20. April 2019

Die Initiative hat sich Anfang 2018 formiert um das Ziel herum, eine Demokratische Schule in Linden-Limmer zu gründen und zu betreiben.

In diesen Schulen leben und erleben alle Beteiligten Demokratie hautnah. Schüler bestimmen in einem wöchentlichen Plenum die Regeln ihres Zusammenlebens selbst (jeder, auch jeder assistierende Erwachsene) hat bei Abstimmungen das gleiche Gewicht. (eine Stimme) 

Jede einzeln junge Person wiederum bestimmt für sich, was sie lernen möchte, wann der richtige Zeitpunkt ist und mit wem das sein soll.

Die Vorstellung von “Lernen” ist in demokratischen Schulen eher weit gefasst. Dazu zählen neben den klassischen Inhalten und Fächern auch Gespräche untereinander, Spielen, Nichtstun, Meditation usw. , aber auch Streit schlichten, eigene Projekte ausdenken und verwirklichen, Gärtnern, Kochen, Holz- und Metallwerkstatt, Theaterspielen, Tanzen und Instrumentuntericht usw

Zudem kann jeder Schüler jederzeit Praktika anfragen, welche die Schulverwaltung dann im Stadtteil oder auch darüber hinaus versucht zu arrangieren.

Natürlich stehen ihnen erwachsene Helfer (Lernbegleiter) mit entsprechender Ausbildung und Qualifikation zur Seite, die für die Schüler zentrale Ansprechpersonen sind, ihnen zuhören, sie beraten und unterstützen.

Die Schule wird beim Landesschulamt beantragt als geförderte Ersatzschule -Grundstufe und Sekundarstufe 1

Wenn sie dann genehmigt ist, wird die Schule nach drei Jahren vom Staat (mit-) finanziert.

Für den Antrag auf Zulassung bei der Schulbehörde braucht die Schule ein tragfähiges Konzept, Schüler, Lehrer, ein Gebäude und einen Kredit um die ersten drei Jahre ohne staatliche Förderung wirtschaften zu können. Alles auf der Basis von “wenn-dann – Verträgen”. Wenn genehmigt ist, treten die Schüler ein, sind die Lehrer eingestellt, das Gebäude gepachtet und der Kredit genehmigt.

Den Lindenschule – Gründern schwebt eine Schule vor, die im regen Austausch mit dem Stadtteil, Linden ein Stück lebendiger (und demokratischer) macht.

Ach ja, ganz wichtig:
es gibt keine Zensuren, keine Bewertungen der jungen Personen! ausser, sie wollen das.
es gibt keine Prüfungen, keine Klassenarbeiten, keine/r wird vor die Tafel gezwungen. Keine Beschämungen.

Jede/r tut das, was sie/er fühlt und glaubt, dass es gerade richtig für sie/ihn ist.

Abschlussprüfungen werden extern gemacht. Wer das möchte (in der Regel die meisten) bekommt in der Schule den entsprechenden intensiven mehrmonatigen Vorbereitungskurs. 

Die Ergebnisse demokratischer Schulen sprechen für sich: die Prüfungen werden überdurchschnittlich gut abgelegt. Die Absolventen wissen meist ziemlich genau, was sie im Leben erreichen wollen, sind Team-fähig, haben gelernt, vor der Gruppe zu sprechen, ihre Sache zu erläutern und zu vertreten (wöchentliches Plenum).

Wer Interesse hat, kann sich direkt per eMail an uns wenden, bzw unsere Infostände auf dem 1.Maifest auf der Faustwiese und dem Deisterstrassenfest am 22.6.beschnuppern oder dann auch zum offenen Infotreffen am 29.6. 14.30 Uhr mit Vorstellung der geplanten Schule ins Freizeitheim Linden kommen.

