16. September 2020

Die neuen Elektrobusse schaffen es mit einer Batterieladung 120 Km zu fahren. Bei Kälte im Windetr sind es vermutlich deutlich weniger. Aufgeladen werden sie teilweise an den Endstationen und vollständig über Nacht. Eine Förderung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit erfolgt mit 22,7 Millionen Euro.

Pressemeldung

Elektrobusoffensive – Die ersten neuen Elektrobusse starten in den Linienbetrieb

Nach umfangreichen Tests und Schulungen in den vergangenen Monaten ist es nun soweit: Die neuen Elektrobusse vom Typ eCitaro nehmen ab Montag, den 14. September 2020, ihren Betrieb auf der Linie 100/200 auf. „Mit den ersten vier Elektrobussen auf Strecke fällt nun der Startschuss für die Umstellung der hannoverschen Innenstadt-Linien auf komplett reinen elektrischen Antrieb“, erläutert Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region Hannover, bei der Jungfernfahrt am Freitag, den 11. September 2020. „Die modernen Busse leisten zukünftig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Verkehrswende.“ Während des Testzeitraums waren die Busse noch im schwarz-weißen Erlkönigdesign auf Hannovers Straßen unterwegs. Für ihren Start im Linienverkehr auf der Linie 100/200 wurden die neuen Elektrobusse enthüllt und sind nun im ÜSTRA Look unterwegs.

48 Elektrobusse für sechs Innenstadtlinien

Nach den ersten vier Bussen werden bis Ende 2020 weitere elf E-Solobusse (12 Meter) sowie die ersten vier E-Gelenkbusse (18 Meter) erwartet. Die Gelenkbusse werden zunächst für Testfahrten und Schulungen genutzt, bevor sie ab 2021 auf der Linie 121 zum Einsatz kommen. Im Jahr 2021 sollen dann zwei Solo- sowie sieben Gelenkbusse geliefert werden, in 2022 folgen weitere 13 Solo- und sieben Gelenkbusse. Zunächst wird die Linie 100/200 elektrisch ausgestattet (13 E-Solobusse), ab  2021 folgen die weiteren Innenstadtlinien 121 (10 E-Gelenkbusse), Linie 128 (6 E-Solobusse), Linie 134 (6 E-Solobusse und Linie 120 (3 E-Solo- und 4 E-Gelenkbusse). „Bis 2023 bauen wir mit insgesamt 48 Elektrofahrzeugen auf sechs Innenstadtlinien den Umweltvorsprung des ÖPNV in der Region Hannover weiter aus“, freut sich ÜSTRA Vorstandsvorsitzender Dr. Volkhardt Klöppner. „Wir wollen die erste deutsche Großstadt sein, die im kompletten Innenstadtbereich den ÖPNV elektrisch betreibt – und dies mit CO2-freier Energie.“

Ausbau der Ladeinfrastruktur

Für die Inbetriebnahme der neuen Elektrobusse auf der Linie 100/200 wurde am Endpunkt August-Holweg-Platz die Ladetechnik zum Teil erneuert. Diese vorgeschaltete Betriebstechnik ist notwendig für den Betrieb der Elektrobusse. Die Lademasten sind noch aus dem Pilotprojekt mit drei Elektrobussen von 2015 vorhanden. Die Leistungselektronik am August-Holweg-Platz wurde umfangreich modernisiert. Die Lademasten werden aus verschiedenen Energiequellen versorgt: Die Ladung am ersten Lademast wird aus der Bahnstromversorgung der Stadtbahn gespeist. Das hat den Vorteil, dass hier die überschüssige Bremsenergie der Stadtbahn zum Laden der Elektrobusse verwendet werden kann. Am zweiten Lademast wird Strom durch enercity eingespeist, um eine zuverlässige Energieversorgung der Lademasten sicherzustellen. „So wird am August-Holweg-Platz sowohl die Ladung der E-Busse als auch von bis zu drei E-PKW mit maximal 150 kW Ladeleistung realisiert“ erläutert Elke van Zadel, ÜSTRA Vorständin für Technik, IT und Infrastruktur. „Diese Ladetechnik ist bislang in Deutschland einmalig.“

Parallel zum weiteren Einsatz der Elektrobusse werden in den kommenden Jahren die Endpunkte der Innenstadtbus-linien jeweils mit der dafür notwendigen Ladeinfrastruktur ausgerüstet: Die Endpunkte der Linie 121 Altenbekener Damm und Haltenhoffstraße sollen Mitte 2021 in Betrieb gehen, die Endpunkte der Linie 128 und 134 sind für Ende 2021 (Peiner Straße) bzw. Mitte 2022 (Nordring) geplant. Die Endpunkte Aegidientorplatz und Ahlem der Linie 120 folgen Ende 2022.

Darüber hinaus werden die beiden Betriebshöfe Mittelfeld und Vahrenwald für die Ladungs- und Instandhaltungsprozesse der Elektrobusse umfangreich umgebaut.

