27. Mai 2021

Auf der letzten Bezirksratssitzung (19.05.2021) wurde folgende Anfrage von Bezirksratsmitglied Daniel Gardemin (Grüne) eingebracht.

Anfrage

Geplanter Abriss und Neubau Dornröschenbrücke

Der angekündigte Abriss und Neubau der Dornröschenbrücke mit einer projektierten Dauer von 18 Monaten wirft bereits im Vorfeld etliche Fragen auf. Einige bitten wir zur Einschätzung der Situation und zum Schutz der besonders betroffenen Anrainer, wie dem Dornröschen-Biergarten, zeitnah zu beantworten.

1.) Ist ein zügigerer Brückenneubau denkbar, wie er etwa mit der Autobahnbrücke der A46 bei Hagen in 100 Tagen realisiert wurde (beispielsweise durch Anlieferung von Fertigmodulen über die B6/Bremer Damm oder über Kanal und Leine)?

2.) Stehen seitens der Verwaltung Alternativen zu einer Behelfsbrücke im Gespräch, wie etwa Pontonbrücke mit Kanutendurchlass, Stahlcontainerbrücke oder temporärer Fährbetrieb?

3.) Bis zu welchem Zeitpunkt kann bei einer Verschiebung des Vorhabens die Dornröschenbrücke unter Ausschöpfung aller Fristenverlängerungen und Gewichtsreduzierungen längstens baurechtlich für den Rad- und Fußverkehr geöffnet bleiben bzw. ließe sich, ähnlich wie seinerzeit bei der Justus-Garten-Brücke, durch Verstärkungen und Stützen der Abrisszeitpunkt verlängern?

Antwort der Verwaltung

1. Nein, ein Bau innerhalb von 3 Monaten ist nicht möglich. Dennoch prüft die Verwaltung aktuell, wie und unter welchen erschwerten Randbedingungen sich die Bauzeit verkürzen ließe. Ziel der Verwaltung ist, die Sperrzeit für den Geh- und Radverkehr so gering wie möglich zu halten.

2. Mögliche Alternativen zu einer Behelfsbrücke wurden von Seiten der Verwaltung untersucht. Die Leine ist im Baubereich eine Bundeswasserstrasse mit wechselnden Wasserständen. Eine durchgängige Sperrung für den Schiffsverkehr auf der Leine wird vom Gewässereigentümer nicht genehmigt. Bei Hochwasser müssten im Wasser liegende Bauteile umgehend aus der Leine entfernt werden, womit keine Nutzung mehr möglich ist. Grundsätzlich stellt ein Fährverkehr auch keine durchgängige und barrierefreie Überführungsmöglichkeit der Leine dar, sondern dient eher touristischen Zwecken. Dies ist somit keine alternative Behelfsüberquerung.

3. Am Bauwerk wurden Risse und Betonschäden festgestellt. Eine Nachrechnung der Brücke stellte erhebliche statische Defizite am Tragwerk fest. Die Tragfähigkeit der Brücke ist eingeschränkt und lässt sich durch eine Sanierung nicht wiederherstellen. Unter der Einhaltung enger getakteter Prüfungen der Brücke ist nach Abstimmung mit dem Prüfingenieur eine Offenhaltung der Brücke bis Ende 2024 für vertretbar. Bedingung dafür ist ein regelmäßiges Monitoring der geschädigten Bereiche. Sollten bei dieser Überwachung relevante Verschlechterungen auftreten, kann eine sofortige Sperrung der Brücke erforderlich werden.
Eine Verlängerung des Abrisszeitpunktes durch Verstärkungen oder Unterstützungen wird von der Verwaltung als nicht möglich eingeschätzt.

Landeshauptstadt Hannover
19.05.2021

Siehe auch:
>> Dornröschenbrücke: Was wird da gearbeitet? – v. 05.02.2020

24.05.2021

Kommentare

  1. – „ist … für vertretbar“

    Und schon wieder ein typischer Schreibfehler genau im zentralen Knackpunkt der Äußerungen. Erkenne ich oft und sofort am Muster und habe schon oft darauf hingewiesen. Sie geben sich nicht mal große Mühe.

    – Es wird noch Zeiten geben, in denen immerhin eine gewisse Verlegenheit oder vielleicht Scham beim vormaligen Lügen, Verheimlichen oder Zuschanzen (whatever) als mildernder Umstand gewertet werden kann. Aber es war ja nur ein Verwaltungsangestellter. Hat geschrieben, was ihm aufgetragen war. Die dicke Knete haben andere gemacht.

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