5. März 2017

Redaktionelle Vorbemerkung

Im Februar gingen in der Redaktion mehrere E-Mails ein mit Vorwürfen gegen einen bekannten Gegner einer „Gentrifizierung“ in Linden. In Gesprächen mit den Absendern zeigte sich dann eine hohe Betroffenheit über die Vorgänge, die sich im Zusammenhang mit einem „Kampf gegen Gentrifizierung“ in den letzten Jahren in Linden ereignet hatten.

Der in den E-Mails kritisierte Achim Brandau wurde vor einer Woche um Stellungnahme gebeten, die bisher jedoch ausblieb.

Im Folgenden werden zwei Schreiben im Wortlaut wieder gegeben.

 

Oh Wunder oder doch eben genau nicht!!!

Ein Blick auf Immoscout kann  Augen öffnen…..

Da bietet doch tatsächlich einer der lautesten Gentrifizierungsgegner Lindens seine 130 qm Wohnung in der Haasemannstraße zu einer knappen halben Millionen Euro an, das nenn ich einen stolzen Quadratmeterpreis. So ist es eben, wenn es in das eigene Portemonnaie geht. Da wird  doch nur Wasser gepredigt und Wein getrunken, so schnell wird die Seite gewechselt und er wird zum Gentrifizierungsgewinner.

herzlichen Glückwunsch aus Linden Süd, Sabine von Wackershausen

23.02.2017

Zur kritisierten >> Wohnungsanzeige

„Gentrifizierungsgegner“ verkauft Wohnung für „Gentrifizierungspreis“

Schon seit einigen Jahren verfolge ich die sogenannte Gentrifizierungsdebatte in Linden, teils mit einem lachenden, teils mit einem weinenden Auge.

Mit differenziertem Blick versuche ich mir eine objektive Meinung über diesen hitzigen und immer wiederkehrenden Gesprächsstoff zu verschaffen. Sicher gibt es unglückliche Einzelfälle, die diesem Thema in Linden unterliegen und die einer moderaten Unterstützung bedürfen, jedoch finde ich den meist reaktionären Umgang der Gentrifizierungsgegner weit überzogen und unverschämt.

Hinzu kommen Medien im Stadtbezirk die mitmischen und die Gewalttaten und Einschüchterungsmethoden der Aktivisten tolerieren und durch die Art der Berichterstattung diese oft noch gut heißen. Dazu gehört unter Anderem das Medium „Linden entdecken“. In einigen Berichten auf dieser Plattform wird das durch den Autor Achim Brandau immer wieder deutlich.

Das eigentlich paradoxe und absurde dabei ist nur, das nun der eben genannte Autor, welcher gegen die Interessen der Vermieter und einem bisher nicht nachgewiesenen Phänomen der „Gentrifizierung“ schimpft, seine Wohnung zurzeit im Internet für insgesamt 487.500 € bei 130 m² anbietet. Das entspricht einem Quadratmeterpreis von über 3.700 €. Hier könnte man nun, wenn man denn so möchte, tatsächlich von einem „gentrifizierten Preis“ sprechen, wie ich finde.  😉

Es ist leicht sich über andere zu echauffieren. Jedoch sollte man immer erst mal bei sich anfangen, sein eigenes Handeln zu hinterfragen.

Sibylle Zack aus Linden

15.02.2017

Die Namen der Absender wurden geändert.

Andere Sichtweisen sind willkommen.

Siehe auch die ausführliche Berichterstattung >> Spezial: Gentrifizierung oder was?

05.03.2017

Kommentare

  1. Hallo Inga,
    der Quadratmeterpreis von 3.750 € wird von einem bekannten „Gentrifizierungsgegner“ für seine Wohnung verlangt. Das ist der absolut höschte Preis von dem ich bisher gehört habe.
    Einige der bekannten „Kämpfer“ verfügen über Wohneigentum, der früher mal Mietwohnung war. Mindestens ein weiterer dieser „Kämpfer“ hat sich öffentlich dafür ausgesprochen die eigene Wohnung nur zum marktmäßigen Höchstpreis zu verkaufen.

    Das Hipsein von Linden ist anscheinend zu einem großen Teil erst durch den „Kampf gegen Gentrifizierung“ erzeugt worden.
    Gleichzeitig wurde erheblicher Schaden angerichtet, wie in unserer Berichterstattung immer wieder beschrieben wurde.

    Ich habe Grund zur Ansicht, dass dieser Kampf überhaupt nicht selbstlos ist und auch nichts mit Zivilcourage zu tun hat.

