9. Juli 2017

In den letzten Jahren haben linksautonome Aktivitäten in Linden immer wieder eine Aufsehen erregende Rolle gespielt. Im Folgenden hier eine kleine – unvollständige – Auswahl.

Das Titelbild zeigt den Marsch von 20-30 Vermummten zu einem Blitzanschlag auf denn’s Biomarkt in der Limmerstraße. Scheiben wurden mit Pflastersteinen eingeschlagen. >> mehr

Die Eismanufaktur Frioli in der Staphanusstr. in Linden-Mitte wurde gleich zweimal mit Steinen und Farbe beworfen. Das konnte die Besitzerin – damals eine am Anfang stehende Existenzgründerin – jedoch nicht daran hindern zum beliebtesten Eisladen weit und breit zu werden. Sehr häufig stehen die Kunden Schlange, um ein Eis zu kaufen.
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Auf einer Demonstration der linksautonomen Kampagne Ahoi wurden beim Vorbeimarsch die Anschläge auf die Eismanufaktur gerechtfertigt. >> mehr

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Eismanufaktur Frioli am 03.05.2012

 

Bei der „Freiraumdemo“ der Kampagne Ahoi durch Linden-Nord und -Mitte kam es zur Eskalation, als ein Demoteilnehmer einen filmenden Polizisten mit einer Flasche bewarf. Das anschließende Verhalten der Demonstranten und insbesondere die Lautsprecherdurchsagen wurden dokumentiert. Das vorhandene Aggressionspotential ist erkennbar.  >> mehr

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„Freiraumdemo“ beim Marsch durch die Limmerstraße

 

Transparent der linksautonomen Kampagne Ahoi

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„Wir nehmen uns, was uns sowieso gehört“ – Transparent am Wohnprojekt Stadtteilleben in der Fröbelstr. in Linden-Nord

 

Plakat I an Hauswand

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Unverhohlene Freude über einen Anschlag auf einen Bundeswehr-Fuhrpark. Plakat an der Hauswand des Wohnprojektes Stadtteileben.

 

Plakat II an Hauswand

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Zustimmung zum Brandanschlag auf ein Geschäft. Zitat: „Im Mai brannte in Dannenberg ein KIK Markt ab. Sabotage und Image Beschmutzung sind ein Weg Verbesserungen zu erkämpfen. Kapitalismus ist Krieg. Kapitalismus tötet.“ Plakat an der Hauswand des Wohnprojektes Stadtteileben.

 

Drogen + kein Reinkommen – Polizeieinsatz bei Stadtteilleben in der Fröbelstraße, Linden-Nord
Auf ein Betreten des Gebäudes durch die Polizei wurde aufgrund des Widerstandes zahlreicher sich aufbauender Personen nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft verzichtet. >> mehr

 

Undsoweiterundsofort …

Wer sind die Linksautonomen von Linden?
Im Wesentlichen geht es dabei um die Kampagne Ahoi und ihr Umfeld.
Diese lehnen die Demokratie ab, befürworten Gewalt und lassen nur ihre eigenen Ziele gelten im Sinne einer Monokulti-Gesellschaft. Sie kämpft in einem anarchistischen Sinne eigentlich gegen den ganz normalen bürgerlichen Lebensstil nach der Devise „Wir nehmen uns, was uns zusteht“ (Zitat aus „Kampf um den Kiez“) und verhält sich wie eine Sekte. Ihre Internetseiten werden anonym betrieben und enthalten kein Impressum.

Die Kampagne Ahoi ist die dominierende Kraft im Wohnprojekt Stadtteilleben in der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule in Linden-Nord und wurde 2011 von der Grünen Jugend gegründet.
Es gibt ausreichende und gut dokumentierte Erfahrungen in Linden. >> 1+2+3+4+5, weitere sind auf Wunsch vorhanden. Ohne politische Unterstützung sind die Aktivitäten der Linksautonomen im Stadtbezirk kaum denkbar. Die Kampagne Ahoi ist direkt im Bezirksrat Linden-Limmer vertreten.
In einem früheren Artikel wurden einige beobachtete Zusammenhänge bereits dargestellt.
>> Doppeltes Doppelspiel der Grünen

Siehe auch >> Spezial: Gentrifizierung oder was?

Das Wüten des Schwarzen Blocks in Hamburg beim G20-Gipfel und die Rolle einer vielfachen Unterstützungskultur bis tief in die Politik hinein ist inzwischen Gegenstand öffentlicher Debatten geworden.

