2. Mai 2020

Dieser 1. Mai dürfte in die Gechichte eingehen. Keine Feiernden, die sich versammeln, sondern lediglich Lautsprecher mit Ansagen hier und dort. Die Regeln zum Coronavirus ließen kaum noch etwas anderes übrig.

Radio Flora hatte an diesem Tag seine Sendungen dem ersten Mai gewidmet. Zwischen 13:00 und 15:00 wurden die Beiträge von Linksautonomen gestaltet, wie unschwer den getroffenen Aussagen zu entnehmen ist. Das Motto hieß: „Schluß mit diesem System“. Es wurde dazu aufgerufen über Lautsprecher die Beiträge laut in die Straßen zu übertragen.

Einige Eindrücke aus Linden-Nord und Linden-Mitte gibt es in folgendem spontanen Video:

2020.04.20_IMG_20200420_154216_1_1
Gesehen in Linden-Nord
Limmerstraße: Polizeieinsatz zur Kontrolle der Corona-Regeln mittels Ermahnungen

Pressemeldung

Vielfältiger Protest zum Kampftag – Radio-Kundgebung und radikale Aktionen

Trotz Corona-Krise fanden in Hannover am 1. Mai 2020 zahlreiche Aktionen statt, um gegen steigende Mieten, prekäre Arbeitsbedingungen in der Pflege und weitere soziale Missstände zu protestieren. Das Bündnis für einen kämpferischen 1. Mai organisierte eine Radio-Kundgebung, die in Straßen und auf Plätzen der Stadt zu hören war.

„Insbesondere in Linden und der Nordstadt sind viele Menschen unserem Aufruf gefolgt, um 13 Uhr Radio Flora einzuschalten und ihre Lautsprecherboxen ans offene Fenster zu stellen. Auch zentrale Plätze, wie der Küchengarten und die Lutherkirche wurden mit großen Anlagen beschallt. Zusätzlich zur Radio-Kundgebung, die aus politischen Reden, Musik und kreativen Beiträgen bestand, fanden auch dezentral Aktionen statt. Die Palette reichte dabei von Banneraktionen bis hin zu militanten Aktionen.“ So Alex Koslowski, Sprecher des Bündnisses.

Das Bündnis kritisiert die unverhältnismäßige und einschüchternde Aufgebot der hannoverschen Polizei: „Insbesondere in der Nordstadt und Linden verging heute kaum eine Minute ohne Polizeipräsenz. Uns erreichten massenhaft Meldungen von willkürlichen Kontrollen und Schikanen. Beispielweise wurde Leuten ein Ordnungsgeld aufgebrummt, die zu zweit auf der Limmerstraße anhielten, um der Radio-Kundgebung vor einer Wohnung zu lauschen. Dabei gab es von Seiten der Polizei keine Vorwarnung.“ So Sprecherin Jasmin Münzberger weiter. „Dass die Sicherheitsbehörden gerade an diesem traditionsreichen Kampftag ein Klima eines Überwachungsstaates entstehen lassen, ist mehr als bedenklich. Wir lassen uns in unserem Kampf für soziale Gerechtigkeit nicht einschüchtern!“

Am Nordufer des Maschsees protestierten knapp 20 AktivistInnen gegen die Rüstungsindustrie: „Das Rheinmetall-Werk bei Celle produziert trotz Pandemie weiter munter Rüstungsgüter. Gleichzeitig fehlt es überall an Schutzartikeln gegen den Virus. Das ist untragbar!“, sagt eine der Organisatorinnen.

Auch radikale Aktionen waren Teil des vielfältigen Protests am 1. Mai:
Ein Auto des umstrittenen Wohnungsunternehmens Vonovia wurde beschädigt, weil die Firma für steigende Mieten und Verdängung mitverantwortlich gemacht wird. Außerdem wurde das Haus der rechtsradikalen Burschenschaft Ghibellinia-Leipzig in der Rühlmannstr. 1 mit Farbflaschen angegriffen.

Weitere Aktionsberichte und Fotos wurden auf dem Blog des Bündnisses „schlussmitdiesemsystem.blackblogs.org“ gesammelt und könne gerne verwendet werden.

Im Anhang finden Sie erneut die PM, die das Bündnis im Vorfeld des 1.
Mai versendet hat. Dort finden sich weitere Zitate von SprecherInnen, sowie Informationen zum Bündnis.

Mit freundllichen Grüßen,
Bündnis für einen kämpferischen 1. Mai Hannover
03.05.2020

Quellen

>> Radio Flora (Programm am 1. Mai)

>> Kämpferischer 1. Mai Hannover – Schluss mit diesem System – Facebook

Siehe auch zum 1.Mai:

>> Mai: Mutter und Kind demonstrieren „KITAS AUF“ – Video, Limmerstraße

>> DKP: „Heraus zum politischen Lesespaziergang am 1. Mai!“

Titelbild: Limmerstraße

öl/02.05.2020/03.05.2020;08:35


Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.