11. August 2020

Pressemitteilung

„Lebensqualität statt Lastverkehr“ – Aktion gegen Flächenversiegelung

Durch immer wärmere Sommer heizen sich insbesondere breite, asphaltierte Straßen immer weiter auf. Die Grünen in Linden-Limmer zeigten am Montag 10.08.20 zur symbolischen Uhrzeit „fünf nach zwölf“ (12.05 Uhr), wie sehr ein Umbau der Fössestraße nötig ist. Mit gefüllten Gießkannen und verdunstendem Wasser wurde die Hitze der Straße sichtbar gemacht. Wir fordern den coolen Rückbau der Straße auf zwei Fahrspuren, eine Aufwertung mit Stadtgrün, um den Cool-Down-Effekt zu fördern, sowie Raum für Aufenthaltsqualität und gerechten Fuß- und Radverkehr.

Mit dem Klimawandel steigen die Temperaturen. „Gerade die letzten Tage seit Freitag haben gezeigt, wie heiss die Sommer in Norddeutschland, mittlerweile werden können. Wenn wir keine lebensfeindlichen Betonwüsten, sondern Städte mit menschlichem Maß und Aufenthaltsqualität wollen, müssen wir den Straßenraum umgestalten”, so Greta Garlichs, Sprecherin der Grünen in Linden-Limmer. Die als Hauptverkehrsstraße klassifizierte Schneise lässt sich dabei rechtlich einfach durch die Stadtverwaltung auf zwei Spuren reduzieren.

Cooler Umbau für „Lebensqualität statt Lastverkehr”

Mit Gießkannen haben die Teilnehmer*innen auf den dringend nötigen Cool-Down-Effekt an asphaltierten Straßen hingewiesen. „Dazu stehen schon heute viele stadtgestalterische Mittel, wie Fassadenbegrünung, Baumpflanzungen, Reduzierung von Fahrspuren und Bau von Grünanlagen, zur Verfügung!”, ergänzt Patrick Lödige vom Bündnis HannovAIR Connection, das die Aktion begrüßt.

„Es ist nicht einzusehen, dass Schwerlastverkehr – der auf der Königsworther Straße nur auf einer Spur fahren kann – hier bei uns in Linden zwei Spuren einnehmen soll. Schwerlastverkehr sollte grundsätzlich nur über den Bremer Damm in die Stadt geleitet werden und nicht durch ein Wohnviertel!” unterstreichen Garlichs und Lödige die Forderungen. „Alles, was diese Straße bewältigen müsste, ist Verkehr der Anwohner*innen, welche in die Innenstadt und zurück fahren.”

Hintergrund: lebensfeindliche Bedingungen an breiten Autoschneisen

Hitzewellen stellen ein besonderes Risiko beispielsweise für Ältere und Kinder dar. 2003 kamen alleine in Deutschland 7.600 Menschen durch Überhitzungen ums Leben, 2006 und 2015 gab es jeweils 6.100 Todesfälle durch Überhitzung in Deutschland.

In Heißzeiten werden vierspurige Asphaltschneisen zu gefährlichen Zonen, in denen sich niemand mehr aufhalten kann. „Ein inakzeptabler Zustand für eine Straße, die mitten durch Lindens Herz führt“, finden die Teilnehmer*innen.

Über die Veranstalter*innen

Die Grüne Stadtteilgruppe Linden-Limmer engagiert sich für nachhaltige, soziale Kommunalpolitik im Bezirk. Mitglieder und Interessierte bringen hier ihre Themen ein und entwickeln Handlungsoptionen für einen noch lebenswerteren Stadtteil. Wir stehen für ein vielfältiges, inklusives und ökologisches Linden, für alle Bürger*innen. Dieses gestalten wir durch Zusammenarbeit mit der Grünen Bezirksratsfraktion, durch unterschiedlichste Aktionen, gemeinsame Positionspapiere, Informationsstände und mehr.

Grüne Stadtteilgruppe Linden-Limmer

Fotos: privat

Debatte:
Siehe auch >> Debatte: Grüne – Klima – Fössestr.

10.08.2020/12.08.2020; 20:38


Kommentare

  1. Da hatten wir diesmal einen sehr schwachen Sommer, jetzt kommen ein paar heiße Tage, wie es im August sein soll, und die Leute schreien: „Oh weh, der Klimawandel!“ Voll hacke, die Leute.

  2. An anderer Stelle musste ein Friedhof modernen Basaltplatten weichen und die Zahl der Ampeln hat sich in den letzten Jahren auch erhöht. Wenn die Autofahrer ständig ausgebremst werden hat dies auch Einfluß auf die Umgebungstemperatur.

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