3. März 2020

Vor 200 Jahren galten die Biber noch als ausgerottet. Sie waren begehrt wegen des dichten Fells und einem Sekret, das schmerzlindernd sein soll. Sie wurden bis zum Aussterben gejagt. Jetzt sind sie wieder da – mit allen Folgen die die Tiere so mit sich bringen.

Bei der nächsten Bezirksratssitzung am 11.03.2020 wird folgende Anfrage zu den Schäden an Bäumen gestellt und beantwortet werden.

Anfrage

Baumschäden durch Biber in Linden-Nord

Im Herbst/Winter 2019/2020 machten sich erhebliche Biberfraß-Schäden an vielen ufernahen Bäumen an der Leine in Linden-Nord bemerkbar. Die angenagten Bäume sind nicht mehr zu retten. Die Stadt Hannover unternimmt dagegen bislang nichts. In einem Telefonat wurde uns seitens der Stadt Hannover mitgeteilt, man würde abwarten, bis die Biberfamilien weiterziehen (wenn hier nichts mehr zu holen ist). Zwar ist es erfreulich, dass sich hier wieder Biber ansiedeln, jedoch sollte auch der Baumschutz von Bedeutung sein.

In diesem Zusammenhang fragen wir die Verwaltung:

  1. Warum werden im betroffenen Gebiet keine Baumschutz-Maßnahmen getroffen, etwa durch Gitter rund um die Baumstämme der Bäume, die schützenswert erscheinen (denn für die Biber gibt es dann immer noch genug andere, z.B. kleinere Bäume)?
  2. Eine kreative Lösung könnte beispielsweise auch darin bestehen, Rinden, die bei der Holzverarbeitung anfallen, in der Landschaft zu verteilen, um so die Biber zu animieren, sich daran gütlich zu tun.
  3. Hannover ist nicht die erste Stadt, wo sich wieder vermehrt Biber aufhalten. Was haben andere Städte und Gemeinden für Lösungen gefunden?
  4. Was beabsichtigt die Stadt Hannover zu unternehmen, wenn im Herbst/Winter 2020/2021 wieder Baumrinde auf dem Speiseplan der Biber steht (im Frühling und Sommer ernähren sich Biber vorwiegend von Blattwerk)?

Fraktion DIE LINKE

Sieh auch >> hallolindenlimmer.de/?s=biber

03.03.2020


Kommentare

  1. Der Bezirksrat möge beschließen:
    Dem zugewanderten Bibern in Linden und Limmer eine angemessene Entlohnung für ihre bis heute geleistete Arbeit zuzugestehen. Desweiteren ist den Nagern auch weiterhin zu gestatten ihrer ökologisch wertvollen Arbeit nachzugehen.
    Enstehende Kosten mögen nachträglich von NLWKN und Grünflächenamt, wegen nichtgeleisteter Dienstleistung zurückgefordert werden
    Begründung:
    Wie auf dem ersten Foto zu sehen ist, stehen vier Bastard – Schwarzpappeln viel zu dicht beieinander, und nehmen sich so seit Jahren gegenseitig die Nährstoffe weg. Hier haben Grünflächenamt und NLWKN seit Jahrzehnten geschlafen, und zugelassen, dass sich das aufgeräumte Ihme-, und Leine Ufer von einer Kulturlandschaft in eine schier undurchdringliche Wildniss verwandelt. Der Kanadische Biber ist von je her berechtigt, gerade den Bestand der Bastard -Schwarzpappel (auch Kanadische Pappel genannt) einzudämmen, und es ist allein der Nachlässigkeit o. g. Institutionen zu verdanken, dass die fleißigen Nager sich auf den beschwerlichen Weg nach Linden gemacht haben.
    Die Zeit zu Handeln ist längst gekommen, oder wollen wir warten bis der erste Biber von einem freilaufenden Pitbull gebissen wird, oder versehentlich in eine Bierflaschenscherbe, oder Einwegspritze tritt.

    1. Ich weiss nicht, ob DIE LINKE da mitspielt. Schließlich wird der Biber in Russland wohl ganzjährig bejagt, die Mütze aus Biberfell steht nach wie vor hoch im Kurs („Zwei russische Damen in langem Pelz und mit riesigen kastenförmigen Fellmützen bekreuzigen sich vor der Grabplatte, ein Herr mit schwarzer Biberpelzmütze und Aktentasche betrachtet die Szene aus diskretem Abstand.“ Olaf Tarnas, Zum Tee bei Tolstoi, Stuttgarter Zeitung 23. Februar 2011).

