17. Oktober 2019

»Bisschen Ihme-Zentrum Abreißen«

ist ein proaktiver Beitrag für eine offene Diskussion um die Zukunft des Ihme-Zentrums, gegen die Privatisierung und Kommerzialisierung städtischen Raumes.

Nachdem die Shopping-Mall im Ihmezentrum scheiterte, hat der Sockel seine Funktion verloren: Er steht seit zwanzig Jahren leer!

Die vormals industrielle Umgebung hat sich zu einem Wohnviertel gewandelt, dabei hat Blumenauer Straße an Bedeutung verloren. Einzig der lange Sockelkoloss versperrt Linden den stadträumlichen Anschluss an die Ihme!

Deshalb schlagen wir vor, die Blumenauer Straße in die leeren unterirdischen Parkgeschosse des Ihmezentrums zu legen und den größten Teil seines Sockels abzureissen. So entsteht ein urbaner Platz und das Ihme-Zentrum wird durch seine Fragmentierung zu einem Teil der Stadt – die endlich Zugang zum Fluss erhält.

Im Gegensatz zu dem geplanten Shopping-Center, das windige Investoren zu reaktivieren planen, ist der neue Ihme-Platz ein umkommerzieller Raum, der allen Menschen zu jeder Tageszeit offensteht. Der neue Ihme-Platz ist ein politischer Ort – und ein Appell an die Stadt Hannover und ihre BewohnerInnen, das Schicksal der Stadt nicht kampflos privaten Investoren zu überlassen!

Ein stadträumlicher Vorschlag von Tobias Fink, Jan Engelke, Lukas Fink
E-Mail >> biza@posteo.de, September 2019

17.10.2019


Kommentare

  1. -„Die Diskussion um das Ihme-Zentrum ist keine Diskussion um ein einzelnes Gebäude, die einem einzigen Investor überlassen werden kann. Es ist eine Diskussion, die auf gesamtstädtischem Maßstab geführt werden und in welche sich die Öffentlichkeit einmischen muss!“

    Mööööp, falsch.

    Das IZ ist und bleibt eine private Wohnungseigentümergemeinschaft; die im übrigen aus mehreren hundert! unterschiedlichen Eigentümern besteht.

    Wer von denen soll denn jetzt genau auf sein Eigentum „verzichten“?!?

    Und glaubt ihr wirklich, dass ein von aussen in die Gemeinschaft hineingepresster Abrissvorschlag auch nur ansatzweise die Chance hat, überhaupt zur Kenntnis genommen zu werden???
    Nein, echt jetzt, ist das wirklich Eure Überzeugung?!?

    Falls ja, dann hätte ich auch gerne etwas von dem Zeug, dass ihr genommen habt 😉

      1. Ach so, dann ist ja alles in Ordnung 😉

        Die Mehrheit der Eigentümer arbeitet konstruktiv an Verbesserungen; sowohl an den Wohnungen, wie auch im Gewerbe.

        Nur ist es in der Realität halt nicht so einfach, mal eben was zu machen und mit zwei Eimern Farbe ist es auch nicht getan.

        Hipster-Sprech (Möglichkeitsraum, Transformation…) und ein paar bunte Bilder aus dem PC bringen das IZ kein Stück weiter (für die bunten Bilder wäre der Investor übrigens gegrillt worden).

        LKW durch die TG, ja nee, is klar.
        Danke für den Vorschlag. Mein Gegenvorschlag: Sucht euch nen anderen Job!

        1. Hallo Johnny,

          vielen Dank für deinen Kommentar zu unserem Vorschlag. Das Anstoßen einer Diskussion durch einen durchaus ernst, aber auch provokativ gemeinten Vorschlag scheint ja zumindest geglückt.

          Zum Thema Eigentum: Unser Vorschlag tangiert nicht das Wohneigentum der einzelnen Bewohner*innen – die Türme sollen unserem Vorschlag zufolge abgerissen, einzig das Sockelgeschoss abgerissen werden.

          Der Vorschlag wird hier übrigens auch noch weiter ausgeführt, da wird auch deutlich, wie genau das mit der Tiefgarage gemeint ist.

          Wir sind nicht der Meinung, dass bunte Bilder das Ihme-Zentrum weiterbringen – aber einen Diskurs vielleicht schon. Was wäre es denn deiner Meinung zufolge, was das IZ weiterbringen würde?

          Viele Grüße, Jan

          1. korrigierte Version:

            Hallo Johnny,

            vielen Dank für deinen Kommentar zu unserem Vorschlag. Das Anstoßen einer Diskussion durch einen durchaus ernst, aber auch provokativ gemeinten Vorschlag scheint ja zumindest geglückt.

            Zum Thema Eigentum: Unser Vorschlag tangiert nicht das Wohneigentum der einzelnen Bewohner*innen – die Türme sollen unserem Vorschlag zufolge NICHT abgerissen, einzig das Sockelgeschoss abgerissen werden.

            Der Vorschlag wird hier übrigens auch noch weiter ausgeführt, da wird auch deutlich, wie genau das mit der Tiefgarage gemeint ist.

            Wir sind nicht der Meinung, dass bunte Bilder das Ihme-Zentrum weiterbringen – aber einen Diskurs vielleicht schon. Was wäre es denn deiner Meinung zufolge, was das IZ weiterbringen würde?

            Viele Grüße, Jan

      2. Eigentum in dieser Lage, mit dem ja seit vielen Jahren nicht konstruktiv und im Sinne des Stadtteils umgegangen, sondern nur gehandelt wird, bringt ja auch eine gewissen Verantwortung mit sich, sollte man meinen… Irgendwann sollte man auch Grenzen setzen. Ein bisschen am Spekulatius knabbern, um dafür einen schönen Platz zu schaffen, ist doch eine spannende Idee! (Das gewerbliche Eigentum des Investors ist hier gemeint, nicht die Eigentumswohnungen der Einzelnen in den Wohnhochhäusern)
        Wenn Unternehmensanteile als „Share Deals“ gehandelt werden, fällt dabei nicht mal eine Grunderwerbssteuer an. Dass die Stadt Hannover das so mitmacht, kann nur erstaunen.
        Dass der neue Investor allen Ernstes ‚Windhorst‘ heisst, klingt auch nicht eben vielversprechend…

  2. Das ist schon komisch: Offenbar haben manche Absolventen der Architekturwissenschaften gar keine Statikprüfungen abgelegt.

    – Heutzutage berechnet man die Statik eines Neubaus ja per Computerprogramm, aber selbst der Kölner Dom (und die Gewölbe darunter) wurden damals noch frei nach „Erfahrung“ entworfen von den damaligen Baumeistern.

    1. Die Bauzeit des Kölner Doms betrug 632 Jahre. Erbaut aus Spenden von Leuten, die sich von ihren Sünden im Diesseits freikaufen wollten, um im Jenseits bessere Karten zu haben. Auch sonst gibt es nur wenige Gemeinsamkeiten mit dem Ihmezentrum.

      Ich sehe den Vorschlag als nicht ganz ernstgemeinte Provokation, die auf den jahrelangen Leerstand hinweisen soll. Und wären wir nicht in Linden, wo man es traditionell mit dem Besitz Anderer nicht so genau nimmt – Man würde nur Schmunzeln, und die Geschichte abhaken.

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