Andere Sichtweisen sind willkommen als Kommentare oder eigenständige Artikel.

Klaus Öllerer
09.07./10.07.2017, 10:02, 11:57

Pressemeldungen zu Hamburg und den Ereignissen rund um das G20-Treffen

TAZ, 09.07.2017
>> Merkel und der kriminelle Mob
Dieser „Erfolg“, der die inhaltliche Leere überdeckt, geht allein auf des Konto des unpolitischen, kriminellen Mobs, der auf Hamburgs Straßen wütete.

ZEIT, 09.07.2017
>> Gabriel fürchtet um Deutschlands Ansehen in der Welt
Außenminister Sigmar Gabriel (SPD): „Die Täter unterscheiden sich überhaupt nicht von Neonazis …

WELT, 08.07.2017
>> Die Konsequenz einer Kuschelpolitik mit Linksextremen
Stellen Sie sich vor, junge Rechtsradikale würden einen Altbau besetzen, Graffiti an die Wände pinseln und Plakate aus den Fenstern hängen. In diesem Fall stünde wohl …

FOCUS, 09.07.2017
>> Was wäre passiert, wenn Rechte in Hamburg randaliert hätten?
Hätte es nicht deutlich mehr Verurteilungen der sinnlosen Gewalt gegeben? Vielleicht sogar Gegendemonstrationen oder Mahnwachen? Der Gedanke hat für viele etwas Unangenehmes, längst nicht nur für Menschen, die sich selbst als links einstufen. Niemand wird gern an die eigenen blinden Flecke erinnert. …

Welt, 09.07.2017
>> Bürger überhäufen Polizeikräfte mit Liebe und Dankbarkeit

Achgut.com, 10.07.2017
>> Hamburg: ZEIT-Journalist eröffnet Antifa-Menschenjagd
Es ist viel schlimmer. Nach und nach zeigen sich Abgründe von Hass, die selbst hartgesottene Beobachter sprachlos machen.

Welt, 12.07.2017
>> Polizist berichtet nach G 20 –  „Wir treten den Linksextremisten entgegen. Das müssen sie spüren
Moritz K. ist Gruppenführer bei der Berliner Polizei. Er war mittendrin, als die Gewalt in Hamburg ausbrach, wurde selbst verletzt. Jetzt erzählt er, wie er die Tage des G-20-Gipfels erlebt hat.

 

wird gelegentlich fortgesetzt

 

Kommentare

  1. Zu dem „Ahoi-und-Drogen“-Artikel noch:

    http://www.hallolinden-db.de/cgi-bin/baseportal.pl?htx=/hallolinden-db.de/Kurzmeldungen/Kurzmeldungen_2006_&localparams=3&db=Kurzmeldungen&cmd=list&range=0,3000&Datum%3E-2000&LiLi==1&Verbergen==1&cmd=all&Id=22154

    Das war doch bestimmt wieder nur eine Mindermenge Gras, und das Verfahren war bestimmt eingestellt worden. In allen Bundesländern ist das vergleichbar geregelt; in Niedersachsen gilt als Obermenge 6 Gramm, die, vom Innenministerium angeordnet, toleriert wird.

    Für solche Straftaten, die rechtlich nur noch pro forma welche sind, können Polizei und Staatsanwaltschaft schlecht die Bevölkerung aufmischen. Einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss scheint die Polizei eigentlich ja gehabt zu haben, aber da kenne ich mich rechtlich nicht genau aus.

    Zusätzlich im Bericht gab es noch den der Polizei zugetragenen Vorwurf des Dealens, aber ein Vorwurf ist ja noch kein polizeilicher tatsächlicher Verdacht, weil Vorwürfe auch vorgeschoben und unwahr sein können. Wenn sie dazu keine eigenen Beobachtungen hat, kann die Polizei darauf wenig aufbauen.

    Der andere Aspekt ist da der Blockade-Aspekt mit der Sitzblockade auf der Durchgangsstraße Kötnerholzweg und dem Sich-abwehrbereit-Aufbauen vor der „entgegenkommenden“ Polizei. Sowohl die Polizei als auch die Autonomen (falls es sich nur um Autonome handeln sollte) sahen die Situation offensichtlich in einem größeren Kontext, der wohl auch viele andere Themen betraf.

    Nur wegen ein bisschen Gras kommt es normalerweise nicht zu solchen Konfrontationen. Das Gras ist unschuldig. 😉

    P. S.: Die Passanten auf den Fotos sind ja alle schwarz gekleidet. Tragen die das immer so oder haben sie sich extra für die Polizei umgezogen?

