22. Juni 2019

Es war das schwerste Unglück in Hannover seit dem Zweiten Weltkrieg. Ausgelöst wurde es durch ein „kleines Feuer an einem Wagon.“ Mit dieser Beschreibung wurde die Feuerwehr zum Einsatz gerufen. Doch dieses zuerst kleine Feuer brachte die geladene Munition zur Explosion. Ursächlich war eine heißgelaufende Bremse.

Gedenken der Opfer mit Schweigeminute

Gerade als die Feuerwehrleute ausstiegen erfolgte die Explosion. Alle acht Kollegen waren auf der Stelle tot.

Der Feuerwehrwagen unmittelbar nach der Explosion

Heute noch lebende Angehörige der toten Feuerwehrkollegen fanden sich zur Gedenkveranstaltung ein. So war auch der Bruder Horst von Helmut Hermann gekommen, dem Fahrer des Feuerwehrautos. „Damals schlug die Druckwelle die Türen in der Wohnung zu“, schilderte die ebenfalls anwesende Frau des Bruders Horst ihre Erinnerung an damals. Sie wohnten in Badenstedt. „Es ist auch heute noch schwer genug.“, beschrieb Bruder Horst seine Erinnerungsgefühle.

Jasmin und Michael Reiche liegt die Erinnerung an Onkel und Bruder noch schwer auf der Seele.

Für die Angehörigen des Feuerwehrkollegen Wolf Rüdiger Reiche war der Schicksalsschlag über die ganzen Jahrzehnte hinweg immer präsent. Es hat das Familienleben die ganze Zeit über deutlich mit geprägt. Für Jasmin und Michael Reiche ist die Gedenkveranstaltung heute sehr wichtig. Sie sind gerne gekommen.

Die Zerstörung war groß. Sogar Schienen wurden komplett verbogen.

Pressemeldung der Feuerwehr zur Gedenkveranstaltung

Explosionsunglück Güterbahnhof Linden/Fischerhof im Jahre 1969-Gedenkveranstaltung Fünfzigster Jahrestag

Anlässlich des tragischen Explosionsunglücks am Güterbahnhof Linden/Fischerhof vor 50 Jahren haben Feuerwehrdezernentin Rita Maria Rzyski, Bürgermeisterin Regine Kramarek, die Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG Manuela Herbort und Stefan Drescher von DB Cargo heute (22. Juni) einen Kranz in der Feuer- und Rettungswache 4 niedergelegt und der Opfer in einer anschließenden Schweigeminute gedacht.

Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie gedachten Vertreter*innen der Landeshauptstadt Hannover und der Deutschen Bahn AG gemeinsam mit Hinterbliebenen der Opfer. Eine Schweigeminute fand um 8.09 Uhr gemeinsam mit Hannovers Bürgermeisterin Regine Kramarek und der Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn AG Manuela Herbort in den Räumlichkeiten der Feuer- und Rettungswache 4 statt.

Bürgermeisterin Regine Kramarek zeigte sich tief betroffen von der Tragödie: „Wir alle blicken auch heute noch fassungslos auf die damaligen Geschehnisse zurück. Besonders für die Feuerwehrbeamten, die an diesem Tag ihren Dienst versahen, war das Unglück schwer zu fassen. Dieses berufliche Risiko gehen auch heute noch tagtäglich rund 800 hauptberufliche sowie 750 ehrenamtliche Einsatzkräfte in unserer Landeshauptstadt ein. Das erfordert Mut und Verantwortung und verdient unseren höchsten Respekt“.

Auch die Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG Manuela Herbort sagte: „Wir sind uns der Schmerzen bewusst, die Opfern und Hinterbliebenen widerfahren sind. Mir ist es ein persönliches Anliegen, ihnen unser zutiefst empfundenes Mitgefühl auszusprechen“. Im Anschluss an die feierliche Zeremonie legten Feuerwehrdezernentin Rzyski, Bürgermeisterin Kramarek und Detlef Steinwedel von der Deutschen Bahn AG Blumen an der öffentlichen Gedenktafel in der Bahnunterführung Linden /Fischerhof nieder.

Feuerwehr Hannover

In einem Ausstellungstext vor Ort wird der Ablauf des damaligen Unglücks geschildert.

Klaus Öllerer
22.06.2019


Kommentare

  1. Feuerwehrleute sterben auch heute immer wieder bei Einsätzen.. Es sind nur vereinzelte Personen, die durch unglückliche Umstände zu Tode kommen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.