19. März 2020

von Klaus Öllerer

Pessimistische Aussichten

Die umfangreichen Maßnahmen zur Quarantäne führen zu einem allgemeinen Shutdown in Wirtschaft und Kultur – wie wir es bisher noch nicht gesehen haben.

Eine dramatische Wirtschaftskrise ist im anrollen. Pleiten, Arbeitslosigkeit und drastischer Einbruch der Steuereinnahmen stehen bevor. Dies wird der Politik ganz viele Spielräume nehmen und Schlimmeres wird nicht mehr zu verhindern sein. Gesellschaftliche Konflikte werden zunehmen und immer weniger einzudämmen sein.

Diese persönlichen Eindrücke teilen immer mehr Menschen. Hoffnungslosigkeit entwickelt sich langsam und bald immer schneller.

Die Ursache ist das Konzept der Quarantäne für Alle, der zu einem allgemeinen Shutdown führt. Dieses Konzept soll die Entwicklung der Coronainfektionen verlangsamen. Und dadurch sollen die medizinischen Intensivbehandlungen realisierbar bleiben.

Doch auch Risikopersonen werden sich nach diesem Konzept mit den Viren anstecken – bloß später und auch später sterben [1].

Klaus Kleber vom ZDF stellt in folgendem Video lediglich die Verlangsamung der Coronainfektionen dar. Vom Aufschieben des Sterbens ist keine Rede.

Was sich bei Kleber so schön und logisch anhört führt zu einem riesigen Zielkonflikt. Es ist wie Pest und Cholera. Wird der Infektionsverlauf gebremst, dann geht vor allem die Wirtschaft kaputt wie zuvor beschrieben. Wird alles laufen gelassen, dann gibt es viele Todesfälle durch totale Überlastung der medizinischen Einrichtungen.

Doch es gibt eine Lösung, zumindest mit Möglichkeiten zu Kompromissen:

Quarantäne (fast) nur für Risikopersonen

Risikopersonen, insbesondere die schwer vorbelasteten, werden unter Quarantäne gesetzt. Dazu werden entsprechende Listen der Millionen Betroffenen erstellt. Risikopersonen können in ihren Wohnungen quarantäneartig versorgt werden. Unter Mithilfe der Bundeswehr können auch sichere Einrichtungen bspw. für die Medizin bei großem Andrang geschaffen werden, etc..
Die übergroße Mehrheit der Bevölkerung geht weiter ihren gewohnten Beschäftigungen nach. Die Wirtschaft floriert und bricht nicht ein. Grenzen können offen bleiben, der Flugverkehr bleibt lebendig, etc.

Wer mehr von diesem Konzept auch im Zusammenhang mit anderen Konzepten erfahren will, der kann hier mehr lesen:

>> Debatte: Corona – Quarantäne für Alle oder nur Risikopersonen oder Niemand?

Schlußbemerkung
Es gibt einen Mangel an fairen und kontroversen Diskussionen. Präsent sind fast ausschließlich die Konzepte von Oben. Andere Ideen, Denkrichtungen und Konzepte werden schnell einer Diskriminierung in den Medien ausgesetzt. Das rächt sich jetzt.

Quellen

[1] Prof. Drosten im Focus:
278.000 Virus-Tote in Deutschland? Wie der Top-Virologe seine Zahl meint
„Bei einer Gesamtbevölkerung von 83 Millionen wären zwei Drittel fast 56 Millionen Menschen, die sich infizieren müssten, um die Ausbreitung zu stoppen. Bei einer Mortalität von 0,5 Prozent wäre in dem Fall mit 278.000 Corona-Todesopfern zu rechnen„, erklärte Drosten. …
Solch eine Berechnung mache allerdings „wenig Sinn“, weil die Zeitkomponente fehle, erklärte Drosten weiter. „Bei langsamer Verbreitung werden Corona-Opfer in der normalen Todesrate verschwinden.“ Jedes Jahr würden in Deutschland 850.000 Menschen sterben. Das Altersprofil sei ähnlich wie bei den Todesfällen durch das neue Virus. …
>> focus.de

Titelbild: Innenbild von fotoART by Thommy Weiss / pixelio.de

Andere Sichtweisen sind willkommen.

