17. Juli 2020

Vorwort
von Klaus Öllerer
Das Titelbild zeigt wie der Bundestagsabgeordnete Sven Kindler aus Linden bei einer Demo gegen Judenhass und Antisemitismus attackiert wird [1]. Das geschah am Kröpcke in der Innenstadt.

Doch auch in Linden gibt es Antisemitismus. Dieser ist oft verdeckt und darüber zu diskutieren scheint irgendwie verpönt zu sein. Dabei ist es sinnvoll darüber zu sprechen, wenn es Anzeichen dafür gibt. Zwei Beispiele:
Es gab mal einen Imbiss auf der Limmerstraße, der eine Karte des Nahen Ostens auf die Wand gemalt hatte. Dort war das heutige Gebiet von Israel und der Palästinenser abgebildet – jedoch fehlte Israel. Das ganze Gebiet wurde als Palästina bezeichnet. Daraufhin angesprochen lächelte der Besitzer nur verlegen. Bei einer der nächsten Renovierungen über ein Jahr später war dann die ganze Karte verschwunden. Und die Falafel schmeckte wieder. 😉
Es fand mal eine Veranstaltung im Freizeitheim Linden statt, die den Vorwurf des Antisemitismus auf sich zog. Danach sollte Israel für alles verantwotlich sein, was bei der Wasserversorgung für die Palästinenser falsch läuft [2].

Und nun zur Pressemeldung:

Landeshauptstadt Hannover – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Stadt schafft neue Dokumentations- und Beratungsstelle für antisemitische Vorfälle in Hannover

Die Dokumentations- und Beratungsstelle für antisemitische Vorfälle in Hannover, angesiedelt an der Hochschule Hannover hat jetzt ihre Arbeit aufgenommen. Ziel ist es, eine Gesamtübersicht antisemitischer Vorfälle in Hannover zu gewinnen und daraus Präventionsmaßnahmen abzuleiten. Alle Menschen, die in der Landeshauptstadt Hannover antisemitische Erfahrungen – auch unterhalb der Strafbarkeitsgrenze erleben oder beobachten, können diese an die neu eingerichtete Stelle melden (Kontaktdaten und Öffnungszeiten, siehe unten). Die Stelle ist aus der Offensive gegen Antisemitismus der Landeshauptstadt Hannover hervorgegangen und wird aus städtischen Mitteln finanziert.

Belit Onay, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, betont: „Mit der Dokumentationsstelle für antisemitische Vorfälle haben wir ein wichtiges Instrument entwickelt, das uns ein Verständnis über das Ausmaß von Antisemitismus in Hannover gibt und es möglich macht, präventiv und aktiv zu handeln“.

Dem stimmt auch Professorin Dr. Ulrike Ernst, Dekanin der Fakultät Diakonie, Gesundheit und Soziales der Hochschule Hannover, zu: „Das Projekt passt bestens in das Portfolio unserer Fakultät. Die Abteilung Soziale Arbeit verfügt über eine jahrzehntelange Expertise in der Präventionsarbeit gegen Antisemitismus.  Diese werden wir nutzen, um die Dokumentationsstelle zu einem wirksamen Instrument bei der Bekämpfung des Antisemitismus zu machen.“

Hier werden die Vorfälle dokumentiert und anonymisiert für die Öffentlichkeit sichtbar gemacht. Darüber hinaus leistet die neue Dokumentationsstelle ein Monitoring antisemitischer Versammlungen und Internetseiten für das Stadtgebiet Hannover. Alle eingehenden Hinweise werden vertraulich behandelt. Bei der Meldung eines Vorfalls zeigen die Mitarbeiter*innen der Dokumentationsstelle Handlungsoptionen auf. Die Entscheidung, wie weiter verfahren wird, liegt bei den Betroffenen. Bei Bedarf vermittelt die Dokumentationsstelle für antisemitische Vorfälle den Kontakt zu weiteren Beratungsangeboten in Hannover.

Landeshauptstadt Hannover

[1] Titelbild: >> Bundestagsabgeordneter Sven Kindler aus Linden wird bei Demo gegen Judenhass und Antisemitismus attackiert

[2] >> Veranstaltung: Wasserkrise bei Palästinensern – Referent Clemens Messerschmid

öl/18.07.2020; 08:51


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