28. Januar 2019

Von Klaus Öllerer

Die Fachleute wussten es sicher schon immer. Für uns Spaziergänger war es das erste Mal, das wir es sahen. Wir entdeckten beim Spaziergang Hochwassermarken an der Wasserkunst in Herrenhausen, direkt neben dem Wehr in Limmer.

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Es sind vier Hochwässer markiert: 1981, 1881, 1808 und 1946.

Die Jahreszahlen enthalten eine Überraschung. Der höchste Hochwasserpegel war 1946 [1], der auch in Linden als Ausnahmefall bekannt ist und vor langer Zeit geschah – vor 72 Jahren. Die Hochwässer 1881 und 1808 waren höher, als das von 1981. Auch das danach höchste Hochwasser von 2003, das hier nicht markiert wurde, blieb deutlich unter der Marke von 1881 [2].

Die Anlage gibt es seit Anfang des 18. Jahrhunderts und die barocken Wasserräder wurden um 1860 erneuert. Anscheinend wurde erst dann angefangen die Wasserhöchststände zu kennzeichnen, was in den ca. 160 Jahren vorher vermutlich nicht geschehen war.

Derzeit ist die Sanierung der Anlage noch im Gange. Im Laufe diesen Jahres 2019 soll die Anlage wieder für Besucher frei gegeben werden [3].

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Blick vom Wehr Limmer auf die Wasserkunst Herrenhausen.

 

[1] >> Wikipedia.org
[2] >> HAZ
[3] >> hannover.de

 

Info zum Nachdenken

Steigen die Hochwässer?

In anderen Gegenden Deutschlands gibt es auch Bauwerke mit historischen Hochwassermarken. Hier ein Beispiel aus Düsseldorf.

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Die drei höchsten Hochwässer geschahen in Düsseldorf vor 1900. Auf vielen historischen Hochwassermarken sieht es ähnlich aus: Vor dem zwanzigsten Jahrhundert war es schlimmer. Siehe auch >> Klimawandel und Hochwässer

Es sieht so aus, das früher Hochwässer und auch Extremwetter in der Regel schlimmer waren als heute.

Der Klimahistoriker Pfister schreibt sogar in seinem Buch „Wetternachsage“ von einem „klimatischen Gunstjahrhundert“. Da früher im 19. Jahrhundert und davor alles viel schlimmer war. Zitat Pfister, S. 263,: „Die gesamte Belastung durch Überschwemmungen, Lawinen und Stürme war am größten im 19. Jahrhundert. Dies trägt mit zum Verständnis dafür bei, warum die Gesellschaft damals zur vorbehaltlosen Eindämmung und Zähmung der wildgewordenen Natur mit allen verfügbaren Mitteln entschlossen war (Walter, 1996). Am geringsten war die Belastung im 20. Jahrhundert, das seine Bezeichnung als klimatisches Gunstjahrhundert offensichtlich auch in dieser Hinsicht zu Recht trägt.

 

Klaus Öllerer,
arbeitet mit bei der Initiative >> KlimaKontroverse.de, die sich monatlich im Freizeitheim Linden trifft
28.01.2019

 

 

Kommentare

  1. Lieber Autor, wenn Du schon so was wie Journalismus betreiben willst, dann informier Dich doch bitte auch über Hochwasserschutzmaßnahmen, die seit den 80ern ergriffen wurden, z.B. Wasserauffangpolder zwischen dem Harz und Hannover. Seitdem es diese Polder gibt, ist es kaum noch zu so starken „Schneeschmelze-Hochwassern“ gekommen wie noch z.B. 1981. Pure Vermutungen oder komplett unreflektierte Darstellungen und Fragestellungen zum Kontext Klima und Hochwasserstände braucht niemand.

  2. Der Stichkanal und der Linder Hafen wurde in den 1910er Jahren errichten. Zuder Zeit bekam auch das Wehr seine heutige größe. Was allerdings fehlte war der Überlauf vor der Schleuse am Stockhardtweg. Der Deich nach Limmer sollte zu der Zeit schon exestiert haben.
    Das Hochwasser 46 fiel so hoch aus weil sich zu der Schneeschmelze im Harz auch noch starke Regenfälle gesellten.

    Da es nun 40 Jahre her ist, das der Winter 78/79 so viel Schnee hatte ist es verwunderlich da es da scheinbar kein so starkes Hochwasser gab, scheinbar ist der Schnee da über längere Zeit geschmolzen und abgeflossen.

    1. Ja, das ist eine wichtige Frage und wohl nicht so leicht zu beantworten. Ich vermute mal, dass es früher weniger Deichbauten und ähnliches gab. So dass damals das Wasser sich eher über die Felder ausbreiten konnte.

      Heute gibt es wohl mehr Deichbauten, so das bei Hochwasser auch die Pegelstände heute eigentlich höher sein müssten. Sind sie aber anscheinend nicht. Früher war wohl mehr Wasser unterwegs. Vielleicht, war die Schneeschmelze größer.

      Das sind jetzt nur Vermutungen von mir.

      1. > nicht so leicht zu beantworten.

        Ja wenn man den Artikel beim Spazierengehen rausrotzt, weil man unbedingt seine anekdotische Klimameinung loswerden muss, dann bleibt natürlich keine Zeit für Recherche.

        Peinlich.

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