9. Juli 2020

Das Thema Limmern gewinnt zunehmend an Aufmerksamkeit. Die gegenwärtigen Verhältnisse sind schlimmer, als es anscheinend jemals vorher war. Es sind nicht nur die größten Menschenmengen auf der Limmerstraße und an den Ufern unterwegs wie nie zuvor. Sondern auch das ungehemmte Verhalten war in so einem Ausmaß bisher nicht bekannt.

Die Ursache ist schnell genannt. Es ist nicht nur das schöne Wetter, sondern auch die Alternativen sind derzeit – gegenüber den Vorjahren – kaum vorhanden. Die „Clubszene“ hat zu. Die Corona-Maßnahmen erlauben keinen Diskobetrieb. Auch für die Studenten in der Uni läuft nicht viel. Also halten sich die geselligkeit suchenden Menschen draußen auf – allen Vor- und Nachteilen zum Trotz.

In der letzten Bezirksratssitzung (07.07.2020) schilderten Anwohner ihre Erfahrungen. Ungezügelter Lärm zur Nachtzeit, Urin und Kot an allen „Ecken“, größere Müllmengen überall. Auch die Dornröschenbrücke ist immer öfter zugemüllt.

Dornröschenbrücke an einem „Morgen danach“

Viel Hoffnung auf schnelle Besserung ist nicht festzustellen. Workshops mit den Beteiligten sollen eingerichtet werden. Kommunikationsberater sollen sagen wie man es schafft wieder Ordnung einkehren zu lassen. Doch das dauert und der Sommer wird bald um sein, bevor irgendwelche positiven Ergebnisse spürbar sein werden. So jedenfalls die pessimistische Ansicht von Anwohnern.

Derzeit liegen die Hoffnungen nur auf der Polizei und den Ordnungskräften, die auch an diesem Wochenende verschärft präsent sein werden.

Doch nun gewinnt das Thema größere Aufmerksamkeit. Es haben sich verschiedene Parteien Hannovers zu Wort gemeldet.

CDU: zeitweises Alkoholverbot, mehr Ordnungsdienst und Polizei, Ereignisse von Stuttgart zeigen Gefahrenpotential

SPD: bisheriges Vorgehen gut, Platzverweise und Anzeigen wo nötig

FDP: mehr Streifen, „harte Tour“, Sozialarbeit hilft nicht, kein Alkoholverbot

Grüne: Nachtbürgermeister notwendig wie bspw. in Mannheim, um zwischen den Feiernden und den Nachbarn zu vermitteln, Clubszene einbeziehen, nur ein Prozent der Feiernden sind nicht kooperativ

Linke: Lärm – man weiß, wo man hingezogen ist, Pinkeln in Hauseingänge größeres Problem, mehr Toiletten im Bereich Limmerstraße notwendig

Möglicherweise wird sich die Situation erst verbessern, wenn weitere Corona-Maßnahmen aufgehoben werden und die Clubszene wieder feiern darf wie vorher auch.

Siehe auch:

>> neuepresse.de (Abonnenten)

>> HAZ.de (Abonnenten)

>> Limmern: Polizei und Ordnungsdienst planen Kontrollen ab 10.07.2020

Titelfoto von H.U.

Klaus Öllerer
09.07.2020/10.07.2020; 08:38


Kommentare

  1. Vor 15 Jahren war „Limmern“ noch mit netten Leuten in kleinen Grüppchen auf der Limmerstraße treffen und das ein oder andere Bierchen in geselliger Runde mit netten Gesprächen in adäquater Lautstärke genießen.
    Seitdem schon Erstsemester in Broschüren darauf hingewiesen werden, dass man auf der Limmerstraße die Kuh fliegen lassen kann wie man will, hat das „echte“ Limmern seinen Charme verloren.
    Und wenn ich dann derartige Aussagen von den Linken lese, würde ich die Herrschaften am liebsten Sonntagmorgen mit Besen und Wischeimer losschicken.
    Das was die Partytouristen als Limmern bezeichnen gleicht mehr der Belagerung eines Stadtteils. Die komplette Straße wird blockiert, so dass nicht mal mehr die Straßenbahn durchkommt. Ganz zu Schweigen von den Gehwegen. Sagt man was, oder versucht sich auch nur an Gruppen vorbeizuschieben, wird teilweise mit Gewalt gedroht.
    Hier sollte wirklich härter durchgegriffen werden. Linden-Nord ist kein rechtsfreier Raum für Party-(Deppen)People.

