28. Dezember 2019

Die Anfrage wurde von Bündnis 90/Die Grünen im Stadtbezirksrat Linden-Limmer gestellt.

Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage Konkordiastraße
Sitzung des Stadtbezirksrates Linden-Limmer am 18.12.2019
TOP 6.1.2.

In der Konkordiastraße wurde bei der Sanierung der Straße im Unterbau der Straße ganzflächig Plastikfolie verlegt. In einer Zeit, in der Plastiktüten und Plastiktrinkhalme verboten werden, ist es merkwürdig, dass Plastikfolie in dem Ausmaß in der Erde verlegt wird.

Wir fragen die Verwaltung:

1. Welchen Zweck erfüllt diese Folie?

2. Ist sichergestellt, dass Sickerwasser durch die Folie dringt und dass von der Folie kein Mikroplastik in das Grundwasser kommt (auch nicht nach 50 Jahren) und wer haftet, falls doch Mikroplastik ins Grundwasser kommt?

3. Welche Alternativen gibt es zu dieser Plastikfolie?

Antwort der Verwaltung
zu 1.)
Bei der genannten Folie handelt es sich um ein Geotextil (Erdbaustoff), das im Rahmen des Erdbaus bei nicht standfesten Untergründen gemäß den allgemein anerkannten Regeln der Technik eingebaut wird. Mit dem Geotextil werden die mechanischen Eigenschaften von Böden verbessert. Es dient der Erreichung der erforderlichen Tragfähigkeit des Untergrundes. Auch in anderen Bereichen wie dem Wasserbau oder Garten- und Landschaftsbau kommen Geobaustoffe zum Einsatz.

zu 2.)
Die Geotextilien sind wasserdurchlässig, eine Versickerung ist demnach gewährleistet. Bei dem Geotextil handelt es sich um einen zugelassenen Baustoff nach den aktuellen technischen Regelwerken, der langjährig erprobt und gängig ist. Die im Geotextil verwendeten Rohstoffe dürfen den Boden und das Wasser nicht mit Schadstoffen belasten.

zu 3.)
Anstatt des Einsatzes des Geotextils wäre ein aufwendiger Bodenaustausch möglich gewesen, um ausreichende Tragfähigkeit zu erreichen.
Dazu hätte der Boden um weitere 20 bis 30 cm tiefer ausgekoffert und mit geeignetem Material (frisch gebrochenes Schottermaterial) wieder verfüllt werden müssen.
Um die hohen Kosten für den Ausbau, die Entsorgung, die Lieferung von Material und den Einbau zu sparen, wurde ein Geotextil eingebaut. Insbesondere die Entsorgungskosten wären hier aufgrund der im Untergrund vorhandenen Stoffe sehr hoch ausgefallen.
Der Einsatz eines Geotextils aus natürlichen Stoffen wäre für diesen Einsatzzweck nicht geeignet, da diese Stoffe mit der Zeit verrotten und damit die Tragfähigkeit nicht nachhaltig gewährleistet wäre.

Verwaltung der Stadt Hannover

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Arbeiten an der konkordiastr. im April 2019

Siehe auch >> Linden-Mitte: Wittekindstr. in Arbeit – Eindrücke mit Video

Titelbild: Konkordiastr. in Linden-Mitte nach der Sanierung

28.12.2019


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