Klaus Öllerer
19.03.2020/20.03.2020; 07:48


Kommentare

  1. Die große Wirtschaftskrise wird keynesianisch durch Finanzspritzen nur seit Jahren verzögert. Wer sich den Haufen fiktives Kapital, der sich an der Börse aufhäuft, anschaut, weiss, dass das Gewinn-Versprechen dahinter nicht eingelöst werden kann.
    Der Corona-Virus ist jetzt nur der Impuls, der das Kartenhaus zum Einsturz bringt. Fiktives Kapital und damit auch unrentable Unternehmen, die ihre Gewinnversprechen nicht einlösen können, werden vernichtet.
    Massenarbeitslosigkeit und weiterer Abbau des Sozialstaats sind die Folge.
    Auf dieser Basis ( niedrige Löhne + Abgaben ) werden sich wieder Profite einstellen und die Inhaber des Kapitals können sich wieder freuen, aufs Neue das Ausbeutungsrad zu drehen . Kapitalismus : business as usual !

  2. RKI 21.3.20: 16.662 Infizierte, 2705 mehr als am Vortag Stand 21.3.20/10h, 20 Fälle pro 100.000 Ew., 47 Verstorbene. Bei knapp 83 Mio. Einw. in Deutschland sind das erstaunlich niedrige Zahlen.
    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html
    Die Frage ist, wie viele der Verstorbenen ohnehin an Vorerkrankungen gestorben wären wie der von Streeck untersuchte Heinsberger Patient.

    Coronaviren sind immer dabei: „“… dass es sich bei den Sars-CoV-2-Toten in Deutschland ausschließlich um alte Menschen gehandelt hat. In Heinsberg etwa ist ein 78 Jahre alter Mann mit Vorerkrankungen an Herzversagen gestorben, und das ohne eine Lungenbeteiligung durch Sars-2. Da er infiziert war, taucht er natürlich in der Covid-19-Statistik auf. Die Frage ist aber, ob er nicht sowieso gestorben wäre, auch ohne Sars-2.”
    VIROLOGE HENDRIK STREECK
    „Wir haben neue Symptome entdeckt“
    FAZ 16.03.2020
    Hendrik Streeck ist wahrscheinlich der Virologe, der die meisten Patienten in Deutschland gesehen hat. Ein Interview über neue Covid-19-Symptome, Schnelltests und zu hohe Todeszahlen. https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/virologe-hendrik-streeck-ueber-corona-neue-symptome-entdeckt-16681450.html?printPagedArticle=true#void
    Der Bonner Virologe Streeck – Nachfolger von Drosten – schließt seinen Artikel:
    „In Deutschland sterben jeden Tag rund 2500 Menschen, bei bisher zwölf Toten gibt es in den vergangenen knapp drei Wochen eine Verbindung zu Sars-2. Natürlich werden noch Menschen sterben, aber ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sage: Es könnte durchaus sein, dass wir im Jahr 2020 zusammengerechnet nicht mehr Todesfälle haben werden als in jedem anderen Jahr.“

  3. Hat seine Logik:
    „Bund hält Ausgangsverbot für über 65-Jährige im Kanton Uri für zulässig
    Die Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus werden immer drastischer. Im Kanton Uri dürfen Senioren nicht mehr einkaufen. Jetzt gibt der Bund grünes Licht für diesen drastischen Schritt.
    NZZ, Daniel Gerny 19.03.2020
    Die Sterblichkeit bei Covid-19 folgt einer klaren Altersstufung: „Age-group (years) % symptomatic cases requiring hospitalisation % hospitalised cases requiring critical care Infection Fatality Ratio 0 to 9 0.1% 5.0% 0.002% 10 to 19 0.3% 5.0% 0.006% 20 to 29 1.2% 5.0% 0.03% 30 to 39 3.2% 5.0% 0.08% 40 to 49 4.9% 6.3% 0.15% 50 to 59 10.2% 12.2% 0.60% 60 to 69 16.6% 27.4% 2.2% 70 to 79 24.3% 43.2% 5.1% 80+ 27.3% 70.9% 9.3% (Robert Verity et al./https://www.imperial.ac.uk/media/imperial-college/medicine/sph/ide/gida-fellowships/Imperial-College-COVID19-NPI-modelling-16-03-2020.pdf)
    Wenn es in der Gruppe von 0-9 Jahren Krankheitssymptome gibt, dann brauchen 0,1 % eine Krankenhausbehandlung. Von den 0,1% sind es 5%, bei denen ein schwerer Krankheitsverlauf eine Intensivbehandlung erfordert. Die Sterblichkeitsrate beträgt nach diesen Einschätzungen 0,002%.
    Mit der Alterung sinkt die Wirksamkeit der Immunsysteme, die Altersgruppe 80 Jahre und höher trägt entsprechend das höchste Risiko bei einer Ansteckung, so wie das auch bei einer Grippe der Fall ist.
    Die Studie von Robert Verity et al. beruht auf 3665 Fällen in China. (https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.03.09.20033357v1.full.pdf)

    Panik trübt den Verstand.

