13. April 2018

Vorbemerkung
Die Veranstaltung „Bis zum letzten Tropfen – Die palästinensische Wasserkrise“ fand am 12.04.2018 im Freizeitheim Linden statt. Schon im Vorfeld gab es Stellungnahmen mit dem Vorwurf einseitiger Stimmungsmache gegen Israel und Antisemitismus (siehe unten). Der Verlauf der Veranstaltung zeigt, dass ein freier Diskurs über diese Themen dringend notwendig ist. Dem Veranstalter, Johannes Drücker von den Linken, wurde angeboten hier bei halloLindenLimmer.de eine eigene Stellungnahme zu veröffentlichen, woraufhin dieser zusagte.
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Veranstaltung
„Bis zum letzten Tropfen – Die palästinensische Wasserkrise“

Der Referent Clemens Messerschmid ist Hydrogeologe, lebt und arbeitet in Ramallah im Westjordanland. Er referierte über die schlechte Wassersituation der Palästinenser in Gaza. Eingeladen hatte die Partei Die Linke und palästinensische Organisationen. Die Veranstaltung wurde von etwa siebzig Personen besucht.

 

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Clemens Messerschmid

Der Referent trug engagiert vor und ließ an der Schuldfrage keine Zweifel: Israel. Denn Israel würde absichtlich verhindern, dass es in Gaza ausreichend sauberes Wasser für die Palästinenser geben würde. Clemens Messerschmid stellte die geologischen Grundlagen der Wassergewinnung in diesem Teil des Nahen Ostens dar und ließ „kein gutes Haar“ an – Israel.

Bei der Art der Darstellung drängte sich folgender Eindruck auf:
Israel handelt schlecht. Gutes gibt es nicht.
Die Palästinenser handeln gut. Schlechtes gibt es nicht.
Differenzierte Darstellungen der geschilderten Beispiele fehlten nahezu völlig.

Frühere Kritiken an den Darstellungen des Referenten fanden keine Erwähnung und wurden auch nicht nachgefragt. Eine solche kann hier nachgelesen werden: >> Unfairer Israel-Bericht: Wassernot in der „Tagesschau“-Redaktion

Bei der abschließenden Diskussion waren noch die Hälfte der Teilnehmer anwesend. Kontroverse Diskussionsbeiträge wurden nicht vorgetragen. Dabei herrschte durchaus ein für andere Meinungen offenes Diskussionsklima. Es wurde bedauert, dass der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion verhindert war, um seine >> kritische Presseerklärung selbst vor den Anwesenden zu vertreten.

 

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Die Lösung aus Sicht des Referenten Clemens Messerschmid: Israel solle alles Wasser liefern, das benötigt wird.

 

Spontan ergab sich nach der Veranstaltung ein kleiner Faktencheck.

Der Referent äußerte sich zum „BDS-Beschluss“ der CDU von 2017. Diesen bezeichnete er sinngemäß als „Kriminalisierung jeglicher Solidarisierung mit den Palästinensern“. Der Leser möge das im Folgenden selbst beurteilen.

Hier der Wortlaut:

„Antisemitischer BDS-Bewegung konsequent entgegen treten

Seit über 10 Jahren versucht die BDS-Bewegung (Boycott, Divestment, Sanctions), den Staat Israel international zu isolieren und ruft in vielen Ländern dieser Welt zunehmend zu Boykottmaßnahmen auf. Wer heute unter der Fahne der BDS-Bewegung zum Boykott israelischer Waren und Dienstleistungen aufruft, der spricht in der gleichen Sprache, in der man einst die Menschen dazu aufgerufen hat, nicht bei Juden zu kaufen. Dies ist nichts anderes als plumper Antisemitismus, wie ihn schon die Nationalsozialisten instrumentalisiert haben. Mit BDS kommt der Antisemitismus als Antizionismus daher, doch auch in neuen Kleidern des 21. Jahrhunderts bleibt Judenfeindlichkeit Judenfeindlichkeit. Daher müssen alle notwendigen Anstrengungen darauf gerichtet werden, dieser Form des Antisemitismus und der aggressiven Feindlichkeit gegenüber Israel entschieden entgegen zu treten.
In den zurückliegenden Monaten hat sich in verschiedenen Ländern auch deutlicher Widerstand gegen die BDS Bewegung gezeigt. So haben nationale wie kommunale Parlamente und Verwaltungen, wie z.B. in Großbritannien, Kanada und Paris Beschlüsse zur Ablehnung dieser Boykottaktion beschlossen.
Die CDU Deutschlands erklärt ebenso ihre Missbilligung und Ablehnung jeglicher BDS-Aktivitäten und verurteilt diese als antisemitisch. Jeglichen Aktionen, die Israel feindlich begegnen, tritt die CDU Deutschlands entschieden entgegen. Die CDU Deutschlands bekennt sich zu der tief empfundenen Freundschaft zu Israel und setzt sich auch weiterhin für eine friedliche Lösung des Konfliktes zwischen Israel und den Palästinensern ein.“
Beschlossen auf dem 29. Parteitag der CDU Deutschlands 2017 in Essen

 

Ergänzende Infos:
Veranstaltungsflyer zum Download >> 2018.04.12_Hannover_Wasserveranstaltung
>> Mit Israelkritik punkten? – von Stefan Müller
>> CDU: Besorgnis über israelkritische Veranstaltung der Linken im Freizeitheim Linden
>> Unfairer Israel-Bericht: Wassernot in der „Tagesschau“-Redaktion

Andere Sichtweisen sind willkommen.

Klaus Öllerer
>> Reisebericht „Jerusalem – eine Stadt arrangiert sich“
13.04.2018

 

 

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