3. März 2016

Die dem linksautonomen Angeklagten Lukas L. vorgeworfene Straftat soll bei einer Demonstration am 30.05.2015 in Linden geschehen sein.
Vorgeworfen werden dem Angeklagten Aufrufe über Lautsprecher wie „Macht mal was kaputt“, „Macht doch mal was kaputt oder wenigstens dreckig“ oder ähnlich. Bei einem bereits erfolgten Prozesstermin im Januar gab es Unklarheiten über den genauen Wortlaut und es tauchte kurzfristig ein Polizeivideo auf, dass die betreffenden Worte dokumentieren sollte. Wegen der erforderlichen Auswertung wurde der Prozess verschoben auf kommenden Montag, 07. März, 09:00, Raum 2292, Amtsgericht Hannover. Es ist wieder mit umfangreichen Eintrittskontrollen zu rechnen.

Diese am 30.05.2015 von der Kampagne Ahoi organisierte Demonstration trug den Titel „4 Jahre ohne… sind vier zuviel!„. Gemeint war damit die vier Jahre zurückliegende und gescheiterte Besetzung der Limmerstraße 98 (L98) durch die Grüne Jugend aus der heraus anschließend dann die Kampagne Ahoi gebildet wurde.

Kampagne Ahoi

Vor der Limmerstraße 98 legten die Demonstranten damals einen längeren Zwischenstopp mit Essensausgabe und Ansprachen ein. Möglicherweise fielen auch hier die als strafbar angeklagten Aussagen.
In Ansprachen und bereits vorher durch den aufgesprühten Text „AUTONOMES ZENTRUM“, sowie die vorher erfolgten Farbbeutelwürfe untermauerte die linksautonome Szene ihren Anspruch auf das Gebäude.
Für die Bewohner der überwiegend eigengenutzten Eigentumswohnungen wirkte dieser Auftritt der Linksautonomen wie eine weitere ernstzunehmende Drohkulisse. Auch die letzten Fenster wurden schließlich geschlossen und die Bewohner hielten sich fern.

 

Kampagne Ahoi

Psychologische Kriegsführung – Aggressive Zwischeneinlage am Kötnerholzweg: Plötzlich verließen Demonstranten sturmartig die offizielle Demostrecke bis sie von der Polizei eingegrenzt wurden, was dieser zügig gelang.

 

Kampagne Ahoi

Homepageseite der Kampagne Ahoi zum ersten Prozesstermin
Zitat des Angeklagten: „Ich wurde am 30.05.2015 in einer Seitenstraße auf der Limmerstr. in Hannover Linden festgenommen. Zuvor hatte eine Demonstration, gegen hohe Mieten und Verdrängung und für ein autonomes Stadtteilzentrum in Linden, stattgefunden. Die Bullen warfen mir vor, im Rahmen dieser Demonstration vom Lautsprecherwagen aus, zu Straftaten aufgefordert und die Einsatzkräfte beleidigt zu haben. Nachdem sie mich in ihren Wagen verschleppt und abgefilmt und sich erfreulich viele Unterstützer_innen um den Wagen versammelt hatten, ließen sie mich wieder laufen. …

Wer sind die Linksautonomen von Linden?
Im Wesentlichen geht es dabei um die Kampagne Ahoi und ihr Umfeld.
Diese lehnen die Demokratie ab, befürworten Gewalt und lassen nur ihre eigenen Ziele gelten im Sinne einer Monokulti-Gesellschaft. Sie kämpft in einem anarchistischen Sinne eigentlich gegen den ganz normalen bürgerlichen Lebensstil nach der Devise „Wir nehmen uns, was uns zusteht“ (Zitat aus „Kampf um den Kiez“) und verhält sich wie eine Sekte. Ihre Internetseiten werden anonym betrieben und enthalten kein Impressum.
Es gibt ausreichende und gut dokumentierte Erfahrungen in Linden. 1+2+3+4+5, weitere sind auf Nachfrage vorhanden.

Die Kampagne Ahoi ist die dominierende Kraft im Wohnprojekt Albert-Schweitzer-Schule in Linden-Nord und wurde 2011 von der Grünen Jugend gegründet.

Andere Sichtweisen sind willkommen.

Klaus Öllerer
03.03.2016

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