  4. Laut einer Datenübersicht, die der Epidemiologie Eric Feigl-Ding von der Harvard University bei Twitter teilte, waren fast 30 Prozent der Betroffenen zwischen 20 und 29 Jahre alt – so viele wie in keiner vergleichbaren Altersspanne von zehn Jahren.

  5. Risikogruppe
    Daten aus Südkorea legen nahe, dass sich unter 30-Jährige häufig mit dem Coronavirus infizieren. Auch wenn sie selten ernsthaft krank werden, könnten sie deutlich mehr Menschen anstecken als andere Altersgruppen.
    Menschen dieser Altersgruppe kommen mit zehnmal mehr Menschen in Kontakt als andere und könnten dadurch potenziell bis zu zehnmal mehr Menschen anstecken.

  6. Es stimmt nicht ganz, wenn man die Ausbreitung verlangsamt stehen den Medizinern mehr Ressourcen zur Verfügung. Jedes Bett und erst recht jedes Sauerstoffgerät kann nur einmal vergeben werden. Bei Fehlenden Kapazitäten können irgendwann nicht mehr alle Behandelt werden und dadurch werden auch Leute sterben die man sonnst besser hätte behandeln können.
    Ja gerade die Risikogruppen sollten zurzeit lieber die Öffentlichkeit meiden.
    Ich bin ja mal gespannt was am Wochenende neues von unserer Regierung beschlossen wird, Ausgangssperren halte ich nicht für Unmöglich. was aber wichtiger wäre, wäre die Abgabemenge einiger Güter zu reglementieren.

    1. Die Chaosvermeidung bei der medizinischen Versorgung ist im Text berücksichtigt. Was gemeint ist – und das wird auch von Prof. Drosten zugegeben – ist das Infizieren der 0,5%, die auch bei bester medizinischer Versorgung sterben werden – max. 278.000!

      Die Alternative wird im Text geschildert: Quarantäne für die Risikopersonen, die dann Überleben können. Die anderen Widerstandfähigen – 80-90% der Infizierten – erhalten dann die Wirtschaft am Leben. Bitte mal genau lesen.

      1. Die Risikopatienten werden sterben, weil sie Risikopatienten sind. Schwerkrank, zum Teil älter als 80 Jahre alt. Wie die unsere Wirtschaft retten werden ist mir noch schleierhaft.

  7. Wenn der Bundes-Kleber, Klaus, auch nur irgendwo ein Windchen Meinung macht, gehe ich persönlich eigentlich grundsätzlich vom glatten Gegenteil aus. Einer der übelsten Kriegstreiber ist er zudem — vermutlich nicht trotz, sondern wegen seines Jahresgehalts von rund 500.000 €. Der ist ein echter Volksheld.

    1. Das ist genau das Problem, dass viele Leute gegen jede Vernunft einfach grundsätzlich dagegen sind, weils von der Regierung kommt.
      Wenn man genau hinsieht, wundert man sich, dass die im Moment das sonst übliche ätzende Parteiengezänke eingestellt haben und parteiübergreifend zusammenarbeiten. So schnell wie sonst nie werden Beschlüsse gefasst und umgesetzt. Wenn das kein Zeichen ist, dass die Sache ernst ist…

      1. Aufwachen „Aufwachen, Leute !!!“

        Früher bei den Sowjets gab es die Politkommissare. Denen mußten sich alle anderen unterordnen. Andere Meinungen waren fast wie ein Todesurteil. Die hetzten nur gegen andere.

        Lieber „Aufwachen, Leute !!!“, willst Du unser Corona-Kommissar sein? Sachlich argumentieren tust Du jedenfalls nicht.

        Wenn die Wirtschaft richtig im Keller ist, dann dürfte jede Überheblichkeit wie bei Dir jetzt, zu Ende sein. Wer nicht diskutiert verliert – und findet nicht die besseren Lösungen.

        Im Artikel ist die bessere – und vemutlich einzig wirksame Lösung beschrieben.

        Warum werden die 80-90% der von Natur aus widerstandsfähigen Leute mit den Risikopersonen in einen „Pott“ geworfen.
        Die Kanzlerin hat noch nicht einmal erwähnt, dass es so viele risikofreie Leute gibt.

        Gewisse Quarantänemassnahmen mögen ja richtig sein. Man kann es aber auch übertreiben.

        1. Was war jetzt genau der unsachliche Teil?
          Sollte ich etwas emotional werden, möge man es mir nachsehen. Ich finde es schwer zu ertragen, was hier teilweise verbreitet wird.

          RisikoFREIE Menschen gibt es nicht. Jeder kann sich anstecken, und auch Jüngere können schwere Verläufe haben und sogar sterben. Nur eben weniger als Alte. Der Corona-Tod soll sich anfühlen wie langsames Ertrinken. Will das jemand?

