20. Januar 2018

Ein Obdachloser sitzt abends im Vorraum der Volksbank an der Limmerstraße.

2018.01.20_WP_20180120_001_1
Dieser Obdachlose beantwortet freundlich die Fragen. Für das Foto senkt er seinen Kopf, um nicht erkannt zu werden. Hier drinnen ist es wärmer als in der Kälte draußen und die Obdachlosenunterkünfte sind derzeit sehr gefüllt, sagt er. Also sitzt er hier und bekommt von dem einen oder anderen Bankbesucher etwas ab – Geld oder etwas anderes.

 

2018.01.20_WP_20180120_002
Auch von dem fragenden Reporter bekam er als Dank einen kleinen Betrag.

 

2018.01.20_WP_20180120_003

 

öl/20.01.2018

 

 

Kommentare

  1. Das ist Micha – ein an sich gutaussehender, kraftstrotzender, stolzer, bescheidener, sozialer, fairer, fähiger und (trotz des zusätzlichen Aufwands als Obdachloser) gepflegter Mann im besten Alter, ohne die bei Obdachlosen typische einzelgängerische Verschrobenheit (die sich auf die Dauer allerdings einschleichen wird) und ohne den Alkoholmissbrauch.

    Stubenrein wäre er wohl auch (wenn ich das so sagen darf), ist nicht die Bohne auf Probleme geeicht und wird auch keine zwei linken Hände haben, kann also ein Zimmer renovieren oder die Küche sauber halten.

    Er ist auch kein Durchreisender, sondern gehört hier zu uns. Ich habe mir schon öfter überlegt, ihm ein Zimmer anzubieten, zumal ich ihn für entsprechend anpassungsfähig halte.

    Er bringt alle Voraussetzungen mit und braucht nur die Chance.

    P. S.: Den letzten Satz kann ich mir zur Zeit täglich stundenlang einbleuen lassen, wenn ich darauf Lust habe. Das Leben ist eine Momentaufnahme und wir sind alles Einzeller. Allerdings wird das Projekt trotzdem was, weil es Substanz hat. Und Micha würde da sogar reinpassen.

    P. P. S.: Puh! Jetzt habe ich mich aber weit aus dem Fenster gelehnt! Aber so sei es.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.