    Und, wo sind die denn im täglichen Stadtteilbild, die Schwarzgekleideten?

  2. Gestern habe ich erstmals mal über Stunden die verschiedenen Berichte von und Einschätzungen zu den G20-Demos studiert – viele davon aus erster Hand von Autonomen und Linksradikalen, die teilgenommen hatten oder sich da jedenfalls genau auskennen.

    https://linksunten.indymedia.org/en/g2017

    So sind die verschiedenen linken Positionen für mich jetzt sehr plastisch geworden, und ich kann sie zumindest mal einordnen. Ich kann sogar, zusammen mit der Berichterstattung auf Telepolis, den Zeitverlauf der Hamburger Ereignisse grob herleiten.

    Wenn ich da dann die Mainstream-Berichterstattung gegenlese, wird mir ganz komisch. Und nicht umgekehrt. Ich glaube, ich stelle wohl Authentizität über alles. Deswegen schreibe ich ja auch in so komischen Nischenmedien wie diesem hier.

    Teilweise finden die Linken ja die Gewalt nicht unbedingt gerechtfertigt, aber sozusagen natürlich und dem System entspringend. Die Sichtweise ist zumindest nicht völlig falsch (wenn man sich mal rational von der Sicht der Werte befreit), denn von nichts kommt nichts. Sie, die Linken, wollen all diesen Ausdrucksmitteln freien Lauf lassen, weil Repression immer zu noch mehr Druck führt. So denken jedenfalls diejenigen im Spektrum, die sich von der Gewalt nicht distanzieren mögen.

    Außerdem wurde noch die Linksjugend Hamburg angegriffen, die da neben Gewalttätern im Park zeltete und dazu aufrief und damit drohte, die Polizei zu verständigen bei Straftaten. Das hätte ich ebenso gemacht. Für Straftaten bin ich nicht ausgebildet; deswegen soll das gleich die Polizei übernehmen, wenn man sie mal braucht.

    Ansonsten fanden in mehreren der vernünftigeren Meinungsbeiträge die Redner (darunter die Lokalzeitung MOPO), die Krawalle hätten die Linke insgesamt in eine schwierigere Position versetzt. Sowohl die Öffentlichkeit, wie ich derzeit, als auch die Linken selbst führen derzeit einen Diskurs darüber, was denn alles zum linken Spektrum gehört. Manche reiben sich erstaunt die Augen, wie breit und vielfältig das Spektrum ist.

    Den zusätzlich noch von der Polizei aufgemischten Demo-Sanis ging zwar schon schnell das Verbandszeug aus, aber die rechtliche Unterstützung von G20-Aktivisten war und ist vom „Ermittlungsausschuss G20“ professionellstens organisiert:

    https://g20ea.blackblogs.org/

    Letztere verlinken auch zum ausführlichen Artikel über verdeckte Ermittler in den eigenen Reihen:

    https://eahh.noblogs.org/post/2016/01/19/zum-umgang-mit-verdeckten-ermittler_innen-in-unseren-zusammenhaengen/

    In dem Zusammenhang erklärt sich wohl teilweise auch besser, warum der Öllerer bei den Ahoi-Vögeln so schlecht reinkam. Ich selbst werde manchmal als „Kriiipo“ oder „BND-Agent“ verdächtigt, aber diese Vögel haben dann psychotische, halluzinierende Züge. In Linden-Nord. Aber das ist was Anderes als das professionelle Vorgehen, zu dem die o. g. Seiten anleiten.

    Wo ist eigentlich Dave Müller (der linke Bezirksrat mit Beiträgen unter dem letzten Halim-Dener-Bericht hier), wenn man ihn jetzt hier wunderbar brauchen könnte? Der hatte jedenfalls angedeutet, was ich inzwischen wegen Indymedia gut nachvollziehen kann, er würde sich mit der Antifa gut auskennen.

    Es war von vornherein klar, dass der Veranstaltungsort zu Krawallen führen musste. Nicht umsonst war Hamburgs größter Polizeieinsatz aller Zeiten logistisch so reibungslos abgelaufen. Zwar unter Verlusten, aber solche Großeinsätze müssen ja auch erst mal geprobt werden.

    Genauso wie die Supermächte in Syrien & Co. ihre Mittelstreckenwaffen usw. mal ausprobieren. Davon kommen ja auch nicht alle an, und nur die besten unter den Flugzeugen sind startklar. Bei begrenztem Budget muss man da ja ständig optimieren.

