20. September 2020

Dazu wurde bei der letzten Bezirksratssitzung am 16.02.2020 eine Anfrage durch die Grünen gestellt.

Anfrage Schafbeweidung an Ihmeauen
Sitzung des Stadtbezirksrates Linden-Limmer am 16.09.2020
TOP 7.4.1.

Lange Jahre haben Schäfer ihre Herden an den Ihmeauen weiden lassen. Inzwischen suchen Schäfer in Hannover wieder Weideflächen und andere Kommunen holen Schafe in die Städte zur natürlichen Beweidung von Rasenflächen zurück. Für die Stadtbevölkerung, vor allem für Kinder und Jugendliche, wäre die Anwesenheit von Schafherden eine Bereicherung.

Wir fragen die Verwaltung:

1 . Wie viel Fläche und welche Flächen wurden in den 1970er Jahren im Stadtgebiet Hannover (bezogen auf das heutige Stadtgebiet) beweidet und viel Fläche und welchen Flächen werden heute noch beweidet?

2. Wird es seitens der Stadt für begrüßenswert gehalten, wieder mehr Flächen zur Schafsbeweidung zur Verfügung zu stellen?

3. Sind konkrete Flächen geplant bzw. sind Flächen im Stadtbezirk Linden-Limmer zur Schafsbeweidung geplant und spricht etwas gegen die Wiedereinführung der Schafsbeweidung an den Ihmeauen?

Dr. Daniel Gardemin
Bündnis90/Die Grünen

Antwort der Verwaltung:

zu 1.)
Genaue Zahlen können nicht genannt werden, da die Beweidung von Flächen wechselt, besonders, wenn sie lediglich extensiv beweidet werden und zeitweise auch ohne Beweidung sind. Seit 1994 hat die LHH über 190 Hektar neues Grünland angeworben, sodass mittlerweile rund 390 Hektar Wiesen und Weiden im Besitz der Stadt sind, die zum Teil für die extensive Nutzung an interessierte Landwirt*innen oder private Pferde- und Schafhalter*innen verpachtet werden.

zu 2.)
Ja. Besonders eine extensive Beweidung sowohl durch Schafe als auch andere Weidetiere wird seitens der LHH begrüßt und auch seit Jahren im Rahmen des Programms zur Verbesserung der biologischen Vielfalt in Hannover auf ausgewählten Flächen verfolgt. Zum Beispiel pflegen seit Jahren Kamerunschafe eine wertvolle Grünfläche in Lahe und auch in der Stöckener Masch wird Grünlandpflege durch eine Schafherde betrieben. In Badenstedt wurde vor einigen Jahren im Rahmen des Projekts „Städte wagen Wildnis“ eine neue Weidefläche abgezäunt, die extensiv durch Schafe gepflegt wird. Ebenfalls in Badenstedt wird durch das Engagement einer Anwohnerin eine kleine Herde Mini-Schafe gehalten, die in Absprache mit der LHH zur Umweltbildung vor Ort eingesetzt werden.

zu 3.)
Grundsätzlich spricht nichts gegen die Wiedereinführung der Schafsbeweidung an den Ihmeauen. Die Beweidung im Stadtgebiet stellt allerdings besondere Ansprüche an die Schäfer*innen und die Tiere. Zum einen spielen die Beschaffenheit der Fläche und die Pflegeziele eine Rolle. Zum anderen muss die Sicherheit für Tier und Mensch vor Ort gegeben sein. Unter diesen Bedingungen ist immer im Einzelfall zu prüfen, ob eine Beweidung sinnvoll und praktikabel ist. Zurzeit sind im genannten Bezirk weder geeignete Flächen noch passende Schäfer*innen bekannt. Daher ist aktuell keine Schafbeweidung im Stadtbezirk Linden-Limmer geplant.

Verwaltung
Landeshauptstadt Hannover

Titelbild: Symbolbild >> „Wildnis wagen?“: Schafe als Rasenmäher auf der Faustwiese? Termin woanders am 27.08.2019

20.09.2020

Kommentare

  1. Sie versprechen Schafwiesen, aber bauen die verbliebenen Grünflächen des Stadtteils zu, z. B. den Park an der Steigerthalstraße bereits, die Faustwiese und demnächst am Liebsten noch den Park am Küchengarten.

    Schafe … tss

    1. Jedes Jahr kommen mehrere hunderttausend Einwanderer in Deutschland an. Die überwältigende Mehrheit möchte nicht in Dörfern sondern in Großstädten wohnen. Deshalb werden natürlich die meisten Grünflächen zugebaut.

  2. Will man das Dorf in die Stadt holen oder was will man mit solchen Vorschlägen bewirken?
    Auch alle anderen „Ideen“ zielen darauf hin, der Stadt einen dörflichen Charakter zu verleihen. Immer mehr Parkplätze sollen zurückgebaut werden und als Erholungsoasen umfunktioniert werden. Wäre alles nicht nötig, wenn die Bus-, Bahn- und vor allem Zugverbindungen besser ausgebaut und erschwinglicher wären, denn dann würden viel mehr Menschen in den umliegenden „Dörfern“ wohnen bleiben, weil sie genauso flexibel sind wie in der Stadt. Damit wäre auch die Nachfrage nach Wohnraum geringer und mehr Platz für Grünflächen.

  3. „Für die Stadtbevölkerung, vor allem für Kinder und Jugendliche, wäre die Anwesenheit von Schafherden eine Bereicherung.“
    Soll das heißen, es ist eine Art Streichelzoo geplant?

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