    1. An wettermäßig nicht so schönen Tagen treffen
      sich die Primaten mittlerweile an der Unterführung
      hinter der Dornröschenbrücke.
      Das Ergebnis am nächsten Morgen kann sich
      sehen lassen.
      Rad- und Fußweg mit Scherben übersät.
      Überall verteilt leere Schnapsflaschen.
      Danke ihr Honks.
      Es soll euch der Gummiknüppel treffen.
      Einfach nur Abschaum.

      1. Jeder hat da seine eigene Situation. Mich stresst hauptsächlich der Lärm, die antisoziale Unmusik, wenn sie wieder anfangen, mich stundenlang zu foltern. Im Moment ist aber alles ruhig. Gott!

        1. -„ Im Moment ist aber alles ruhig. Gott!“

          Leider ist das wohl auch dem Wetter geschuldet. Ich fürchte, nach diesem Wochenende werden die Behörden feststellen, dass es ja gar nicht so schlimm sei…
          und bei besserem Wetter donnert das Inferno wieder los…hmpf.

  2. Wer in Zukunft „limmern“ will, sollte sich an die „Spielregeln“ halten. Ansonsten feiert auf dem Schützenplatz oder dem Expo-Gelände wo sich keine Anwohner gestört fühlen. Der Getränkenachschub lässt sich sicher regeln, klappt bei Konzerten auch..

  3. -„ Linke: Lärm – man weiß, wo man hingezogen ist…“

    Ernsthaft?!?
    Gibt es dazu „O-Töne“, die Belegen, dass solche Äußerungen gemacht wurden?!?
    Kann das ehrlich gar nicht glauben…

    1. Die Zitate stammen aus der Neuen Presse:
      https://www.neuepresse.de/Hannover/Meine-Stadt/Limmerstrasse-Hannovers-CDU-fordert-Alkoholverbot

      Zitat: „Linken-Fraktionschef Dirk Machentanz wohnt selbst an der Limmerstraße. Zwar sei es für die „Anwohner schwierig mit dem Lärm“. Allerdings wisse man ja, dass man an eine laute Straße gezogen sei. Ein größeres Problem sei das Pinkeln in Hauseingänge, vor allem in den Nebenstraßen. „Deshalb sollten mehrere Toiletten im Bereich der Limmerstraße aufgestellt werden“, fordert Machentanz.“ Zitatende

      1. Vielen Dank für die Info.

        Ich bin entsetzt über so eine Aussage…

        aber vielleicht ist der Name auch Programm.

        Dann würde ich allerdings eine Umbenennung vorschlagen: MachenAbgang!

  4. …ich sehe sie schon vor mir… Die umgekippten Dixiklos.
    Linke- setzen 6

    Den Vergleich mit Stuttgart finde ich gar nicht soooo abwegig.

    Auch wenn es mir missfällt aber das Alkoholverbot scheint die einzige sinnvolle Lösung.
    Danke Party Assis

  5. Linke: Lärm – man weiß, wo man hingezogen ist
    Ich wohne seit 40 Jahren in Linden Nord.
    Falls das wirklich das einzige ist, was den Lokalpolitikern der Linken zu diesen Auswüchsen einfällt,
    ist die Partei für mich unwählbar geworden.

  6. Vielen Dank an die Linke für die Ignoranz:
    Die meisten genervten Leute leben schon länger hier als die Limmer Partymeile für Sauftouristen ist – von wegen, man weiß, wo man hingezogen ist!

      1. Das Ablehnen von Gegröle, in die Ecken pissen und kotzen, die Straßen vermüllen wird von Ihnen als Ignoranz gewertet? Was haben Sie denn für ein Verständnis von Respekt, solidarischem Miteinander und Benimm? Ziemlich schlicht Ihr Kommentar!
        Der Kommentar des Linken Politikers ist ebenso unterirdisch. Anhand solcher Aussagen disqualifiziert sich ein Politiker. Es kommt das wahre dumme Gesicht zum Vorschein!

      2. Und ohne Rücksicht „feiern“ ist nicht ignorant???

        Keiner beschwert sich darüber, DASS die Leute „limmern“, sondern WIE!
        Ist es so schwierig etwas leiser zu reden, nicht in die Hauseingänge zu pinkeln und seinen Müll wieder mitzunehmen?
        Die eigene Freiheit hört dort auf, wo sich mein Gegenüber gestört fühlt!

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