    – Direkt am Michel im Hamburg hatte ich mal gearbeitet. Der Michel ist Hamburgs bekannteste Kirche und liegt zwischen Innenstadt (mit der Binnenalster zum Bötchenfahren und den schönen Geschäften) und Reeperbahn, die ich persönlich ja gemocht habe, weil viele Leute so locker und weltoffen waren dort.

    Untendrunter liegen der touristische Teil des Hamburger Hafens sowie das Schanzenviertel. Ich selbst hatte aber eine halbe, dreiviertel Stunde Fahrt außerhalb gewohnt. Immer noch komplett jede Nische bewohnt im Außenbezirk, aber immerhin mit Garten. Aber ohne totale Urbanität geht es nicht in Hamburg.

  3. Ich würde mir von der Linden-Limmer Zeitung mehr differenzierte Ansichten wünschen.
    Es wird regelmäßig Anti-Links berichtet. Gerne auch mal über ein paar gewaltverherrlichende Aufkleber…. und immer beschleicht einen das Gefühl, dass hier bewusst in eine Richtung argumentiert wird.
    Wer glaubt, dass in HH nicht zusätzlich Hooligans und Rechte dabei waren, der unterschätzt den Krawalltourismus, der auch dieses Spektrum anlockt.
    Die Taten der Schläger und Zerstörer soll damit in keinem Falle gerechtfertigt werden! Die der Polizei und der Tumult der Sozialen Netzwerken aber auch nicht

    1. Habe gestern zufällig jemanden gesprochen, der auf der Demo am Donnerstag war. Richtig, die mit dem fiesen Namen.
      Dabei kam rum, dass der Vorwand die Demo in einer Senke zu stoppen („Vorne sind welche vermummt.“) tatsächlich nur ein Vorwand gewesen sein kann, denn nachdem die vorderen Reihen Schwarzer Block durch eine Attacke der Polizei vom Rest dem Demonstrierenden abgetrennt worden war, hagelte es Schlagstöcke etc. auf die dahinter stehenden friedlichen Nichtvermummten. Dies ohne Ende bzw. bis die, die es vermochten sich die Mauer der Senke hochgezogen hatten, um der Prügelei zu entkommen.
      Sowas nennt man sinnlose Eskalation…bzw. eigentlich natürlich sinnvolle Eskalation, denn bestimmte Bilder mussten wohl her.
      Wichtiger Hinweis: Das nimmt nicht diejenigen in Schutz, die hinterher dumpf randaliert haben, ist aber nichtsdestotrotz eine Riesensauerei!

      1. Aus alter APO-Erfahrung (und sehr aktiver Maoist) kann ich sagen: Vorsichtig mit Aussagen von Beteiligten oder auch Unbeteiligten.
        Ich habe viele Demos damals mitgemacht und auch teilweise mitorganisiert – friedliche und gewalttätig endende.
        Ich habe damals auch direkt miterlebt und es teilweise auch selbst mitbetrieben wie nichtgewalttätige Demonstranten eine Art Schutzschirm gegenüber den Gewalttätigen aufgebaut haben.
        Die Aussagen von unseren Leuten oder einfach nur Mitmarschierenden waren in der Regel (fast) immer einseitig. Man wollte der eigenen Sache und den eigenen Leuten ja auch nicht schaden und hat daher entsprechendes Fehlverhalten eher verschwiegen oder hat es nicht mitbekommen.
        Erst, wenn man Viele gesprochen hat und entsprechend nachgehakt hat und die offizellen Sichtweisen mit einbezieht, dann kann man halbwegs sicher sein irgendwie richtig zu liegen.

        In diesem im Beitrag von Norbert geschilderten Fall habe ich aus den Medien in Erinnerung, jedoch ohne das weiter nachgeprüft zu haben:
        Der hintere Teil der Vermummten soll die Vermummung nicht abgelegt haben. Daraufhin sei die Polizei weiter eingeschritten.
        Angesichts dessen, was die Gewalttäter alles vor hatten erscheint mir ein frühes und konsequentes Einschreiten durch die Polizei gerechtfertigt zu sein.

