21. April 2021

Wegen technischer Mängel plant die Stadtverwaltung Hannover die Dornröschenbrücke neu zu bauen. Für Abriss und Neubau sind etwa eineinhalb Jahre vorgesehen – von Frühjahr/Sommer 2022 bis 2023.

Die finanziellen Mittel von sechs Millionen Euro sind im städtischen Haushalt eingeplant. Die Kosten für eine Ersatzbrücke von 700.000 Euro sind bisher nicht vorgesehen. Die Ratsmehrheit (SPD, Grüne, FDP) stimmte sich dahingehend ab, dieses Geld lieber in andere Projekte wie den Radverkehr zu invenstieren. Kosten und Nutzen würden bei der Ersatzbrücke in keinem sinnvollen Verhältnis stehen, heißt es.

Die Parteien im Bezirksrat Linden-Limmer widersprechen. Die benachbarten Ausweichwege über die Justus-Garten-Brücke und die Schwanenburgbrücke (Westschnellweg) seien angesichts des Verkehrsaufkommens (Radfahrer, Fußgänger, etc.) schnell überlastet.

Fragen, die naheliegen: Muß die Dornröschenbrücke jetzt erneuert werden – oder kann das angesichts der öffentlichen finanziellen Lage noch zehn bis zwanzig Jahre warten? Warum dauert der Neubau eineinhalb Jahre und nicht wenige Monate wie bei anderen Brückenbauten auch?

Auf der letzten Bezirksratssitzung Linden-Limmer wurde ein Antrag für eine Bürgerbeteiligung einstimmig angenommen, der untenstehend zu lesen ist.

Siehe auch:
>> „Kein Geld verbrennen“: Rat erteilt Behelfsbrücke zwischen Linden und Nordstadt eine Absage – HAZ v. 16.04.2021 (Abonnenten)

19.04.2021

vorherige Meldung upgedatet am 19.04.19:

Bezirksrat: Antrag Bürgerbeteiligung bei Dornröschenbrücke – angenommen am 24.03.2021

Die Dornröschenbrücke soll neu gebaut werden und wird für eineinhalb Jahre gesperrt sein. Dafür ist bisher der Zeitraum von Mitte 2022 bis Ende 2023 vorgesehen.
Als Ausweichwege für Fahrradfahrer und Fußgänger stehen bisher nur die benachbarten Brücken zur Verfügung: Justus-Garten-Brücke und die Schnellwegbrücke. Das bedeutet Umwege von jeweils bis zu zwei Kilometern.

Auf der Bezirksratssitzung v. 24.03.2021 wurde für eine Bürgerbeteiligung folgender Antrag von Bezirksratsmitglied Michael Klenke (CDU) eingebracht und einstimmig angenommen.

Antrag

Planungsdialog mit Bürgerbeteiligung zum Neubau der Dornröschenbrücke

Der Bezirksrat möge beschließen:

Die Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover wird gebeten einen Planungsdialog mit Bürgerbeteiligung zum Neubau der Dornröschenbrücke sowie zur provisorischen Alternative zur Dornröschenbrücke während der Bauphase unter Beteiligung des Stadtbezirksrates Nord, des Stadtbezirksrates Linden-Limmer, der Anwohner*Innen, des ADFC, des Fuss e.V., der/des Schwerbehindertenbeauftragten der Landeshauptstadt Hannover und der Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover durchzuführen. Diese Bürgerbeteiligung soll zeitnah stattfinden und die Vorlage einer Beschlussdrucksache soll erst nach dem Abschluss des Beteiligungsverfahrens erfolgen.

Begründung:

Laut Inhalt der beantworteten Anfragen der Stadtbezirksräte Nord und Linden-Limmer (Nr. 15-2934/2020 F1 und Nr. 15-0284/2021 F1) ist bekannt, dass die Dornröschenbrücke voraussichtlich in den Jahren 2022/2023 über einen Zeitraum von etwa 1 1/2 Jahren neu gebaut werden muss.

Die Dornröschenbrücke stellt eine wichtige Verbindung von Linden-Nord zur Nordstadt dar, die täglich von tausenden Bürger*Innen, insbesondere von Fahrradfahrer*Innen, genutzt wird. Eine Neugestaltung dieser Brücke sollte ebenso in einem breiten Konsens geplant werden wie die Gestaltung der Ersatzlösung für die Zeit des Abrisses und des Neubaus.

Eine „Umleitung“ über die nicht mal halb so breite und heute schon voll ausgelastete Justus-Garten-Brücke ist zu Zeiten einer Pandemie (Abstand?) und vor dem Hintergrund der beabsichtigten Verkehrswende keine taugliche eine Alternative!

Der kombinierte Fuß- und Radweg über die Schwanenburgbrücke, entlang des Westschnellweges, ist abgelegen von der eigentlichen Wegführung und erfährt auch momentan schon deutlich weniger Benutzerfrequenz im Vergleich zu den anderen beiden genannten Routen. Eine Akzeptanz als „Umleitung“ steht somit nicht zu erwarten.

Michael Klenke
Einzelvertreter (CDU)

Dornröschenbrücke mit Blick auf Linden-Nord

Titelbild: Dornröschenbrücke vom Westschnellweg aus gesehen

18.03.2021/19.04.2021

Kommentare

  1. Alternativ zur Faust-Brücke wäre da noch die Brücke über die Spinnereistr. Ich empfinde weder den Weg zur einen noch zur anderen als wirklich großen Umweg.
    Naja, in der heutigen Zeit ist wohl jeder Meter mehr eine Katastrophe.
    Die meisten Nutzer sind noch jung und fit. Aber man könnte es auch so machen wie mit der Benno-Ohnesorg-Brücke und erst die eine und dann die andere Seite erneuern.