          Und nein, man kann es nicht übertreiben.
          Die Italiener raten uns jetzt in einer Video-Botschaft aus ihren Fehlern zu lernen. Wie lernfähig sind wir aber? Sieht schlecht aus.

          In ein bis zwei Wochen haben wir hier das, was in Italien jetzt passiert. Wir werden wahrscheinlich etwas weniger Tote haben, aber immernoch viel zu viele, weil es ein Haufen Egoisten nicht schafft, mal ne Weile die Füße still zu halten. Dabei kann man in diesem Fall viel Gutes tun und sogar Leben retten, ohne dass man schwer dafür arbeiten, mutige Dinge tun oder viel Geld bezahlen muss. Einfach mal mit dem Arsch zuhause bleiben. Und damit auch sich selbst schützen.
          Es hat inzwischen auch viele schwerere Fälle bei Jüngeren gegeben und es scheint, dass auch bei leichteren Fällen bleibende Schäden an der Lunge zurückbleiben können. Wem die Feierei und das Shoppen so wichtig ist, dass er das für sich selbst riskieren würde, bitte schön…
          Aber man kann das eben nicht nur für sich selbst entscheiden, man entscheidet damit in diesem Fall automatisch auch über Leben und Tod anderer.

          Ich kann einfach nicht verstehen, wie man ein Tagesschau-Video posten kann, in dem alles auf Grundschulniveau genau erklärt wird und dann eine gefährliche und undurchführbare „Lösung“ vorschlägt, die in den Niederlanden zwar angedacht war, aber nun doch verworfen wurde. Unser sonst so gutes Gesundheitssystem würde das nicht bewältigen können und es würde soviel mehr Tote und Kranke geben, dass es ethisch nicht vertretbar ist, sowas als „Lösung“ in Internet zu verbreiten. Erst recht in Linden, wo es unter dem Partyvolk leider einen großen Teil ignoranter Deppen gibt. Bitte, Herr Öllerer, schauen sie nochmal das Video und versuchen Sie es zu verstehen.

          Ich finde es verantwortungslos, die Menschen, die den Ernst der Lage einfach nicht anerkennen wollen, auch noch darin zu bestätigen. Im Grunde ermutigen Sie die Leute dazu, einfach weiterzumachen wie immer. Das kommt fast einer Anstiftung dazu gleich, „den Tod anderer billigend in Kauf zu nehmen“ wie es im Gerichtsdeutsch heißt.

          Wer nicht völlig doof ist, sollte sich bitte bitte nochmal intensiver mit dem Thema befassen und dann einfach mal richtig nachdenken. Mit gesundem Menschenverstand und ein bisschen logischem Denken kommt man da schon ne ganze Ecke weiter.

          Da hilft nunmal alles „kontorverse“ Debattieren nichts. Das Virus ist da und es bringt viel Krankheit und Tod.
          Es bringt nichts sich aus Angst einzureden, dass das ganze nur hochgespielt wird, um uns zu ärgern. Dafür ist die Sache zu ernst.

          Ich habe es immer sehr geschätzt auf Ihrer Seite die neuesten Neuigkeiten aus Linden zu erfahren.
          Ich bin nochmal auf Ihre Seite gegangen, weil ich hoffte, doch noch was Vernünftiges zum Thema zu finden. Aber mir ist hier nur noch übel.

          Ich sollte mir das vielleicht lieber nicht mehr antun. Schade…
          Das wars von mir. Ich kann Sie nur bitten, nochmal darüber nachzudenken, ob sie das hier so weiter verantworten wollen und können.

          1. Ich glaube, dass Sie das noch nicht richtig verstanden haben.

            Ihre Methode ist es, die 278 Risikopesonen das Leben kosten kann/wird (Quelle Dr. Drosten).
            Hinzu kommt noch eine katastrophale Wirtschaftskrise ungeahnten Ausmasses seit dem 2. Weltkrieg.

            Die im Artikel genannte Methode 2 ist es, die diese Toten verhindern kann und die Wirtschaftskrise vermeidet.

            Bitte gehen Sie nochmal in sich.

            Meine Methode kann diesen Menschen das Leben retten.

        2. und nochwas: Sie scheinen irgendwie ein Obrigkeits-Problem zu haben. Wenn von „oben“ Maßnahmen ergriffen werden, die dringend nötig sind, sollte man das Ego vielleicht einfach mal stecken lassen. Witzig wie man hier immer gleich in so eine Despoten-Ecke gestellt wird, wenn man Ihrer Meinung nicht folgen mag. Dabei schreiben Sie doch so oft „Andere Meinungen sind willkommen“. In diesem Fall wohl leider nicht.
          So jetzt reichts…

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