    Kann hier nachgelesen werden:
    Spezial: Gentrifizierung
    http://www.hallolinden.de/2012/html/bericht_71-12.html

  2. Ich kann da nur die Aussage von Norbert unterstreichen. Das Phänomen Gentrifizierung gibt es seit Jahren auch in Linden und Limmer. Es werden ganze Häuser gekauft, den Mietparteien gekündigt und die Wohnungen einzeln für horrende Preise weiter verkauft, siehe Elisenstr. 30, Nieschlagstr. 23 und Davenstedter Str. 39.
    Als weiteres Beispiel kann ein Haus mit 8 Mietpateien genannt werden, welches vor ca. 10 Jahren für 500.000 € gekauft wurde. Heute werden diese einzelne Wohnungen für einen Preis von 210.000 (im Jahre 2016) und heute für 250.000 € verkauft. Hier wird mit wenig Arbeit und geringem Einsatz viel Geld verdient. Dies ist nicht mal ein ganz so extremes Beispiel. Die angebotene Wohnung in der Haasemannstraße für insgesamt 487.500 € bei 130 m² entspricht einem Quadratmeterpreis von über 3.750 €, ist doch schon sehr extrem. Es wird mit Wohnraum spekuliert und dies sollte verhindert werden. Denn Wohnraum ist ein Menschenrecht. Lt. Artikel 25 der Menschenrechte „hat jeder das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen gewährleistet usw……….“. Für wen ist es denn dann überhaupt noch möglich, sich eine bezahlbare Wohnung zu leisten? Wie können wir erreichen, das Menschen nicht aus ihrem sozialen Umfeld vertrieben werden, wenn mit Wohnraum derart spekuliert wird?

  3. Prolog:
    Die sog. „Mietpreisbremse“ per Gesetz ist, wie voraussehbar, leider wirkungslos…
    …. kommt nun die „Kaufpreisbremse“? (Am besten auch gleich für Lebensmittel und Bier!)
    Das hilft ………….garantiert!
    (Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen sie die Packungsbeilage…)

    Zur Sache:
    Heureka!
    Es gibt endlich wieder eine neue Klassenkampf-Wortschöpfung: „gentrifizierter Preis“

    (früher auch einfach nur „teuer“, genannt. Toll!)
    Merket:
    Jeder Eigentümer und Käufer kann den Wohnungskauf-Preis frei festlegen.
    Das ist hier nun mal Gesetz.
    Ein geforderter Preis ist noch lange kein erzielter Preis. Es ist ein erstes Angebot, mehr nicht.
    Er wird aber in der Regel gar nicht erzielt. Klar?
    Dazu kommt dann noch, um evtl. vergleichen zu können:
    – die Ausstattung der Immobilie, ist sie evtl. sehr luxoriös, ist evtl. ein
    – Grundstück dabei, etc …?

    Allein die Nennung eines (gewünschten) ersten Preises kann also schon alteingesessene, hochwertige Lindener Prols aus dem Viertel drängen? Interessant.
    Wie soll das aber genau gehen? Kriegen die dann eine Paranoia Lindania, wie sie einige hier offenbar schon lange haben, und kündigen mal eben den Mietvertrag?

    Merket erneut:
    Die älteren unter uns erinnern sich: (es war einmal…. im letzten Jahrtausend):
    Früher gabs hier ja bekanntlich keine Klos in der Wohnung und keine Bäder und nur fließend kaltes Wasser. Ich kenne das noch:
    – Ofenheizung im 5. Stock meiner WG,
    – nur ein kaltes ungeheiztes Klo mit 3 Familien auf halber Treppe teilen….
    – fließend kaltes Wasser (immerhin)

    Dann kamen (zum Glück) die von einigen sogeschimpften „Luxussanierungen“:
    Klar, die Miete stieg natürlich an dadurch, aber heute hab ich dafür auch einen Gegenwert:
    eine
    – warme Dusche, ein Badezimmer
    – sauberes, eigenes WC,
    – Zentralheizung,
    – schalldichtere ISO-Fenster (gegen die gröhlenden Alkoholiker nachts)
    – evtl eine etwas modernere Küche

    Also, ihr linksradikalen Gentri-Heulbojen:
    regt euch gefälligst ab!
    Ich glaube schon lange nicht mehr an den Weihnachtsmann, linke Klassenkampf-Parolen und an die Leninistische Weltrevolution. Das letztere ist längst auf dem Müllhaufen der Geschichte.
    Die Lösung:
    Baut einfach genug neue Wohnungen in Wasserstadt Limmer und anderswo und steht dem nicht im Wege.
    Das allein hilft gegen zu hohe Mieten,
    aber sonst :……………..gar nix!

  4. Sibylle, das angeblich nicht nachgewiesene Phänomen Gentrifizierung in Linden drückt sich in teils horrenden Mietsteigerungen bei Neuvermietungen und unglaublichen Preisen für Eigentumswohnungen aus. Das Ganze seit grob geschätzt fünf Jahren. Da ist es nur noch eine Randnotiz, dass manche Leute noch „alte“ Mieten zahlen, aber die wohnen fast ausschließlich schon lange in ein und derselben Wohnung.

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