Herzliche Grüße

Lothar Walczak
Gründungsiniative 
Lindenschule 
Demokratische Schule Hannover
info@lindenschule-hannover.de
lindenschule-hannover.de

20.04.2019


Kommentare

  1. – „Jede einzeln junge Person wiederum bestimmt für sich, was sie lernen möchte, wann der richtige Zeitpunkt ist und mit wem das sein soll.“

    Zum Beispiel hat sich der Autor des obigen Texts dafür entschieden, die reformierten Rechtschreibregeln zu ignorieren (und überhaupt sehr lässig mit der Sprache umzugehen). Ich selbst habe das Regelwerk von 2006 ja wenigstens noch im Schnellgang durchgearbeitet. So ist jeder anders. Und wozu sollte man formale Regeln pauken, wenn einen auch so jeder versteht und das Tischlern viel interessanter ist?

    1. In der Pisa-Studie 2012 war Schweden in allen Testbereichen abgesackt wie weltweit kein anderes Land [1]. Zu Pisa 2015 hatten sich die schwedischen Schüler wieder verbessert [2], wenn auch zäh und nur auf unterdurchschnittliches Niveau. In Medienberichten werden katastrophale schulische Verhältnisse beschrieben [3][4]. Insbesondere Schüler ohne native Sprachkenntnisse zum Schuleintritt (!!) (aber auch noch Migrahigrus der zweiten Generation) können die Kompetenzpunkte um mehrere Schuljahre drücken [5], siehe auch die Pisa-Sonderauswertung zu migrantischen Schülern [6].

      – Es gibt also einen starken Zusammenhang zwischen demografischen Merkmalen (Bildungsstand und Wohlstand der Eltern, Nationalität, Kultur, und wieder: Sprache, Sprache, Sprache) und schulischen Leistungen. Die demografische Zusammensetzung wird sich in einer privat geführten, (zunächst) selbstfinanzierten und humanistisch orientierten Schule von der einer öffentlichen Schule unterscheiden. Eltern und Schüler werden besser situiert, integriert, gebildet und motiviert sein; für das Leistungsniveau der Schule ist das ein Plus, andererseits geht das dann schon wieder in Richtung Elitenschule. Sicherlich muss auch eine privat betriebene Schule kommunal vorgegebene Minderheiten-Quoten erfüllen.

      [1] https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/pisa-absteiger-warum-schwedens-schueler-sich-verschlechterten-a-937022.html (2010)
      [2] https://www.pisa.tum.de/fileadmin/w00bgi/www/Berichtsbaende_und_Zusammenfassungungen/Graphiken_PISA_2015.pdf (2015)
      [3] https://www.welt.de/politik/ausland/article153276350/Schweden-erklaert-sinkendes-Schulniveau-mit-Zuwanderung.html (2016)
      [4] https://www.heise.de/tp/features/Schweden-Von-sozialen-wie-politischen-Brennpunkten-4164147.html (2018)
      [5] siehe [2], letzte Seite
      [6] https://www.tagesspiegel.de/wissen/sonderauswertung-der-pisa-studie-migranten-fuehlen-sich-in-schulen-oft-ausgeschlossen/21087384.html (2018)

      1. Ich kann verstehen, dass sich viele Eltern eine andere Schulform wünschen, in der auch die Talente und Interessen ihrer Kinder besser gefördert werden, allerdings sollte dafür trotzdem ein fester Lehrplan erstellt werden, statt den Kindern selbst zu überlassen, was, wann und wie lange gelernt wird, da sie später mit Schülern anderer Schulen mithalten können müssen. In Bezug auf lernschwache Kinder ist der fehlende Leistungsdruck zwar eine gute Alternative und ermutigt diese Kinder sicherlich mehr als jede Regelschule, aber für das anschließende Arbeitsleben tut man den restlichen Schülern kein Gefallen. Vor Jahren gab es mal eine Doku über die unterschiedlichen Schulen und über die zu erreichbaren Abschlüsse. Wer auf eine „freie“ Schule ging musste den Abschluss an einer anderen Schule erwerben, viele hatten damit Probleme. Und genau hier sehe ich das Problem : Durch die unterschiedlichen Anforderungen hinken die Schüler der „neuen“ Schulform dem Lehrplan der anderen Schulen vielleicht hinterher und haben dann auf weiterführenden Schulen Probleme, die jetzt noch nicht absehbar sind. Genauso auch an den Berufsschulen.

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