5. Juli 2020

Bei der nächsten Bezirksratssitzung (07.07.2020) wird folgender Antrag von Bezirksratsmitglied Daniel Gardemin (Die Grünen) eingebracht.

Antrag

Fahrradbügel auf bisherigen Parkflächen für Kraftfahrzeuge

Die Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover wird aufgefordert, dort, wo die Mehrheit einer Hausgemeinschaft von Mehrfamilienhäusern einen Antrag stellt, einen KFZ-Parkplatz mit Fahrradbügeln auszustatten, um dort im öffentlichen Raum ausreichend Parkmöglichkeiten für Fahrräder zur Verfügung zu stellen.

Begründung

Auf Antrag der SPD hat der Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide einen gleichlautenden Beschluss gefasst, dessen Prüfung von der Stadtverwaltung positiv aufgenommen wurde. In der Begründung des Antrags heißt es: „Autofahrer dürfen seit es Kraftfahrzeuge gibt wie selbstverständlich den öffentlichen Raum nutzen, um ihre Gefährte dort abzustellen. Fahrradfahrende müssen dagegen ihre Fahrräder am Zaun entlang dem Bürgersteig abschließen oder die Fahrräder in den Keller schleppen, was bei einer alternden Gesellschaft und der Verbreitung von schweren E-Bikes immer problematischer wird. Durch den Wegfall eines Parkplatzes können dort zahlreiche Fahrräder parken. Der Bedarf wird durch ein entsprechendes Antragsverfahren der dort wohnenden Einwohnerinnen und Einwohnern angezeigt.“ Der Bezirksrat Linden-Limmer bittet die Verwaltung, die Möglichkeit auch für den Stadtbezirk Linden-Limmer zu prüfen.

Dr. Daniel Gardemin
Bündnis90/Die Grünen

05.07.2020


Kommentare

  1. Ich bin mal gespannt, wie viele Fahrradbügel tatsächlich angebracht werden. Hoffentlich wird dabei auch an die Feuerwehr gedacht. Ein Auto kann im Ernstfall umgeparkt werden, damit das Fahrzeug der Feuerwehr näher ans Haus kann. Fahrradbügel sind fest montiert. Warum werden eigentlich keine Anwohnerparkhäuser (dort könnte man dann auch sein Rad abstellen ) zur Pflicht , wenn man die Anzahl der im öffentlichen Raum abgestellten Fahrzeuge gern reduzieren will? Die Bürger kaufen nach wie vor Autos, sie werden also nicht weniger, nur weil Parkplätze wegfallen. Ein Fahrrad ist für die meisten eine Alternative zum, kein Ersatz für das Auto.
    Aber die ganze Diskussion gibt es nur, weil den Städten der Platz fehlt. Gäbe es von Anfang an breitere Straßen und somit auch mehr Raum für Fahrräder, wäre dies kein Thema. Statt den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen, wird mehr Wohnraum im direkten Umfeld geschaffen, immer mehr Menschen teilen sich den immer weniger werdenden freien Platz. Das Wohnen außerhalb müsste stattdessen attraktiver gemacht werden! Und bei neuen Bebauungsgebieten sollten auch lieber gleich vernünftige Radwege eingeplant werden.

  2. Wo ich wohne, sind jetzt zur Saison die Fahrradbügel nachts alle besetzt. Deswegen musste ich mein Lieblingsrad gestern abend ungünstiger parken (Gefahr von Diebstahl und Vandalismus). Ein paar zusätzliche Bügel dort wollte ich ohnehin schon beantragen. Und ja, das ginge dann wohl auf Kosten einer Kfz-Parkfläche.

  3. In der Begründung heißt es:
    „Autofahrer dürfen seit es Kraftfahrzeuge gibt wie selbstverständlich den öffentlichen Raum nutzen, um ihre Gefährte dort abzustellen.“ das ist so nicht ganz zutreffend:
    „Schon vor der Massenmotorisierung wurde deutlich, dass parkende Kfz zu einer ernsthaften Behinderung für den fließenden Verkehr werden (können), weshalb bereits 1939 mit der Einführung der Reichsgaragenordnung (RGaO) versucht wurde, das Parken von Kfz weitestgehend abseits öffentlicher Flächen vorzusehen.“
    Quelle: https://www.ivp.tu-berlin.de/fileadmin/fg93/Dokumente/Discussion_Paper/DP10_Notz_Privatisierung_%C3%B6ffentlichen_Raums_durch_parkende_Kfz.pdf Seite 18
    Das heißt die Verkehrsplaner hatten sehr früh erkannt, dass das nicht gut gehen kann, wenn man das Parken im öffentlichen Raum zulässt. Aber so wie einerseits längst bekannt ist, dass die Massenmotorisierung nicht gut gehen kann, wird andererseits immer noch viel zu wenig unternommen, um Mobilität für alle Menschen zu ermöglichen. Stattdessen wird die massenhafte Autofahrerei immer stärker durch staatliche Subventionen unterstützt. Und das Ganze auch noch volkswirtschaftlich glorifiziert. Mitunter sogar ökologisch weichgespült. Die ganz und gar unsinnige E-Auto-Kaufprämie etwa führt zu dramatischen Einnahmeausfällen der öffentlichen Hand. Und zwar nicht nur wegen der Kaufprämie selbt, sondern auch deshalb weil die Käufer ihre Autos erneut im öffentlichen raum auf Kosten aller abstellen werden und noch nicht einmal Mineralölsteuern bezahlen. Außerdem sind sie ´von der KFZ-Steuer erst mal befreit.
    Geht’s noch?

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