14. Dezember 2019

Vorsicht, heiß und fettig!

Trau dich! Erste-Hilfe-Maßnahmen einfach erklärt

Hannover. Ein kurzer Moment, und schon ist es passiert: Ein Sekundenbruchteil reicht aus, um sich am heißen Backofen schmerzhaft zu verbrennen. Ob Wasserkocher, Herd, Bügeleisen, Fritteuse oder Kamin – die meisten Brandverletzungen passieren im Haushalt. Gefährdet sind insbesondere Kinder, die aus Neugier alles anfassen. Bei ihnen wirken sich aufgrund der relativ geringen Hautoberfläche Verbrennungen besonders stark aus. Die Experten der Johanniter-Unfall-Hilfe erklären, was bei Brandwunden zu tun ist.

Kühlen – oder besser nicht?

Kleinflächige Verbrennungen können zur Schmerzlinderung etwa zwei Minuten mit fließendem Leitungswasser gekühlt werden, bei einer Wassertemperatur von ca. 20 Grad. „Eis oder Kühlpacks hingegen bitte nicht verwenden. Dies kann die Durchblutung verschlechtern und so das Gewebe zusätzlich schädigen“, erklärt Kersten Enke, Leiter der Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen. Geht die Brandwunde über die Größe eines Handtellers hinaus, wird sie wegen der Gefahr von Unterkühlung nicht gekühlt. „Die verletzte Person sollte hingegen warmgehalten werden, etwa mit der Rettungsdecke aus dem Verbandkasten oder warmer Kleidung“, empfiehlt Enke.

Kleidung ausziehen – oder doch nicht?

Im Fall einer Verbrühung sollte die Kleidung rasch und vorsichtig entfernt werden, damit die Hitze nicht weiter auf die Haut einwirkt. „Klebt die Kleidung an der Haut, bitte nicht mit Gewalt entfernen. Es könnte sonst zu weiteren Verletzungen und Infektionen kommen“, warnt der Akademie-Leiter.

Was tun, wenn es brennt?

Eine Stichflamme oder Verpuffung kann zu einer größeren Verbrennung führen. Brennende Kleidung ist mit Wasser, einer Löschdecke oder durch Herumwälzen zu löschen. Die betroffene Person in Sicherheit bringen und sofort unter 112 den Notruf alarmieren. Der Rettungsdienst ist auch bei Verbrennungen im Gesicht oder an den Genitalien zu rufen. Wichtig ist zudem, den Betroffenen zu betreuen, bis die Rettungskräfte eintreffen, und die Vitalfunktionen zu überprüfen. „Eine schlimme Brandverletzung kann zu einem Schock führen“, erklärt Kersten Enke. „Zittern, Blässe, Unruhe und kalter Schweiß sind Hinweise darauf. Dann nach Möglichkeit die Beine hochlagern und gut zureden.“

Brandwunden verbinden oder offenlassen?

Offene Brandwunden sind sehr anfällig für Keime. Damit sie sich nicht infizieren, werden sie mit einem sterilen Verbandtuch druckfrei abgedeckt. Ist kein keimfreies Tuch parat, bleibt die Wunde offen. „Bitte keine Cremes oder womöglich Hausmittel auftragen. Dies erhöht die Infektionsgefahr nur“, warnt Kersten Enke.

Ein kurzes Erklär-Video zur Versorgung von Brandwunden gibt es auf dem YouTube-Kanal der Johanniter unter: https://youtu.be/hAAcFq24ZX0.

Neu, digital und flexibel: das Johanniter-Kurskonzept „Fit in Erster Hilfe“

Mit ihrem Angebot der Ersten-Hilfe-Kurse wollen die Johanniter Hemmschwellen abbauen, Wissen vermitteln und Menschen auf den Ernstfall vorbereiten. Mit dem neuen Kurskonzept „Fit in Erster Hilfe“ werden Übungssituationen im Erste-Hilfe-Training noch praxisnäher und zeitgemäßer. Es geht lebendig, interaktiv, abwechslungsreich und mit viel Eigeninitiative der Teilnehmenden zu: Szenarien werden digital simuliert und visuell dargestellt. Im Zusammenspiel mit vielen praktischen Übungen sollen die Teilnehmenden sicher in der Anwendung der Ersten Hilfe werden, um später, während eines richtigen Notfalls, routiniert handeln zu können. Mehr Informationen rund um Erste Hilfe und unser Kursangebot finden Sie unter: http://wir-muessen-reden.johanniter.de.

Erste Hilfe bei den Johannitern

Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. ist einer der größten Anbieter von Erste-Hilfe-Kursen in Deutschland. 2018 haben 425.000 Menschen bei den Johannitern gelernt, anderen Menschen in Notsituationen zu helfen, davon mehr als 14.600 Kinder und Jugendliche in Schulen. Mit den Kursen wie Outdoor-Erste-Hilfe, Erste Hilfe am Kind und Individualangeboten wird auch auf die spezielle Zielgruppen eingegangen.


Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist mit mehr als 23.000 Beschäftigten, rund 40.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und 1,25 Millionen Fördermitgliedern eine der größten Hilfsorganisationen in Deutschland. Die Johanniter engagieren sich u.a. in den Bereichen Rettungs- und Sanitätsdienst, Katastrophenschutz, Betreuung und Pflege von alten und kranken Menschen, Fahrdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, in der Breitenausbildung sowie in der humanitären Hilfe im Ausland. Weitere Informationen dazu finden Sie unter www.johanniter.de.

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Medieninformation v. 12.12.2019

14.12.2019


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