27. Juni 2020

von Klaus Öllerer

Die Grünen im Rat von Hannover forcieren einen Antrag, der es in sich hat. Danach sollen nur noch „Ökoautos“ in der Umweltzone fahren dürfen. Das würde vermutlich den meisten Lindenern ihre Autobasis nehmen. Ein eigener Autobesitz oder der von Angehörigen oder Freunden wäre aus Kostengründen für viele nicht mehr möglich.


Die Grenze zur Umweltzone geht Mitten durch den Stadbezirk Linden-Limmer.

Geht es nach dem Antrag, dann müßten die bisherigen Autos bis 2030 abgeschafft werden. Und damit wäre für viele ein jahrzehntelanger erarbeiteter Wohlstand mehr oder weniger weg. Denn die „Ökoautos“ sind sehr teuer und damit würden die Möglichkeiten der meisten hier lebenden Autobesitzer überfordert.

Die normalen Verbrennungsmotoren – Benzin, Diesel, Gas – müßten ersetzt werden durch teurere E-, Wasserstoff- oder Hybridautos. Und das bis 2030.

Andere Parteien wandten sich gegen dieses Vorhaben der Grünen

Im Folgenden die Stellungnahmen der Grünen, CDU und SPD. Auch die FDP schließt sich der Kritik an. Von anderen Parteien sind derzeit (noch) keine Stellungnahmen bekannt.

Grüne, Rundmail, Mike Bindert, 25.06.2020

Eine autofreie Innenstadt, nur noch schadstoffarme bzw. schadstofffreie Autos in der Umweltzone bis 2030 sowie die Aktualisierung des Masterplans Mobilität 2025 von 2011 mit einem deutlichen Fokus auf die Umsetzung einer nachhaltigen städtischen Mobilitätswende zugunsten des Umweltverbundes aus Fuß-, Radverkehr und ÖPNV.“
Quelle: >> Grüne

CDU, Pressemeldung, 26.06.2020

… umweltpolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Maximilian Oppelt, eine klare Absage: „Das ist mit uns nicht zu machen. Ein Fahrverbot für moderne Verbrenner würde den kompletten Individualverkehr in Hannover zum Stillstand bringen und damit die Axt an die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der Stadt anlegen. Die umweltfreundlichen und modernen Verbrenner aus einem Großteil des Stadtgebietes auszusperren wäre auch für den Klimaschutz völlig sinnfrei.“
Quelle: >> CDU

SPD, Pressemeldung, 26.06.2020

Kreisz: „Doch die Verkehrs- und Energiewende muss sozial ausgewogen gestaltet werden.“ Der Vorstoß der Grünen, die in den kommenden Jahren nur noch schadstofffreien Fahrzeugen die Einfahrt in die Umweltzone gestatten wollen, sei dies aber nicht. Kelich pflichtet ihm bei: „Solange E-Autos nicht erschwinglich sind, ist eine solche Debatte absurd. So grenzt man nur Menschen mit nicht so üppigem Geldbeutel aus.“
Die Verkehrs- und Energiewende müsse aber alle Menschen mitnehmen und dürfe nicht zu neuen Benachteiligungen führen.

Quelle: >> SPD

E-Auto sehr speziell. Gesehen in Linden-Nord

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Klaus öllerer
27.06.2020/28.06.2020; 11:08


Kommentare

  1. Warum beschränken sich die Grünen nur auf die Innenstadt? Ist die Luft nur dort durch Autos „verpestet“?
    Wenn ich einen schadstoffarmen Benziner hätte und würde in der Stadt wohnen, würde ich die Grünen auf Schadenersatz verklagen, weil ich mein Auto nicht mehr im gewohnten Umfang nutzen könnten und gag wurde Geld zum Kauf eines schadstofffreien Autos einfordern! Umweltschutz gut und schön, aber nicht auf Kosten derer, die sich diese Autos schlichtweg nicht leisten können! Und die Öffis sind für viele auch teurer als der eigene PKW vor der Tür. Von den teilweise schlechten Verbindungen und Anschlussfahrten ganz zu schweigen! Auch die Folgekosten für Elektroautos sind nicht ohne, irgendwann ist der Akku kaputt und ein neuer kostet dann auch wieder ein paar Tausender. Wie sieht es auch mit der Reichweite aus, wenn die Klimaanlage und das Radio laufen. Auch im Stau zu stehen kann mit einem Elektroauto zum Problem werden. Einen Benzinkanister kann man sich jederzeit mitnehmen, aber wo kann man sein Auto aufladen? Wie kommt man zur nächsten Ladesäule hin? Das ist in meinen Augen alles nicht richtig durchdacht und ausgereift. Warum muss alles verboten werden? Wäre es nicht besser, man würde die Menschen mit guten Argumenten überzeugen, statt mit Verboten und Einschränkungen? Wie wäre es, wenn jeder Autofahrer die Monatskarte kostenlos bekommt, wenn er sein Auto weniger nutzt? Und für alle anderen sollten die Kosten generell günstiger sein!

  2. Typisch für die Grünen ist, aufgrund von zweifelhaften Ideologien (Auto, Klima, Gender, Migration, Ernährung usw.) konkrete persönliche Freiheitseinschränkungen zu erlassen. Die ansonsten unnötig wären und in ihrer Zielführung fragwürdig sind. Missionarisch-diktatorische Bessermenschen also, die dich zurechtrücken wollen.

    Es gibt zwei Wege, zu Erkenntnissen zu kommen, aber nur einen Weg zur Erkenntnis. Es gibt keine Schnittmenge zwischen Grünen-Wählern und Immanuel-Kant-Lesern sowie Yoga-Praktizierenden, weil die Ziele diametral unterschiedlich sind.

  3. ‚Unsere‘ elitären neoliberalen Grünen. Schön ’nen staatlich geförderten 30.000€ Elektrokarren mit Akkus aus seltenen Erden/Lithium aus Südamerika (Scheiß auf die Trockenlegung und den Raubbau ganzer Landstriche) vor Gründerzeit-Eigentumswohnung in Linden-Mitte.
    Was interessieren uns denn die Indios. Only Black Live Matters.

    Ich könnt kotzen!

    1. Lithium wird nicht nur in Elektroautos verbraucht. Seit 2 Jahrzehnten verbrauchen wir große Mengen an Lithium für die Produktion von Batterien für Handys, Laptops, Tablets, Werkzeuge etc. Komisch, dies schien offenbar bisher niemanden zu stören! Wer ein Problem hat mit der Art und Weise der Lithiumproduktion, müsste somit konsequenterweise sein Handy sofort sauber recyclen lassen und nie mehr ein Gerät kaufen mit Li-Ion Batterie. Bohrmaschinen und andere Werkzeuge funktionieren auch direkt am Netz. Alles andere wäre Heuchelei.

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