    1. Im Falle einer Sanierung ginge das, aber bei diese Konstruktion geht es nicht den man kann die jetzige Brücke nicht teilen da sie ein gegossenes Teil ist. Die Benno-Ohnesorg-Brücke hatte und hat mehrere parallel verlaufende Stahlträger unter der Fahrbahn.

      1. Mit entsprechenden Mitteln ließe sich auch diese Brücke teilen, wenn man es denn wollte.
        In anderen Ländern werden in kürzester Zeit ganze Hochhäuser gebaut und wir brauchen für alles Jahre. Würde mich auch nicht wundern, wenn am Ende die Liste der Mängel lang ist und nachgebessert oder gar die neue Brücke abgerissen werden muss. Wie in Hannover gebaut wird kann man am Sprengel-Museum und Misburger Bad sehen.
        Die Firma mit dem „besten“ Angebot bekommt den Zuschlag und kann den vereinbarten Kostenrahmen nicht einhalten. Der Preis steigt, die Qualität sinkt..
        Und am Ende werden nur wieder irgendwelche Steuern erhöht oder neu eingeführt.

    2. Die durch Corona, das Maskentragen und die fehlenden Möglichkeiten beschränkten Lindener brauchen eine freie Fahrrad- oder Fußdurchfahrt Richtung Georgengarten mehr denn je, für Freiluftbewegungen oder mit Gitarre oder Walkman oder Buch die Sonnenstrahlen ausnutzen. Dient der Gesundheit (mehr als das Impfen wahrscheinlich) und kompensiert die Corona-Beschränkungen, wo man ja sonst auch nirgendwo mehr hin kann als raus an die Natur.

      Umso zynischer, auch unempathischer finde ich den Ruf nach: Mehr Lockdown im ohnehin schon zynischen Lockdown!

      – Hier, guckt’s euch an:
      „Die PSYCHOLOGISCHE Kriegsführung hinter der AGENDA 2020/2021 – Gezielte Manipulation am Menschen“
      https://www.youtube.com/watch?v=B9sggmjW09A

      Ich sag ja nicht, dass NUR dass, was der geschätzte Herr da erklärt, richtig ist – allerdings auch genau das. So ticken die Machteliten nämlich überall.

      Hier bei der Brücke vielleicht: Mobilitätseinschränkungen wie bei Covid, Bürger krank machen, nicht einbeziehen, noch mal die letzte schnelle Knete rausholen … und wenn die Brücke abgerissen ist, kommt der Finanzcrash, und es stellen sich windige Geschäfte heraus, so dass die Brückenpläne auf Eis liegen.

      Immerhin haben wir ja eine Notstandssituation bis in die höchsten nationalen Kreise, sage ich mal bitter-genüsslich. Joe Biden ist heute auf der Flugzeugtreppe dreimal eingeklappt, konnte sich aber selbständig helfen und von oben noch mal salutieren. Biden hat seinen Sinn, Corona hat seinen Sinn und die Brücke hat ihren Sinn. Da lassen sich Muster erkennen, und wer’s nicht tut, bleibt unwissend.

  2. In der Verwaltungsantwort heißt es: „Ja, die Brücke ist noch sicher zu betreten. Für den Geh- und Radverkehr ist ausreichend Tragsicherheit vorhanden.“

    Ja, das reicht doch! Wollt ihr die Brücke neu bauen, nur damit darauf Polizei-Kfz fahren können? Begründet den Neubau erst mal; dazu ist nichts zu finden! (Und wo ist das zitierte Dokument „15-0284/2021 F1“? Da gibt’s womöglich gewollte Intransparenz, kann ich begründen.)

    Wir wollen erst mal Stellungnahmen dazu, warum das nötig ist, und dann unabhängige Gutachten dazu, dass das nötig ist. So sieht das aus.

    Und dann: „6 Millionen Euro“ – Hui! Seid ihr bekloppt? Haben wir nicht gerade andere Sorgen? Das, was wir jetzt brauchen, ist, den sozialen Zusammenhalt zu fördern und gemeinsame Werte. Das Gesundheitswesen von der Basis her stärken, Risikogruppen menschlicher schützen, Sozialarbeiter, Wohnungen für Obdachlose und Bedürftige usw. Das machen sie nicht, aber in intransparente Kanäle hauen sie die dicke Knete raus, 10 € pro Nase, vom Greis bis zum Kind, und alles natürlich auf Pump. Ist denn überhaupt schon dokumentiert, wer daran was verdienen soll?

    Aber am CDU-Antrag lässt sich ebenfalls kaum ein gutes Haar lassen. Eine Bürgerbeteiligung unter der Prämisse „dass“ und nicht „ob“ ist ja schon fast Propaganda.

    P. S.: Vielleicht schreibe ich später hier noch einen Kommentar mit Analogien zu den Corona-Maßnahmen. Die sind da alle nicht koscher, und es gehen bestimmte Muster durch.

    1. Eine Pontonbrücke bei Hochwasser oder Niedrigwasser?

      Eine zweite Brücke neben der Faustbrücke nur für Radfahrer wäre sinnvoll.

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