31. Dezember 2019

Zum 01. Januar 2020 jährt sich die Vereinigung Lindens und Hannovers zum 100. Mal. Und es wurde exakt geschafft: Der Internetauftritt

>> digitales-stadtteilarchiv-linden-limmer.de

ist online.

Es war ein hartes Stück Arbeit. Über Jahre hinweg wurde das digitale Internetarchiv aufgebaut. Stück für Stück wurde eine Struktur geschaffen und Dokumente aus der Geschichte Linden-Limmers gescannt und rein gestellt. Über 700 Dokumente wurden bisher aufgenommen. Nun ist es soweit nach vielen Jahren der unermüdlichen Arbeit.

Dahinter steckt der Verein Netzwerk Archive Linden-Limmer e.V., den es seit 2011 gibt.

Walther Engel hat in den letzten Jahren mit intensiver Unterstützung von Dietmar Franke, Horst Deuker, Horst Bohne und vielen Anderen die Internetseite aufgebaut.

Walther Engel, Dietmar Franke und Horst Deuker

Ein Schwerpunkt des Archivs ist die Vereinigung.

100 Jahre Vereinigung von Linden und Hannover

Die Vereinigung von Linden und Hannover hat lange gedauert und war alles andere als unproblematisch. Sie wurde 1920 vollzogen. Eine ausführliche Darstellung gibt es >> hier. Dort sind auch Dokumente der Vereinigung einsehbar.

Presseinfo Dezember 2019

Digitales Stadtteilarchiv Linden-Limmer

Ein kostenloser Service für die geschichtsinteressierte Öffentlichkeit

100 Jahre nach der Vereinigung von Hannover und Linden

Hannovers erstes digitales Stadtteilarchiv geht zum neuen Jahr ans Netz

Wer tiefer in die Geschichte seines Stadtteils Linden-Limmer eintauchen will, der bekommt jetzt einen besonderen Service geboten. Das Netzwerk Archive Linden-Limmer e.V. stellt ein Projekt vor, an dem Mitglieder des gemeinnützigen Vereins seit drei Jahren intensiv gearbeitet haben. Das „Digitale Stadtteilarchiv Linden-Limmer“ geht zum Jahreswechsel ans Netz.

Als 2011 das Lindener Stadtteilgeschichts-Netzwerk gegründet wurde, war die Idee, die bei vielen Vereinsmitgliedern schlummernden Schätze öffentlich zugänglich zu machen. Stand anfangs noch die Suche nach Räumlichkeiten für ein „analoges“ Stadtteilarchiv im Vordergrund, so wurde im Laufe der Zeit immer deutlicher, dass ein digitales Archiv – insbesondere für die Nutzerinnen und Nutzer – erhebliche Vorteile hat: rund um die Uhr geöffnet, ohne Beschränkungen bequem zugänglich und kostenlos zu nutzen.

Auch für Vereinsmitglieder, die sich schon länger Gedanken gemacht hatten, was mit ihren Bildern, Broschüren, Büchern und anderen Materialien passiert, wenn sich Kinder und Enkel nicht dafür interessieren, ist die digitale Lösung ein großer Gewinn. So können zumindest Teile ihrer wertwollen Erinnerungen für die Nachwelt erhalten werden, ohne dass sie auf den Müll landen.

Der kleine Wermutstropfen ist allerdings das mühselige, zeitaufwendige Scannen und Beschreiben von Dokumenten. Diese Arbeit fällt nicht allen Vereinsmitgliedern gleichermaßen leicht, vor allem, wenn man bedenkt, dass einige bald ihrer 90. Geburtstag feiern werden.

Im Gegensatz zu anderen Webseiten zur Regionalgeschichte, die schwerpunktmäßig auf thematisch-inhaltliche Textbeiträge ausgerichtet sind, stellt das Lindener Digitalarchiv ganz bewusst das Einzeldokument in den Mittelpunkt. Durch verschiedene Suchroutinen kann sich jeder selbst Dokumente nach seinen speziellen Erkenntnisinteressen zusammenstellen und inhaltliche Querverbindungen herstellen. Dabei helfen knappe erläuternde Texte unter fast allen Dokumenten.

In Konkurrenz zu professionellen Archiven sehen sich die Lindener Netzwerker nicht. Ihnen geht es vorrangig um die Darstellung von allen Facetten des Alltagslebens. Dazu zählen Familienbilder, Klassenfotos oder Privatdokumente ebenso wie Vereinschroniken, Festschriften oder Anzeigen von Lindener Geschäften und Firmen. Das müssen nicht immer Original-Dokumente in vollständiger Länge sein. Damit gehen die Lindener Netzwerker relativ entspannt um. Auch Kopien oder kurze Textauszüge aus umfangreicheren Schriften können interessante historische Informationen übermitteln. Bei alten Karten und Stadtplänen, die sich aufgrund ihres sperrigen Formats sowieso nicht leicht scannen lassen, sind in der Regel nur die den Stadtteil betreffenden Ausschnitte wiedergegeben.

Mit über 700 Dokumenten bietet das Lindener Digitalarchiv schon jetzt vielfältige Anregungen, sich mit der Geschichte seines unmittelbaren Wohnumfeldes zu beschäftigen. Lücken sollen nach und nach, auch mit Unterstützung aus dem Stadtteil, geschlossen werden.

Oft sagen Bilder mehr als Worte. Zu den Sahnestückchen im Digitalen Stadtteilarchiv zählen zweifellos die in dieser Fülle bisher unveröffentlichten Fotos von Heinz-Jörgen Kunze-von Hardenberg über die Stadtteilsanierung in den 1970er Jahren oder die Schwarz-Weiß-Fotoserien von Horst Bohne zum Bau des West-Schnellwegs (1959), des Heizkraftwerks (1960) oder des Ihme-Zentrums (1973).