  2. scheiss biber machen die ganzen bäume platt
    warum vertreibt die keiner, sind diese dinger heilig oder was? beschissene pest der grünen vollidioten , jetzt machen die auch noch die bäume in der limmer str platt wegen ihren beschissenen hochbahnsteigen. ich hasse dieses grüne verräterpack.

  3. Dürfen wir denn Biber Deportieren?? Nun sind sie da, die Nager. Vieleicht sollte einmal in der Geschichte vor der ersten Vertreibung der Biber nachgeschaut werden, welche alternativen zu Bejagung oder Deportation es so gibt.
    Und wie die anderen Bundesstaaten und deren Städte und Gemeinden mit diesem „fürchterlichen Angriff“ denn so umgehen. Z.B. in der Havel gibt es wieder echt eine Menge von den fleissigen Kerlchen. Vieleicht sind es nicht die Biber, die die eigendliche Bedrohung darstellen, sondern unser unvermögen wieder Wohngebiete zu schaffen bzw. zu akzeptieren. Und die Lindener Gewässer bestehen nicht nur aus dem Leineufer zwischen Schwanenburgkreuzung und Küchengarten. Schaut mal auf diesen kleinen, halb verschlammten Kanal, der von der Wasserkunst Richtung Stöcken geht…….oder die Leine hinter dem Wehr. Durch die Zerstörung der Überschwemmungsgebiete und Auen haben wir uns die Freundlichen Rückkehrer direkt vor die Tür eingeladen.
    Liebe Grüße an Linden und cor allem Limmer von einem Ex Limmeraner, jetzt aus Berlin schreibend
    Werner Gabriel

    1. Ganz recht: Sie müssen bleiben! Ich würde sogar noch weiter gehen: Warum nicht die BIBER ALS WAPPENTIER LINDENS? Quasi als „Lindenbiber“ (sie werden doch in dem Umfeld sicher umgehend spezifische Eigenarten entwickeln, fangen an zu limmern etc.)? Und mit dem Löwen kann eh niemand etwas anfangen … Ob bald auch die Wölfe kommen?

    1. Ich befürchte das Schlimmste: Neben Elch, Bär und Luchs findet sich auch der Biber aktuell auf der Speisekarte exklusiver russischer Restaurants – schließlich hatte selbst die orthodoxe Kirche nur einfachen Leuten bereits seit dem 9. Jahrhundert den Genuss von Bärenfleisch, Bibern, Wieseln, Birkhühnern oder Hasen verboten.

  4. 1967 berichtete das „Neue Deutschland“ (Ausgabe vom 10. April) – das wird bei DIE LINKE bekannt sein -, dass in den westlichen Gebieten Kareliens bisher unbekannte Biberbauten entdeckt worden seien. Rund 250 Tiere errichteten hier 60 Behausungen von 1,5 m Höhe und bis zu 2,5 m Breite. Damals noch sowjetische Zoologen stellten überrascht fest, es sich bei den Nagern um kanadische (!) Biber handele, die über Finnland (!), also unter – wie es schien – problemloser Überwindung etlicher Grenzen, eingewandert seien. Sie seien größer als europäische Biber, hätten einen breiteren Schwanz, aber eine kürzere Nase und ein dunkleres Fell.

  5. Nun, das sind natürlich wichtige Fragen mit denen sich der Bezirksrat nun beschäftigen muss.
    Danke für die Information, wie in Russland mit diesem schrecklichen Problem umgegangen wird. Deportationen sind immer schon ein probates Mittel gewesen um Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen.
    Wir wollen keine Biber in Linden!!!

  6. In Russland haben Biber 2015 sogar Kupferkabel der Transsibirischen Eisenbahn durchgebissen und damit das Sicherheitssystem der berühmten Strecke teilweise lahmgelegt.
    Zuvor erfolgte Umsetzungsmaßnahmen (also Deportationen), von denen 15.000 Bibern betroffen waren, haben zu einem enormen Anwachsen der Population geführt: Heute sollen 250.000 – 300.000 Biber in Russland heimisch sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.