10. Juni 2017

Pressemitteilung

In der Sitzung des Bezirksrats Linden Limmer wurde diese Woche erneut über den Beschluss, einen öffentlichen Platz nach einem PKK Aktivisten zu benennen, lange diskutiert.

In diesem Zusammenhang wurde in die Erwägungen miteinbezogen, dass große Proteste seitens der türkischstämmigen Bevölkerung bislang ausgeblieben seien und deshalb keine Gründe gegen den Beschluss ersichtlich wären.

Dabei wurde gänzlich außer Acht gelassen, dass wir im Rahmen unserer Zusammenarbeit als Initiative türkischer Vereine alle türkischen Vereine in Hannover, trotz unterschiedlichem politischen coleur, an einem Tisch versammelt haben. Gegen den Beschluss wurden 4000 Unterschriften gesammelt, diese wurden dem Bezirksbürgermeister übergeben. Weitere Unterschriftenlisten sind im Umlauf.

Auch wurde zuvor darüber beraten, gegen den Beschluss des Bezirksrats zu demonstrieren. Jedoch wissen wir, dass unsere Demonstrationen von PKK Aktivisten angegriffen werden. Leider gelingt es auch den hiesigen Sicherheitsbehörden nicht immer, unsere friedlichen Demonstranten zu schützen. Auf unseren letzten Kundgebungen kam es immer wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen, wo Jugendliche lebensgefährlich verletzt wurden.

Als Türkischer Jugend und Studenten Bund e. V. haben wir uns stets für ein friedliches Miteinander in Hannover ausgesprochen. Aus verantwortungsbewussten Gründen heraus hatten wir bislang immer Abstand davon genommen, eine Großdemonstration gegen den Beschluss zu unternehmen.

Leider können wir dieses Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Menschen, insbesondere den Frauen und Kindern gegenüber, die von PKK Aktivisten an türkischen Demonstrationen mit Steinen und Flaschen angegriffen werden, bei den besagten Bezirksratsmitgliedern nicht verzeichnen.

Frei von jeglichen vernünftigen Erwägungen in der Sache argumentieren sie sturr an der Tatsache vorbei, dass sie durchaus billigend in Kauf nehmen, dass Hannover zu einem brutalen Austragungsort von dem PKK Terror auf der Welt werden kann. Sie sind sich des Unrechts, das sie verteidigen nichtmal bewusst. Beseelt oder gar besessen vom vermeintlichen Pathos linksextremistischer Ausdrucksweisen, dessen sich die faschistische PKK Terrororganisation gerne immer wieder bedient, haben sie schon den Boden des Grundgesetzes sowie das Anstandsgefühl aller gerecht und billig Denkenken verlassen.

Wenn und falls es in unserer friedlichen Stadt zu derartigen Auswüchsen kommen sollte, dann trägt jeder einzelne Bezirksratsmitglied in Linden-Limmer, der für diesen Beschluss gestimmt hat, ganz persönlich die Verantwortung dafür.

Als türkische Interessenvertreter-innen werden wir alle demokratischen Mittel in Erwägung ziehen, um gegen den Beschluss vorzugehen.

Nach wie vor hoffen wir darauf, dass die Kommunalaufsicht korrektiv eingreift, und PKK Sympathisanten in kommunalen deutschen Strukturen Einhalt gebietet.

TÖB
Türkischer Jugend- und Studentenbund e.V. – Türk Öğrenci Birliği
09.06.2017

Kommentare

  1. Der weiterhin noch bedeutsame Aspekt ist die grenzwertige, aber buchstäblich „persönliche“ Bedrohung und Nötigung der Ratsmitglieder.

    Der türkische Verein schreibt:

    „Wenn und falls es in unserer friedlichen Stadt zu derartigen Auswüchsen kommen sollte, dann trägt jeder einzelne Bezirksratsmitglied in Linden-Limmer, der für diesen Beschluss gestimmt hat, ganz persönlich die Verantwortung dafür.“

    Mit „Auswüchsen“ ist da gemeint (im Absatz darüber), „dass Hannover zu einem brutalen Austragungsort von dem PKK Terror auf der Welt werden kann“.

    Das könnte die Schlussfolgerung zulassen, dass diese bestimmten Bezirksratsmitglieder von der PKK persönlich zur Verantwortung gezogen werden.

    Das finde ich bedenklich. Da würde ich die PKK polizeilich mal genau überprüfen, aber sehr genau.

    P. S.: Danke

  2. „dass Hannover zu einem brutalen Austragungsort von dem PKK Terror auf der Welt werden kann“

    Wieso gerade die? Die müssten doch zufrieden sein mit dem Straßenschild.

    Logischer wäre es, die Aussage so zu verstehen, dass da von nationaltürkischer Seite „Antiterrormaßnahmen“ zumindest angedacht werden. Oder eine Art Bürgerkrieg? Das wäre ein Fall für den Verfassungsschutz.

    „Wenn und falls es in unserer friedlichen Stadt zu derartigen Auswüchsen kommen sollte, dann“

    Die Drohung damit, im Zuge von Ausschreitungen zum Opfer von Gewalttaten werden zu können, klingt genauso verquer und eher nach dem Gegenteil. Komisch, dass Türken sich so oft als Opfer darstellen, wenn sie eigentlich einen ganz anderen Eindruck machen.

    Für einen visuellen Eindruck türkischer Brutalität siehe auch folgendes Video, den Artikel und die Diskussion:
    https://www.heise.de/tp/features/Die-Schlaeger-von-Erdogans-Leibwache-traten-in-Washington-ungeniert-in-Aktion-3716349.html

    Aber schuld sind ja immer die anderen, und der Erdogan, der „Hitler unseres Jahrhunderts“ (Trump), wagt es noch, den US-Botschafter einbestellen zu lassen, um sich zu beschweren, dass seine Leibwächter nicht weiterprügeln konnten. Wären diese Gewaltverbrecher keine Diplomaten, würden die alle verurteilt.

    Völlige Realitätsverzerrung, kollektiver Wahn; überheblich, zu Unrecht selbstüberzeugt, brutal, und völlig skrupellos wie echte Psychopathen …

    Das ist das, was ich dazu denke.

    Und wenn wegen eines dämlichen Straßenschilds von der türkischen Gemeinde schon mit Gewalttaten (durch Andere, ist klar) gedroht wird, dann stehen die Ausschreitungen wohl schon vor der Tür. Es scheint ja ordentlich zu brodeln bei den Deutschtürken.

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