        Besonders eindrucksvoll in meiner Erinnerung ist das Zusammenspiel zwischen Friedlichen und Gewalttätern bei der Gronde-Demo in den 70ern gewesen.
        Vorher auf den öffentlichkeitswirksamen Konferenzen wurde der Gewalt mit dem Ausdruck der Empörung eine klare Absage erteilt. Später auf der Demo wurden die Gewalttäter (Spontis genannt) mitsamt ihrer hochkarätigen Ausrüstung (Seile, Knüppel, etc.) elegant durchgelassen. Diese durchbrachen dann mehr oder weniger brutal die Polizeisperre und der Angriff auf den Zaun des AKWs ging los.

        1. Wenn mir jemand erzählt, er/sie sei als friedlicher Nichtvermummter, der nichts gemacht hat, verprügelt worden, ebenso die entspr. Umstehenden, hat das nichts mit Schützenwollen gegenüber Anderen zu tun.
          Die alten Geschichten von Grohnde und Co. werden übrigens erst dann vollständig, wenn man auch erwähnt, dass oft zivil getarnte Gewaltanstifter aus den Reihen der Mitarbeiter der Ordnungsbehörden elegant durch Polizeisperren gelassen wurden, um dann in der Demo zu Gewalt anzustiften.

          1. Hallo Norbert,
            bei Grohnde kann ich eine besondere Rolle von „eingeschleusten Gewaltanstiftern“ ausschließen. Meiner Erinnerung nach ist das auch nie besonders thematisiert worden. In Hameln läuft gerade eine Ausstellung dazu, die ich mir auch mal angeschaut habe.
            In Gronde war die Gewalt von unserer Demonstrantenseite geplant und mit Hilfe von Täuschungen durchgeführt worden. Die allermeisten Demonstranten wußten allerdings vorher nichts davon.

            Was es allerdings auch in Grohnde gab waren Polizisten, die es übertrieben. Ich kenne Jemanden sehr gut, die dadurch völlig ohne dazu Anlaß gegeben zu haben einen Nasenbeinbruch durch einen Polizei-Schlagstock erhielt.

            Inzwischen habe ich mehr Verständnis für Polizisten, die in solchen Situationen die Nerven nicht zusammen halten können.

            Es kann ja sein, dass die Wertung ihres Bekannten zutrifft, das den Demonstranten dort völlig zu unrecht der Schlagstockeinsatz geschah. Kann aber auch sein, dass er angemessen war, weil die Demonstranten den Zugang zu den Vermummten – gewollt oder ungewollt – versperrt hatten.
            Ich zumindest kann mir eine Situation gut vorstellen, wo man als „solidarischer Demonstrant“ sich dabei „quer stellt“.
            Dann darf man sich allerdings auch nicht wundern.

            Um das richtig beurteilen zu können, muß man dann alles von der Situation dort wissen.

            Warum haben die „friedlichen“ Demonstranten nicht von Anfang an die Vermummten des Zuges verwiesen?
            Für mich ist das inzwischen die auch moralisch eigentlich mit wichtigste Frage, wenn es um Mitverantwortung geht.

    2. Deine Einwände nehme ich ernst, Daniel.

      Unsere Absicht ist es das zu berichten „Was ist“, so wie ein Leitsatz des guten Journalismus lautet und womit Objetivität gemeint ist.

      Eigentlich lassen wir alle Richtungen zu Wort kommen. Wir füllen eine Lücke im Medienspektrum indem wir über Dinge berichten, die woanders nicht vorkommen. Und gerade die Linke war bisher immer mit viel eigenen Texten vertreten.

      Daher meine Frage: Wo haben sind wir zu undifferenziert, zu einseitig?

      In Linden dominiert eine bestimmte Sicht der Dinge, die oft keine anderen Sichtweisen zulassen will. Da haben wir und andere genug negative Erfahrungen sammeln müssen. In Linden objektiv berichten zu wollen erfordert Mut. Den haben wir auch durchgehend bewiesen.

      Zu Hamburg:
      Aus meiner Sicht spricht alles dafür, dass die Krawalle vorher ausgiebig geplant und von bestimmten durchaus etablierten Gruppierungen direkt oder indirekt mit vorbereitet wurden.
      Wenn der Rechtsanwalt der Roten Flora seine Sympathie für entsprechende Randale in anderen Stadtteilen äußert nur nicht bei ihnen, dann klingt das fast wie ein Geständnis.
      Man kann vielleicht sagen, dass dort unpolitische Gewalttäter mitgemacht haben. Aber dadurch haben sie nur die Rolle der Hauptakteure, der politischen Gewalttäter, gestärkt.

      Meine Frage jetzt: Was hätten wir wie anders schreiben sollen?

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