4. August 2020

Zehn Mal fand am Lindener Berg ein Seifenkistenrennen statt. Der Sieger bekam den Großen Bergpokal.

45 Seifenkisten waren angemeldet und wurden zunächst auf Sicherheit getestet. Bunt und fantasievoll gestaltet war so manche Kiste unter ihnen. Viel mehr Bilder als hier gezeigt gibt es im Originalbericht von damals [1].

Manche erinnern sich vielleicht noch.

10. Großer Bergpokal
Lindener Seifenkistenrennen am Sonntag, 06.07.2008

von Dieter Hoffmann

Bei 70% Regenwahrscheinlichkeit für Hannover hätte unser lang geplanter und mit sehr viel Eigeninitiative und Muskelkraft durchgeführte 10. Lindener Bergpokal auch leicht ins Wasser fallen können. Wir hatten aber Glück, außer ein paar Tropfen blieb es trocken.
Um 10 Uhr begann die technische Kontrolle der 45 gemeldeten Kisten. Berliner, Hamburger, Goldenstedter, Fallingbosteler und Wedemarker waren mit von der Partie.

Nach bestandener Kontrolle sollte jeder Fahrer (9 Kisten waren mit zwei Fahrern gemeldet) einen Probelauf auf der neuen, mit elektronischer Zeitmessung ausgestatteten Rampe durchführen.

In diesem Jahr wurde zweibahnig gefahren. Obwohl das Tiefbauamt einige Schlaglöcher ausgebessert hatte, war die Strecke nicht ganz einfach zu fahren. Über 200 Meter rasten die ungewöhnlichsten Kisten nebeneinander über den etwas brüchigen Asphalt. Neben einem ausgedienten Balkon mit Bepflanzung, gab es eine gruselig aussehende rollende Geisterbahn mit flatterndem Fledermausflügeln oder einen Zweisitzer, der während der Fahrt Seifenblasen und Rauch spie. Daneben aber auch schnittige Highspeed Zigarren, in denen liegend gefahren wurde. Auch Oldtimer, die schon bei den in den 50iger Jahren am Lindener Berg durchgeführten Rennen dabei waren. In Erinnerung an diese Jahre sind Heiner Meyer und Günther Marhenke, beides Teilnehmer, die sich schon in den 50iger Jahren auf der gleichen Strecke erbitterte Zweikämpfe geliefert haben, in einem Showrennen wieder gegeneinander angetreten. Heiner Meyer hatte sogar die Seifenkiste wieder aufgetrieben, mit der er damals gefahren war. Nur leider passte er da nicht mehr rein, so das er auf der Rückenlehne sitzend, mit einem Fuß bremsend herunterfuhr. Das gab auch dem NDR die Chance auf der Strecke nebenherzulaufen um ihn zu filmen.

Musikalisch begleitet wurde das Rennen durch den Barber`s spirit chor und die Gruppe „Vamos Sambar“, die mit brasilianischen Rhythmen für Stimmung sorgte.

Nach der Eröffnung des Hauptrennens durch Bürgermeister Bernd Strauch moderierte Christoph Dannowski von der Neuen Presse die beiden Hauptläufe und brachte mehre als 3000 Zuschauer und die Fahrer zusätzlich in Fahrt.

Sieger bei den Senioren wurden Götz Graubner und Peter Kühn. Sieger bei den Junioren wurde Pia Rademacher.

Es gab wertvolle Preise für die ersten 10 Platzierungen.
Am Ende bekam jeder Teilnehmer einen Stress abbauenden Headcrawler, eine Urkunde mit Foto und ein T-Shirt mit dem Logo des diesjährigen Seifenkistenrennens. Die originellste Kiste wurde mit einem Ballonflug ausgezeichnet.

Für die Organisatoren und einige freiwillige Helfer aber war der Tag noch lange nicht zu Ende. Die Streckenbegrenzung, die Startrampe galt es wieder abzubauen und den Lindener Berg wieder in seinen Urzustand zu bringen.

Text: Dieter Hoffmann, Fotos: Evi Schaefer, Klaus Öllerer, Dieter Hoffmann
Letzte Aktualisierung: 10.07.2008

[1] Originalbericht von 2008: >> 10. Großer Bergpokal

18.10.2019/04.08.2020


Kommentare

  1. Das ist Rennsport! Macht Spaß und ist demokratisch, weil ein Jede(r) ihn sich leisten kann!!

    Im Netz finden sich viele Videos aus z.B. Frankreich und Spanien, wo z.T. mehrere Kilometer lange Bergstrecken runter und durch Ortschaften gefahren wird. Dort herrscht Volksfeststimmung – ein großer Spaß für Jung und Alt.

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