6. Dezember 2017

Titelfoto: Altgebäude auf dem Gelände der Wasserstadt

 

Auf der heutigen Pressekonferenz teilte Eigentümer Papenburg den wahrscheinlichen Abriss der noch verbliebenen historischen Gebäude mit. Gutachten hätten ergeben, dass die Kontaminierung mit Nitrosaminen mit einer Bewohnung nicht zu vereinbaren sei. Maßnahmen wie das Anbringen von Schutzfolien hätten sich als unwirksam erwiesen. Viel Hoffnung doch noch einen Weg zum Erhalt zu finden besteht demnach kaum noch..

Nitrosamine sind eine Hinterlassenschaft der jahrzehntelangen Reifenproduktion und nicht mehr in dem erforderlichen Maß aus den Gebäuden zu entfernen.

Im Falle der Unmöglichkeit einer wirtschaftlichen Verwendung könne auch der Denkmalschutz nicht die Gebäude vor dem Abriss bewahren, ergänzte der anwesende Stadtbaurat Bodemann.

Ein Abriss erscheint nach dem heutigen Stand immer wahrscheinlicher. Derzeit stellen die Altgebäude noch einen wirksamen Schallschutz für die Neubauten dar. Zukünftig soll eine neu zu erstellende Schallschutzwand diese Aufgabe übernehmen.

 

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Klaus Öllerer
06.12.2017

 

 

Kommentare

  1. So ein Pech aber auch! Einst hatte man große Pläne mit den Gebäuden am Kanal. Nachdem das Gemäuer einen Weltkrieg ( bei dem es sehr wohl als Ziel für Streu-, und Brandbomben diente) überlebte, wirtschaftlich schwere Zeiten überdauerte, und schließlich zum modernen Wohnquartier umgebaut werden sollte, ließ man (der Eigentümer, die Stadt, etc. ) die Gebäude systematisch verfallen. Nachdem alle Fenster zerstört, alle Dachpfannen durchlöchert, alle Metallteile dem Schrotthandel zugeführt waren, fällt den Planern ein, dass das Objekt ja noch genutzt werden sollte. Nun wird plötzlich eine Kontaminierung mit Nitrosamiden festgestellt. Die Fa. Papenburg hat jahrelang den mit was auch immer kontaminierten Boden abgefahren (ich hoffe, man weiß noch wohin!), und nun stellt sich überraschend heraus, dass auch die ehrwürdige Produktionshalle verseucht ist.
    Bei mir bleiben nach dieser Nachricht ein schlechtes Gefühl, und bohrende Fragen übrig. Wenn das ganze Gelände so verseucht war, dass es abgetragen werden musste, warum blieb das Produktionsgebäude und das alte Direktorat an der Wunstorfer Straße vom Gift verschont? Warum ließen Ordnungsamt und Polizei jahrelang zu, dass Jugendliche, Hobbyfotografen, und Party people trotz der Verbotschilder Tag für Tag, Wochenende für Wöchenende, ihre Freizeit auf dem gefährlichen Gelände verbrachten, und sich verschiedenster gesundheitlicher Gefährdungen aussetzten? Wieso sah man der Zerstörung der Bausubstanz jahrelang zu? Mit welchen Entschädigungen dürfen die ehemaligen Mitarbeiter der Conti demnächst rechnen?
    Wahrscheinlich bleibt bei der Plus/Minus-Rechnung nach Abriss, Entsorgung, und Errichtung einer Lärmschutzwand – die übrigens sehr hoch ausfallen muss, da der Lärm von der Bahntrasse ausgeht, die zehn Meter über Kanalniveau geführt wird – noch eine Menge Geld hängen , wenn man exklusive Grundstücke mit Wasserzugang verkauft.
    Bananenrepublik Deutschland, da passt die Farbe der bananengelben LKW-Flotte des Herrn Papenburg wunderbar ins Bild.

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