Auf ein Dokument darf man besonders gespannt sein, wenn das Digitale Stadtteilarchiv zum Jahresende ans Netz geht: Genau 100 Jahre nach der Vereinigung der Städte Hannover und Linden am 1.1.1920 wird die Öffentlichkeit zum ersten Mal die vom Magistrat Hannovers herausgegebenen Protokolle der Verhandlungen mit der Stadt Linden aus dem Jahre 1919 einsehen können. Bequem zu Hause am Bildschirm unter >> www.digitales-stadtteilarchiv-linden-limmer.de

Presseinfo Verein Archive Linden-Limmer e.V.

Klaus Öllerer
Mitglied im Verein Archive Linden-Limmer e.V.
31.12.2019



Kommentare

  1. Die Website lässt sich sowohl auf Desktop- wie auch auf Mobilgeräten flüssig bedienen, flutscht also. Die Scans sind von guter Qualität.

    Auch die dem Projekt unterliegende Konzeption erscheint durchdacht und nachhaltig, so dass das Digitale Archiv schon vom Erscheinungstag an eine historisch-institutionelle Rolle spielt.

    Die Dokumentationen sind teils erstaunlich (Fotos vom Ihmezentrum im Rohbau z. B. hatte ich noch nie vorher gesehen) oder regen Ältere zum Schwelgen in der Vergangenheit an. Ich bin ja woanders aufgewachsen, aber geheime Tunnel in Kilometerlänge hatten wir damals auch noch.

    1. Dort, wo ich aufgewachsen bin, hatten wir mehrere Wohnzimmer, darunter das Familienwohnzimmer mit Fernseher usw. Es hatte eine dritte Tür, die in einen Vorraum führte, der aus Granitstein war und mit einer schweren Eisentür versehen. Unsere Eltern hatten nie mit uns Kindern darüber geredet.

      Eines Tages, als die Eltern weggefahren waren (das hörte man immer), nahmen wir aus der Werkstatt eine Seilwinde und befestigten das Seil an dem Türknauf der Eisentür sowie an einem dicken eisernen Heizungsrohr, das durch den Vorraum verlief.

      Wir Kiddies waren tatsächlich so dreist, mit einer Seilwinde die Tür aufzusprengen, obwohl dabei auch das Schloss hätte irreversibel kaputt gehen können. (Aber irgendwie ließ sich anschließend die Tür doch wieder unbeschadet schließen.)

      Und dann waren wir drin in dem kleinen Geheimraum. An der Seite befand sich ein roh gezimmertes Regal, in dem uralte Dokumente lagerten. Ich glaube, später ist fast alles ins Stadtarchiv gewandert. (Wir haben selbst ein komplettes Granithaus unserer Familie ins Freilichtmuseum gegeben, wo es Stein für Stein neu aufgebaut wurde.)

      In diesem kleinen Raum aber führte eine Holzleiter in einen Unterraum, wo sonst nix drin war. War aber wohl über die Jahreszeiten gleichmäßig temperiert da unten (z. B. zur Weinlagerung), und mit der schweren Tür und mit weggenommener Leiter konnte man da wohl auch Wertsachen lagern. Da hätte man auch gut Jemanden einsperren können.

      Na ja, wie gesagt, die schwere, aufgebrochene Eisentür hatten wir noch mal glücklich schließen können nach unserer jugendlichen Naivität.

      Außerdem gab es einen weiteren Geheimraum in unserem alten Haus, und zwar auf dem Dachboden. Als mein Vater mit uns Kindern die Treppen hinaufstieg, um uns in ein weiteres Geheimnis des eigenen Hauses einzuweihen, murmelte er immer wieder verschwörerisch: „Ein Sarg, ein Sarg …“

      Na ja, sein Humor war eigenwillig, aber heraus kam dann, dass die Architekten im großzügigen Dachboden noch ein halbes Zwischengeschoss eingebaut hatten von knapp einem Meter Höhe. Man musste eine dieser richtig dicken Eichenbohlen (600 x 40 x 6 cm) hochheben für den Eingang.
      Es ist eins dieser Verstecke, wo man jahrelang in dem Haus leben kann, aber noch nicht mal ahnt, dass es eins gibt.

      Außerdem wurde dem Haus gerüchteweise nachgesagt, von ihm aus führten unterirdische Gänge zu benachbarten Orten, was aber nie bewiesen werden konnte, obwohl sich die Wünschelrutengänger unter den Vorfahren redlich darum bemüht hatten. Da war also vermutlich doch nix, obwohl meine Vorfahren schon ganz andere Sachen gebracht hatten, als nur schnöde Tunnel zu graben.

      Was Tunnel angeht, habe ich die besten einerseits in einer Felssteinhöhle erlebt, und dann bei der Deindustrialisierung, wo die Fabriken abgerissen worden waren, die Versorgungstunnel aber noch nicht geschlossen waren.

      No jo, egol. Ciaui!

  2. Vielen Dank für Deinen Beitrag, lieber Klaus, sagt Jürgen, auch für den richtigen Link.
    Oben unter „Suchen“ kommen beim Suchbegriff „Barkhoff“ schon sehr schöne Beiträge
    https://www.digitales-stadtteilarchiv-linden-limmer.de/sammlungen/barkhoff/sammlung-barkhoff/
    Beim Suchbegriff „Jürging“ landet man aber alsbald bei Horst Bohne. Beim Suchbegriff „Deuker“ kommen aber auch sehr schöne Ergebnisse. Frohes Neues Jahr wünscht allen Jürgen, der unter Suchbegriff „Jürgen Wessel“ aber auch auf einem Beitrag von Horst Bohne landete

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