 

2018.11.09_Programm_80-Jahre_Gedenken_Progromnacht_1

 

Klaus Öllerer
09.11.2018

 

 

Kommentare

  1. Die Videos gucke ich mir wegen meines lahmen Internets mal wieder erst später an.

    Wer in jüngster Zeit und in unserem Kulturkreis Pogrome beobachten möchte, wird schnell in Türkei und Ukraine fündig (trotz der mangelnden Mainstream-Berichterstattung), und da sind ebenfalls Millionen von Menschen existenziell und zu Unrecht bedroht, wenn nicht schon längst tot oder weg oder ohne vernünftige Anklage im Gefängnis verschwunden. Die Appeasement-Politik des aufrechten Sozialdemokraten und Oberbürgermeisters Schostok gegenüber der Türkei ist ein Hohn gegenüber den Opfern. Das könnte ich jetzt noch mal ausführen. Dazu nimmt man einen aufklärenden, gut recherchierten und verständlichen Bericht über die Verhältnisse in der Türkei und legt daneben die Stellungnahme Schostoks zur Benennung des Halim-Döner-Platzes. Auf Anfrage arbeite ich das gerne aus. Das ist Appeasement-Politik, wie sie damals auch von den USA Nazi-Deutschland entgegengebracht wurde. Die haben ja damals wie heute noch die Finanzierung des faschistischen Systemumbaus übernommen, usw., wie heute in Türkei oder Ukraine. Dem Kapital ist das egal.

    Wenn ich ein deutscher Politiker bin und habe ein Gespräch mit einem türkischen, und es wurde kurz zuvor ein kurdisches Dorf plattgemacht (ob in der Türkei oder, noch schlimmer, aktuell in Syrien), wobei Enteignungen vorgenommen wurden, Tötungen oder sonstwas, dann sage ich dem Kollegen, dass ich bei den Verantwortlichen Konsequenzen sehen will (darunter Gefängnisstrafen), und dass er vorher nicht wiederzukommen braucht. Es braucht sich Niemand einzubilden, er könnte etwas mit mir zu tun haben, wenn er dabei andere Menschen kaputtmacht und darauf seinen (Diplomaten-)Job aufbaut.

    Man fragt sich, wie man selbst gehandelt hätte in der Nazi-Zeit. Das waren ja im Prinzip die selben Menschen damals (abgesehen von den Migranten der Neuzeit). Ich selbst wäre wahrscheinlich irgendwas zwischen Mitläufer und Opfer gewesen. Teilweise kann ich mich nicht so gut anpassen, und darum hätte ich es etwas schwerer oder gar riskanter gehabt. Und mit meinen heutigen Meinungen wäre ich damals sicherlich im Zuchthaus gelandet. Dann hätte man sich wohl vorsorglich umstellen müssen und, um mit sich selbst im Reinen zu bleiben, seine Meinungen vielleicht auch innerlich wechseln.

    So, wie ich vielleicht Mitläufer oder Opfer gewesen wäre, wäre ein Polit-Funktionär Schostok bestimmt auch damals einer gewesen, ein Funktionär. Auch wenn er für die Interessen des Kapitals und der Karriere zwischenzeitlich hätte die Partei wechseln müssen.

    Eine Rolle spielte bei der inzwischen oft ungern so genannten Reichskristallnacht auch die Polizei. Dazu habe ich vor wenigen Tagen eine Parallele erlebt, in der eine Razzia gegen Schwarze mit betonter Freude durchgeführt wurde, was nach einem Raunen unter den nicht betroffenen Alteingesessenen wohl allgemein (auch unter den Polizisten) als nicht akzeptable Peinlichkeit bewertet wurde. Aber es war auch deutlich zu bemerken, dass einige unter den Polizisten zunächst wie selbstverständlich aus ihrer Verachtung und irgendwie aufgestauten Wut keinen Hehl machten, und dass das auch in der Kollegenschaft grundsätzlich akzeptiert wird. Einen ähnlichen Fall habe ich schon mal in einem anderen Kontext selbst erlebt. Und jetzt fällt mir ein weiterer Fall ein (dabei habe ich nur selten mit der Polizei zu tun), wo die Polizei gegenüber Minderheiten keineswegs neutral gehandelt hatte und diesmal dabei auch die Strafverfolgung versaut hatte wegen ethnischen Schubladendenkens.

    Eigentlich will ich aber gar nicht auf einzelnen Akteuren herumreiten. Wir alle schwimmen mit dem Strom.

    P. S.: Mein aufrichtiges Beileid und mein Respekt für alle jüdischen, südosteuropäischen, homosexuellen, kommunistischen, allzu-christlichen oder behinderten Verfolgten des vergangenen Nazi-Regimes. Angst und Schrecken sind unmenschlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.