Moderne Sicherheitssysteme, neu gestalteter Innenraum mit Free WLAN und USB sowie elektrische Wärmepumpe

Die Niederflur-Stadtbusse verfügen jeweils über zehn Hochvolt-Batteriebaugruppen mit einer Gesamtkapazität von 243 kWh (NMC – Nickel-Mangan-Kobalt) und einer Reichweite von rund 120 km ohne Nachladung. Zusätzlich verfügen sie über einen Pantografen auf dem Dach für Zwischenladungen an den Endhaltestellen der jeweiligen Linien. Darüber hinaus verfügen die eCitaro über eine her-ausragende Sicherheitsausstattung. Dazu zählt zum Beispiel der aktive Bremsassistent Preventive Brake Assist. Der Sideguard Assist des eCitaro warnt den Fahrer beim Abbie-gen vor Fußgängern und Radfahrern. Der Fahrerarbeitsplatz ist zusätzlich mit einer Glasscheibe als „Spuckschutz“ ausgestattet. „Unsere Fahrerinnen und Fahrer freuen sich riesig über das jüngste ÜSTRA Familienmitglied, denn die neuen Elektrobusse sind nicht nur umweltfreundlich und technologisch auf dem neuesten Stand, sondern überzeugen durch hohen Fahrkomfort und sind dazu noch sehr leise“, berichtet Denise Hain, ÜSTRA Vorständin für Betrieb und Personal. „An die Werkstatt stellt der Systemwechsel auf elektrischen Antrieb völlig neue technische Anforderungen, auf die wir gut vorbereitet sind. Bereits mit der Einführung der Hybridtechnologie vor einigen Jahren haben wir systematisch damit begonnen, unser Werkstattpersonal zur Elektrofachkraft weiterzubilden sowie Mechatroniker für System- und Hochvolttechnik auszubilden“, so Hain weiter. Fahrgäste profitieren von einer elektrischen Kassettenrampe als Einstiegshilfe für mobilitätseingeschränkte Passagiere (zusätzlich manuelle Klapprampe als Rückfallebene), kostenfreiem WLAN, USB-Steckdosen für mitgebrachte Endgeräte sowie TFT-Monitoren für das Fahrgastfernsehen. Außerdem werden die neuen Busse mit Klimatechnik aus-gestattet. Die energieeffiziente Wärmepumpe nutzt  CO2 als Kältemittel (geringe Treibhausgasschädigung) und sorgt bei hohen Außentemperaturen für eine angenehme Temperierung des Innenraums. In der kalten Jahreszeit wird die benötigte Wärme rein elektrisch erzeugt und ist aufgrund der 100%igen Nutzung von Ökostrom schadstofffrei.

Der Innenraum der Elektrobusse wurde mit Sitzpolstern in Lederoptik, grünen Haltestangen und einem Fußboden-Design in Holzoptik komplett neu gestaltet.

Förderung durch Bund und Land

Möglich ist die Realisierung dieses Großprojekts durch die Förderung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit mit 22,7 Millionen Euro. Eine ergänzende Förderung der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) in Höhe von 2,9 Mio. Euro unterstützt die Anschaffung der ersten 29 E-Busse. Über eine weitere  Komplementärförderung der übrigen 19 E-Busse wird das Land zu gegebener Zeit entscheiden. Insgesamt belaufen sich die Investitionen für die Zukunftsoffensive E-Bus auf etwa 50 Millionen Euro.

ÜSTRA Hannoversche
Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft

Titelbild: Elektrobus Linie 100 am Küchengarten

16.09.2020

Kommentare

  1. Der Pump geht längst nicht mehr nur auf Steuern. Jetzt verschwindet bei der ÜSTRA das ungekannt, unvorstellbar viele frischgedruckte EZB-Geld, das uns alle ärmer macht. 2001 versank Telekom-artig das Guthaben der Aktionäre. Das sind Experten!

    Mein altkluger Berufsschullehrer würde dazu sagen: „Das ist kein Verkehrsbetrieb, sondern ein Finanzkonzern.“

    Das muss man erst mal zu Ende denken; es überhaupt wagen. Nicht nur wegen Corona, auch wegen dieser Zocker crasht es demnächst richtig. 2021-2023, hui!

  2. So viele Millionen Euro Fördergelder für ein paar E-Busse! Zweifellos sind sie ohne fette Subventionen nicht konkurrenzfähig. Der Bürger freut sich, jammert aber gleichzeitig über ständig steigende Steuern.

      1. Danke für den Link, aber das Papier ist weniger eine Studie als vielmehr eine Meinungsäußerung, die vielleicht zutriffen könnte oder eben auch nicht. Die Zahlen im letzten Absatz des obigen Artikels dagegen sind Realität. Und wer bezahlt die vielen Millionen? Eben der Steuerzahler. Also gibt es weiterhin steigende Steuern.

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